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Alle patriarchalen Jahre wieder: Fade sexistische Weihnachtsmotive (heute: Müllermilch)

11. November 2015

„Moment, wir brauchen noch ein Weihnachtsmotiv für unseren Kunden, Müllermilch!“

„Wie wäre es mit ein paar halbnackerten Frauen, so in sexy Pin-up-Pose? Verführerisch und, haha, süß wie Müllermilch?“

„Klingt gut!“

„Und für Schoko nehmen wir eine rassige Schwarze, für Vanille eine Blondine, oder?“

„Große Klasse, geritzt!“

So oder so ähnlich muss das abgelaufen sein im Sommer bei irgendeiner Agentur, die für Müllermilch arbeitet. Das Ergebnis ist so einfallslos und dumpfbackig, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat  – da will man sich nicht mal mehr zu echter Empörung aufraffen. Schaut selbst:

Details findet man hier. Als Mama mit Erziehungsauftrag habe ich mich zumindest dazu aufgerafft, auch noch ein Mail an Müller zu schreiben – siehe unten. Fader Sexismus ist aber eh Tradition bei Müller, siehe auch die Videobeispiele darunter. Und da süße Milchgetränke nun eh nicht wirklich gesund sind, ist der Verzicht auch kein großer Verlust. Baba, Müllermilch!


Hallo und Grüß Gott,
war das wirklich notwendig, die Weihnachtsedition der Müllermilch-Flaschen
mit halbnackerten Damen zu schmücken? Das alte Schema „Vernasch dieses
Produkt, so wie dich diese Frau einlädt, sie zu vernaschen“ ist doch
wirklich schon so abgedroschen, dass man gar nicht mehr weiß, aus welchem
vergangenen Jahrzehnt, ja Jahrhundert, das nun wieder herausgekrochen ist.
Meinen Kindern werde ich das nicht kaufen, nicht, weil ich sie vor nackter
Haut schützen will, sondern weil weder [für] meine Tochter noch mein[en]
Sohