Neues im Hause digiom:
Das Audimax der Uni Wien ist besetzt und alle schauen zu - unter dieser URL: ustream.tv/channel/unsereuni.
Nachdem ich soeben ein entsprechendes Blogpost von Thomas Lohninger gelesen habe, indem er berichtet, dass sich (farbentragende)* Burschenschaftler vor allem vor dem Audimax aufhalten, um zu provozieren, und die Vermutung naheliegt, dass sie das tun um Gewalt und somit einen Polizeieinsatz und letztlich die Räumung des Audimax herbei zu führen, kommt hier die dringende Aufforderung:
- Morgen, Samstag, findet die 150-Jahrfeier der Burschenschaft Olympia in Hofburg statt.
- An diesem Samstag muss das Audimax voll sein – nicht bloß, damit mehr Leute im Audimax drin sind als drüben bei Olympia, sondern weil damit zu rechnen ist, dass die Feiernden zum Audimax kommen.
- Wenn sie kommen, dann liegt die Vemutung nahe, dass sie auch versuchen werden zu provozieren – je mehr da sind, um ZeugInnen zu sein, um Gewalt zu verhindern, desto besser.
Thomas verweist dabei auf gruselige Statements von der Seite Alpen-Donau.info:
Erst gestern berichteten wir von den Planungen der antifaschistischen Krawallszene. Die SPÖ, die „GrünInnen“ und diverse andere Halbweltsorganisationen mobilisieren einmal mehr den Abschaum der Menschheit gegen Deutschtum und Meinungsfreiheit. [...]
Die Polizei wird mit entsprechenden Kräften im Einsatz sein. Wir empfehlen die Durchsetzung des „Vermummungsverbots“ sowie eine Räumung des „Audimax“. Darüber hinaus wünschen wir einmal mehr unseren Freunden bei der Exekutive: „Viel Spaß und Knüppel frei!“
Anbei noch zwei Bilddokumente von Thomas Lohninger – sehen diese Jüngling aus als hätten sie Spaß an der Provokation? Ich meine ja. Irgendwann nach Mitternacht waren die Burschis letzten Freitag vorm Audimax – es wird also morgen die ganze Nacht notwendig sein, den Audimax zu füllen, da zu sein, die Provokation und die Gewalt und die Räumung nicht zu zu lassen.
* Es gibt einen Plenumsbeschluss, der farbentragenden Burschenschaftlern den Aufenthalt in den besetzten Räumen untersagt.
Worum es dabei geht, kann man bei Robert Lender nachlesen.
VERKEHRTE WELT: Gestern abend wählte ich, die Bloggerin, die Telefonnummer von Journalistin Ingrid Brodnig, um herauszufinden, wie es zu folgender Meldung im aktuellen Falter gekommen war.
„Ingrid Brodnig saß vergangene Woche in der Jury des Wolfgang-Lorenz-Gedächtnispreises. ORF-Programmdirektor Lorenz hatte seinerzeit das ‘Scheiß-Internet’ verdammt. Mit letzter Kraft verhinderte Brodnig, dass Falter-Chefredakteur Armin Thunrher abgepreist wurde. Statt seiner bekamen die Wiener Grünen den Award.“
Nicht so wichtig, dass der Preis Gedenk- und nicht Gedächtnispreis hieß – hier ist das Ergebnis des Telefonats: Brodnig hat selbstverständlich nie in der Falterredaktion behauptet, sie hätte die Abpreisung Thurnhers mit letzter Kraft verhindert – und sie hat auch nicht versucht, auf ihre KollegInnen Einfluss zu nehmen, als diese die Meldung verfassten (wobei man sich hätte wünschen können, dass ihre KollegInnen sie kontaktiert hätten). Nichts anderes hatte ich übrigens erwartet, da Ingrid auch im Vorfeld der Preisentscheidung für den Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten an keiner Stelle versuchte auf die Entscheidung Einfluss zu nehmen, soll heißen: weder pro noch contra Preis-für-Thurnher argumentierte. Tatsächlich war sie zu dem Zeitpunkt, an dem Manfred Bruckner, Johannes Grenzfurthner, Thomas Thurner und ich in der MQ Kantine über die Preisvergabe befanden, vor Ort im Audimax, um die Hintergründe der Studierendenproteste zu recherchieren. Hätte sie Einfluss nehmen wollen, hätte sie das über die laufende Emailkommunikation jederzeit tun können – integer wie sie ist, hat sie das natürlich nicht getan, sondern hat sich auf die Recherche der von ihr betreuten Nominierungen (Jako/Jack Wolfskin für den Blogger-Abmahnwahn, Wolfgang Schüssel fürs Lebenswerk) konzentriert. Als sie die Meldung gestern morgen las, so berichtete sie mir, interpretierte sie das ganze als einen internen Redaktionsschmäh. Auch wisse sie nicht, ob diese Meldung vorher von Armin Thurnher gegen gelesen worden war oder nicht – darf ich meine persönliche Vermutung äußern, dass es sich um ältere und/oder männliche KollegInnen handelte, die diese Meldung verfassten? Gestoßen war ich auf diese Meldung übrigens via Martin Blumenaus Journal (und kopiere daher auch den Dreher im Namen mit, wo auch immer der sich zuerst ereignete), und mit dieser seiner Ansicht sympathisiere ich sehr:
Wie steht Ingrid Brodnig, von Thurnher eh gern öffentlich als unkritische Coke-Zero-Trinkerin belächelt, denn jetzt da? Als ergebenes Tschapperl, als uneigenständige Leibeigene, als biederes Unterläufel. Mir ist völlig klar, worauf die bevorstehende Verteidigungs-Strategie hinauslaufen wird: es war doch ironisch gemeint. Abgesehen davon, das der Rest der nämlichen „Aus der Verlag“-Spalte auch komplett unironisch und faktenaufzählend ist, wäre auch das keine akzeptable Ausrede. Der Schaden für Brodnig ist so und so angerichtet.
Hier ließen sich jetzt etliche Reflexionen zum Verhältnis von Journalismus und Blogging anschließen – etwa, dass Blogs unabhängig von der Verkaufsfrage oder dem zu Verfügung stehenden Seitenvolumen diskutieren können, was immer den AutorInnen relevant erscheint (auch so kleine Meldungen wie die im Falter!) , dass etwa auf Blogs die Studierendenproteste intensiv diskutiert wurden, während der Falter sich noch nicht zum Audimax-Cover entscheiden konnte, und dass zur gleichen Zeit die eigenen blinden Flecken, die sich etwa in dieser Meldung äußern, ebenso aus dem Blickfeld der hier Agierenden geraten, wie sich natürlich auch BloggerInnen wie ich nicht über anonyme Flamewars auf derstandard.at definieren. Was für mich in dieser Meldung aber im Zentrum steht, ist die herablassende Sicht auf die Arbeit Ingrid Brodnigs – wie Blumenau höre ich alle Gegenargumente, „alles nur ironisch“, „war doch nur eine kurze Meldung“, „war eh nur ein Schmäh“, etc. pp. Hey! Wer die Gelegenheit hatte, Ingrid Brodnigs Arbeit näher kennen zu lernen (und ich hatte das z.B. im Rahmen der Grünen Vorwahlen), der weiß, dass sie für den österreichischen Journalismus der nächsten 30 Jahre nicht nur relevant, sondern eine der großen Stützen sein wird: mit Blick auf die Genauigkeit der Recherche, mit Blick auf den Umgang mit InformantInnen, mit Blick auf die persönliche Integrität von der sie sich leiten lässt. Wer das nicht sieht, und wer solche Meldungen verfasst, ist vermutlich nur neidisch oder hat Angst vor ihrer Konkurrenz. Und gerade Frauen, erst recht junge Frauen, werden ja gerne in dieser Weise gedisst. Shame on them, whoever they were! Je nun. Der Hauptfürsprecher dafür, dass Thurnher den Preis nicht bekam, war ein ganz anderer, und wer es war, kann man gut der dokumentierten Mashup-Nominierungsrede entnehmen. Er hat uns nicht weichgeklopft, sondern überzeugt – abgesehen davon geht’s mir wie Martin Blumenau: Die Internetdebatte hängt mir vollends zum Halse heraus – auf eine Neuauflage durch eine Preisvergabe an Thurnher hatte ich sicher keine Lust. Davon abgesehen: Niemand im Web braucht Thurnhers Segen, um auch weiterhin das zu machen, was einen interessiert: genau beobachten, Details diskutieren für die sich kein Printmedium interessieren kann, Blogs den Anlass für Reliteralisierung sein lassen, und uns nicht ins Bockshorn jagen lassen von denen, die Blogging diskreditieren wollen, um Kritik und freie Meinungsäßerung klein zu halten. EDIT (datetime=2009-11-20T17:41:10): Das „kleine dicke Meerschwein“ (Selbsttitulierung), das diese Meldung verfasste, hat sich „geoutet“ (selbst gewählte Bezeichnung) – hier entlang! (Pic by Karola Riegler)
Vorgetragen bei #wolo09 in Wechselrede von @heinz und @digiom:
Die folgende Nominierung für den Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2009 ist keine persönliche, d.h. weder eine auf eine private Persönlichkeit bezogene, noch eine von einer einzigen Person verfasste.
„Armin Thurnher sorgt sich in seinem Kommentar Warum ich mich weigere, das Internet als Medium wirklich ernst zu nehmen im Falter vom 17.12.2008 um die Qualität der öffentlichen Diskussion. Ich fürchte, dass Interventionen wie dieser Artikel dem Niveau der Debatten über die Medien mehr schaden als nutzen, denn sie zielen nicht auf das Internet sondern auf eine Karikatur des Netzes: Urheberrechtsverletzer, anonyme Poster, gefakete Identitäten und irrationale Suchmaschinen-Algorithmen bestimmen das Bild. [...]“
„Beim Internet Summit [...] ist man der Frage nachgegangen, wie sich Soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und studiVZ auf das reale Leben auswirken. [...]
Während die Moderatorin Andrea Hammer [...] einen „realen Druck aus der virtuellen Welt“ verspürt, wenn sie in ihrem Facebook-Account längere Zeit keine Statusmeldungen veröffentlicht, hat Armin Thurnher [...] in seiner Redaktion ganz andere Beobachtungen angestellt.
Seine Mitarbeiter würden sich hysterisch und motorisch gestört verhalten, wenn sie Soziale Netzwerke nutzen. Er orte zudem eine Absenz im Dialog, das Fehlen einer direkten Kommunikation und eine Steigerung des Narzissmus, so Thurnher.
Aufgrund dieses asozialen Effekts, der schlechten Beispiele in seiner Redaktion, würde er selbst auch niemals ein eigenes Weblog betreiben wollen. „Web-Medien sind parasitär,“ fuhr Thurnher fort. „Sie verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst. [...]“
„Armin Thurnher hat gerade offline seinen ersten Flamewar angezettelt und ich will ihm jetzt mal ausnahmsweise nicht unterstellen, dass er gar nicht wüsste, was das denn sei. [...] “
„Thurnher wird im nächsten Falter auf die Webdebatte eingehen. Wir wollen eine richtige Diskussion führen. Verschiedene Meinungen gewünscht!“
„ Thurnher [...] ist der wichtigste Kolumnist des Landes, also ein Profi, der sich hochöffentlich äußert und ein Recht drauf hat, ernstgenommen zu werden.
Das Problem dabei ist: Er unterliegt dem Zwang, sich zu einem seiner blinden Flecken zu äußern; das muss schiefgehen. [...]“
„Diese Kolumne Thurnhers soll jetzt also Diskussionbereitschaft signalisieren? Ich sag’s mal so: Thurnher benimmt sich possessiv und ressentimentgeladen. [...]“
„Wer wird den da jetzt gerade als Internetfeind Nr.1 von der Blogosphäre durch den Wolf gedreht? Armin Turnher, Faltergründer, einer der wenigen Querdenker des Landes, beinahe einziger Widerstandskämpfer gegen den Mediamilkomplex, beherzter Dagegenhalter gegen den Haiderpopulismus und noch einges mehr.“
„[...] vielleicht ist es vor allem der Neid, der Thurnher jetzt umtreibt, denn den Mediamil-Komplex und noch ein paar andere Printdinosaurier werden wir zerschlagen, wir Meerschweinchen.“
„ Weil Medien wie Standard, ORF und Presse die Partizipationsarchitektur ihrer Online-Foren nicht in den Griff bekommen und diese anonymen Trollen überlassen, weil Facebook und Twitter ihm die Aufmerksamkeit der eigenen Redakteure streitig machen, weil Online-Mundpropaganda – Überraschung! – verkürzt, vereinfacht und polemisiert anstatt journalistisch korrekt zu differenzieren, verweigert Thurnher dem größten kulturellen Ereignis seit Gutenberg seine Teilnahme. [...] Ich gebe zu, das wurmt mich. [...]“
Lieber Armin Thurnher (und hier versuchen wir die Stimme der Blogosphäre durch uns sprechen zu lassen), diese Nominierung ist auch so etwas wie eine implizite Liebeserklärung, denn eigentlich, lieber Armin, mögen wir dich ja nicht nur sehr, sondern wollen auch von dir gemocht werden. Dass du nicht teilhaben willst an dem, was wir entdeckt haben, das wurmt uns.
Wirst du uns aber auch dazu treiben können, dir dafür einen Preis zu geben? We shall see.
In Liebe: Deine Meerschweinchen.
—
Über #Wolo09: Dem „Scheiß Internet“, in das sich junge Menschen „verkriechen“, hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Herbst des Jahres 2008 den Kampf erklärt. Wenn das nicht Grund genug ist, nach dem Visionär einen Preis zu benennen, was dann? Das Wiener KünstlerInnen-Kollektiv monochrom hat deshalb den „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ gestiftet. Den Preis bekam aber nicht Armin Thurnher.Mehr auf der Seite von monochrom.
(Pic by Karola Riegler)
Die folgende Nominierung für den Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2009 ist eine Nominierung in Stellvertretung. Sie ist verdient weniger allein von dieser einzigen Person, sondern ist im selben Atemzug auch all jenen gewidmet, die der Ansicht sind, dass der Mensch sich im Würgegriff der Technik befinde, einem mitunter als liebevoll oder sogar lustvoll gedeuteten Würgegriff zwar, aber eben doch unerbittlich dem, was die Technik uns erlaube oder verbiete, ausgeliefert.
Hervorgetan als Prediger wie Apokalyptiker zugleich hat sich im vergangenen Jahr und soll daher mit einer Nominierung gewürdigt werden:
Ibrahim Evsan – es macht nichts, falls Sie diesen Namen nicht kennen, da dies ja eine stellvertretende Nominierung ist. Nennen wir ihn im Folgenden also:
den Social Media Guru,
und lernen wir aus seinem Beispiel, um andere seiner Art zu erkennen.
Der Social Media Guru war Gründer eines Videoportals. Seit er dort aus der Geschäftsführung ausschied, ist er als „Expert für Social Media“[1] tätig und veröffentlicht demnächst ein Buch mit dem Titel „Der Fixierungscode“.
Die Domain www.fixierungscode.de ist bereits eingerichtet, verlinkt auch unmittelbar weiter auf Amazon.de, wo in das Buch, dessen Autor laut Cover den Namen IbrahimEvsanPunktde trägt, leider noch nicht Einsicht genommen werden kann.
Tu Felix Austria, denn der Social Media Guru war Anfang Oktober zu Besuch[2] in Wien um zu predigen über das Kommen des Fixierungscodes.[3] Diesem Code, der in Maschinen wohnt und sich „wie ein trojanisches Pferd in unser Bewusstsein schleicht“[4] können wir uns nicht entziehen. Er ist in höchstem Maße ansteckend:
„Wenn ich an einer Maschine vorbeigehe,“ so der Guru, „erst dann empfinde ich so eine Fixierung, erst dann will ich wissen, was geht ab [im Social Web, Anm. JH] – aber wenn ich von der Maschine weggehe und schöne Inseln, traumhafte Strände sehe, dann denke ich nicht drüber nach.“ [3]
Wohl dem, der schöne Inseln, traumhafte Strände hat.
Die übrigen jedoch müssen fürchten, durch die Sammelwut, in die der Fixierungscode sie treibt, hochkriminell zu werden, denn weil alles im Netz zum Download steht, muss alles auch herunter geladen werden.
Wer jetzt glaubt, der Guru wolle das Web oder Internet abschaffen, der irrt – das Gegenteil ist der Fall:
„Ich habe Riesenprobleme mit Freunden, die Facebook nicht nutzen“, ließ er uns wissen. „Es ist so, dass einige in der Gesellschaft [die Offliner, Anm. JH] sich immer mehr von mir entfremden.“ [3]
Doch zum Glück gibt es Kräfte, die das Web aufrechterhalten: die „digitalen Supermächte“, „die Großen, die Mächtigen,“ die uns „einfach mal so überrumpelt haben“ sollen, weil sie „ genau wissen, dass die Menschen fixiert sind.“ Und, so der Guru, „diese digitalen Supermächte entwickeln sich immer weiter, werden immer größer.“ [3]
Was kann der Ausweg sein aus diesem Dilemma?
„Ich denke sehr oft drüber nach“, so der Social Media Guru, „mit meinem Team weg zu gehen, [Angebote gibt es], weil hier ist es depressiv. Hier ist doch der Onliner nicht ernst genommen.“ In eine Gegend zieht es ihn, in der gute Ideen auch mit 100 Millionen Venture Capital belohnt werden.
Wenn du die digitalen Supermächte nicht schlagen kannst, so verbünde dich mit ihnen?
Fazit:
Einen Social Media Guru erkennen wir an der Extremität der Aussage:
Die Technik soll uns radikal verkehrt, verdreht, von innen nach außen gekehrt haben und wir können nichts tun als ihr hinterher hecheln – oder aussterben. Verblüffend oft stellen wir dann fest, dass diese Radikalität vor allem ein Verkaufskonzept ist – für das Buch, die Keynote, den Beratungsauftrag.
Geben wir Ibrahim Evsan den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis 2009, als würdigen Stellvertreter für alle jene, die den Übergriff der Technik predigen und gut daran verdienen.
[1] http://www.ibrahimevsan.de/about/
[2] http://www.digitalks.at/digiday09/
[3] http://www.ustream.tv/recorded/2368848 (Video der Wiener Rede)
[4] http://www.ibrahimevsan.de/2008/05/20/der-fixierungs-code
EDIT: Veröffentlicht via Smartphone, Verlinkung wird nachgetragen, danke derweil für die Nutzung von Copy/Paste und Suchmaschinen. Verlinkung ist mittlerweile nachgetragen! Ich war in der Jury des WoLo09, dies ist meine Nominierungsrede. Eine Rückfrage erreichte mich per Twitter über eine anonyme NutzerIn:
@digiom schon ist 1 gewagte aussage. ich hab die nominierungen vorab nirgendwo gefunden. übersehen? gar nicht publiziert? Link
Nein, gab es vorab gar nicht! Wir haben uns bei dem Preis an den Gedanken des internetfreien Lebens gehalten und uns darum auch um Intransparenz bemüht – wer nicht da war, wusste auch nicht wer gerade nominiert wird. Wir haben’s dann aber eh schnell getwittert – @nefrage hat’s ja auch so gefunden und sich sogar zum Rückfragen bei Twitter registriert – solche Förderung der Verbreitung von Internetnutzung war natürlich, wie @nefrage richtig erkannte, nie unser Ziel gewesen:
@digiom da ich nur auf twitter infos gefunden habe und nachfragen wollte, hab ich mich registriert. darum. nicht euer ziel? Link
Nun ja, meine Antworten (Verweis auf Google sowie meine Timeline) haben ihn oder sie nicht so ganz befriedigt:
@digiom ich wollte 1 zusammenfassung, kein 140-zeichen-puzzle. man sollte alte tugenden ob neuer möglichkeiten nicht vergessen
Link
Und ist ja auch so – 140 Zeichen können ganz schön kryptisch sein. Lieber die Finger weg lassen vom Internet! Dann kann man sich nicht fixieren lassen und auch nix plagiieren – Stecker raus! (Meine private Vermutung oder Hoffnung ist ja, dass @nefrage irgend jemand Nominiertes ist, der einen Google Alert auf seinen Namen eingerichtet hatte – das wäre allerdings ein Widerspruch in sich, vor den Gefahren des Internets warnen und seine Services aber emphatisch nutzen, deswegen wird es wohl auch sicher nicht so gewesen sein).
Im nächsten Jahr müssen wir dringend den Österreichischen Internetrat hinzuziehen, der ja auch im Fall „The Concerned Public vs Krone Multimedia GmbH & Co KG“ schon so weise entschloss:
Quod licet iovi, no licet bovi! Was in der Kronen-Zeitung (Print) niemanden interessiert, weil man diese sowieso nur zum Ofenanfeuern verwendet, das wird online schnell zum Bumerang. Was hüben als “Freies Wort” erscheint, das rächt sich drüben. Daher, liebe Kronen-Zeitung: Keine Leserbriefe mehr online veröffentlichen! Nie wieder Medienkonvergenz! Jedenfalls nicht, bevor die Krone ihre Kampagne zur Freiwilligen Ethischen Selbstkontrolle gestartet hat, die sich dann sicher auch auf die Leserschaft auswirken wird.
Über #Wolo09: Dem „Scheiß Internet“, in das sich junge Menschen „verkriechen“, hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Herbst des Jahres 2008 den Kampf erklärt. Wenn das nicht Grund genug ist, nach dem Visionär einen Preis zu benennen, was dann? Das Wiener KünstlerInnen-Kollektiv monochrom hat deshalb den „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ gestiftet. Mehr auf der Seite von monochrom.
Die Grünen Vorwahlen. Nur mit Bauchschmerzen mag ich mich zurück erinnern an die Absurditäten, die sich ereigneten, weil eine Gruppe ParteisympathisantInnen ihre Sympathien zwar in Übereinstimmung mit dem Statut, aber nicht in Übereinstimmungen mit den dominierenden Kräften in der Partei zum Ausdruck brachte. Meine Blogposts dazu habe ich daher vor einiger Zeit schon auf ‘privat’ gesetzt.
Jetzt naht der Tag der Entscheidung – die Landesversammlung, für welche die VorwählerInnen die Trommel rühren wollten. Die vielen gläsernen Wände, die den VorwählerInnen in den Weg geräumt wurden (manche waren auch aus Holz) haben die Sympathie auf ein Maß herunter gedrückt, mit dem die Partei umgehen kann. Von 445 VorwählerInnen, von denen 230 aufgenommen wurden, werden jetzt wie viele kommen? 16 (davon aber: zwei Grüne Mitglieder, ein Kandidat) haben ihreTeilnahme auf Facebook bestätigt. Ich bin dabei – das hab ich mir hart genug verdient!
Ab 8:30 ist Einlass im Austria Center, um 9 geht’s morgen am 15.11. los – weitere Infos unter ichkandidiere.at/landesversammlung/.
Morgen, Samstag, 14.11. um 20 Uhr ist es soweit im Figurentheater Lilarum – der Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten (Hashtag #wolo09) wird verliehen! Eintritt ist frei!
Die OrganisatorInnen im Monochrom-Umfeld haben weder Kosten noch Mühen gescheut um eine Replika des im letzten Jahr gestifteten Preises (der immer für Wolfgang Lorenz reserviert bleibt) zu erstellen – das Ergebnis ist mehr als verblüffend!
Mehr über den Preis (via Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten):
Dem „Scheiß Internet“, in das sich junge Menschen „verkriechen“, hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Herbst des Jahres 2008 den Kampf erklärt. Wenn das nicht Grund genug ist, nach dem Visionär einen Preis zu benennen, was dann? Das Wiener KünstlerInnen-Kollektiv monochrom hat deshalb den „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ gestiftet.
In einer großen Verleihgala am 14. November 2009 um 20 Uhr im Wiener Figurentheater Lilarum werden jene Menschen ausgezeichnet, die im letzten Jahr durch Wort und Tat völlig unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter abgeliefert haben. Ein Lobesschwanengesang auf die kommunikationstechnologiefeindlichsten und kulturpessimistischsten Distinktionsgewinnler! Und -innen!
Die hochkarätige Fachjury, bestehend aus
- Jana Herwig, Medienwissenschaftlerin
- Manfred Bruckner, Wissensmanager, Inhouse GmbH der Wirtschaftskammern Österreich
- Ingrid Brodnig, Journalistin/Falter
- Thomas Thurner, Quartier für digitale Kulturmusste sich zwischen realitätsfremden Leitartiklern, angeblichen Basisdemokratlern und auch sonst allerlei denkwürdigen Meinungen entscheiden.
Im Rahmen der triumphale Abendshow in Wien werden auch diverse Ehrengäste zu Wort kommen:
- Heinz Wittenbrink, Medienwissenschaftler
- Christoph Chorherr, Die Grünen
- Franz Ablinger, Student und Experte
- Andreas Klinger, ein Socialist
- Evelyn Fürlinger, Gesangswunder, Nutzerin
- Roland Gratzer, Mediendrüse
- Max Kossatz, der @karliDer Host: Johannes Grenzfurthner, monochrom
Eine ganze große Freude und Überraschung hat mir Karola Riegler gestern bereitet – von ihrem Besuch auf der All2gethernow (a.k.a. #unkomm) im September brachte sie mir dieses tolle Shirt mit. Solche Leiberl konnte man gleich vor Ort drucken lassen – wow #a2n, wow #unkomm, wow Karola! Danke sehr!
Twitter bildet ab jetzt Retweets ab – auf einigen wenigen Profilen (für kurze Zeit)
Ich mag seit 2007 auf Twitter sein – beim Rollout von neuen Features wie den Trending Topics, den auf dem Profil speicherbaren Suchen, den Listen und jetzt bei der twitterseitig unterstützten Retweetfunktion war ich leider nie unter den ersten, die damit gesegnet wurden;-) Seit dem 5. November verteilt Twitter unterstütztes Retweeting auf einzelne Profile – die erste Person in meinem Twitterstream, die davon berichtete, war Eva Mader aka @neongoldig. Sie war so nett, gleich ein paar Screenshots davon zu machen – ‘my first look at Project Retweet’ (fein, dass ihr Twitter-Wallpaper auch zu meinem Blog passt:-P).
Schaut spannend aus – zum einen werden einem, wie es aussieht, Retweets eigener Tweets durch andere angezeigt (auch wenn man diesen nicht folgt?), Retweets nicht mehr als Post der Person, der man folgt, sondern als Post der Person, die das Originaltweet schrieb angezeigt (drunter steht dann: Retweeted by @username der Person, der man folgt). Und scheinbar kann man Retweets sogar wieder rückgängig machen. Lance Ulanoff von PCmag ist allerdings nicht so begeistert - derzeit kann wohl nur einfach ‘as is’ retweeten, den Tweet aber nicht noch einmal vorher editieren. Mitte August 2009 war Project Retweet angekündigt worden.
Edit [2009-11-11T14:56:05] : Neue Features scheinen stündlich eingebaut von den UserInnen entdeckt zu werden – etwa kann man auch einzelne Personen blocken („Zeig mir keine Retweets von Profil Y“) oder nach Retweets filtern („Deine Retweets, die von anderen, deine geretweeteten Tweets“). Bin mir nicht sicher ob die Richtung stimmt. Insbesondere die Tatsache, dass nur komplette Retweets und keine Kommentare möglich sind, scheint mir das kreative Potenzial der Twitterkollektivs zu begrenzen.
Edit [2009-11-12T08:27:12] : Sapperlot! Und wie Eva Mader berichtet, ist die Retweet-Funktion heute wieder (aus ihrem Profil) verschwunden, siehe fünfter Screenshot. Laut Twitter-Status gab es zu viele Probleme:
We’re working on a few problems related to the ongoing rollout. These should be resolved quickly and it will be back on for those who had the Retweet feature previously. And we’ll then continue the incremental rollout of this feature to everyone.
(Pictures by Eva Mader, @neongoldig)
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- Zee.: Twitter opens up retweets to more users! Have you got’em? (thenextweb.com)
- Hate It Or Love It, Twitter’s New Retweet Style Is Rolling Out (techcrunch.com)
Hiermit bitte ich darum, sich kurz Zeitz zu nehmen für die folgende Petition, die man hier auch gleich unterschreiben kann:
Erstklassige Rechte, statt letztklassiges Gesetz!
Seit vielen Jahren kämpfen Lesben, Schwule und Transgender für die völlige rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung. Vor 20 Jahren führte Dänemark als erstes Land der Welt die Eingetragene Partner_innenschaft ein. Mittlerweile öffnen immer mehr europäische Länder die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Das Konzept des 21. Jahrhunderts muss daher lauten: Völlige Gleichstellung ohne Kompromisse! Wir sind mitten in der Gesellschaft und lassen uns nicht (länger) ins Besenkammerl verbannen!
Der nun in Österreich diskutierte Gesetzesentwurf ist kein Gesetz für Lesben, Schwule und Transgender. Viel mehr ist es ein Gesetz für die heterosexuelle, andere Lebensformen ausgrenzende, Norm der Gesellschaft. Dieses Gesetz ist kein Fortschritt, sondern beinhaltet massive Rückschritte. Es bestehen allein im Justizteil 34 Abweichungen vom Eherecht, zudem wird ein absolutes Verbot der Stiefkindadoption sowie der medizinisch unterstützten Fortpflanzung festgeschrieben. Welche Anpassungen in weiteren Gesetzen folgen werden, ist noch immer nicht bekannt. Feiern dürfen Lesben und Schwule ihre Partner_innenschaften nicht und werden vom Standesamt verbannt.
Uns reicht’s!
Du musst nicht heiraten wollen um für gleiche Rechte zu sein!
Wir fordern am 13. November die rechtliche Gleichstellung ein und rufen zur Kundgebung „Erstklassige Rechte statt ein letztklassiges Gesetz – vollständige Gleichstellung jetzt“, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Wir fordern gleiche Rechte und keine diskriminierenden Sondergesetze. Wir fordern die Bundesregierung auf, zu akzeptieren, dass wir keine Menschen zweiter Klasse sind. Wir fordern Gleichbehandlung und wollen, dass jede Liebe sich selbst feiern kann und jede Liebe die gleichen Rechte und Pflichten in Anspruch nehmen darf.
offizielle Homepage: http://www.erstklassigerechte.at
Petition: http://www.erstklassigerechte.at/news/petition













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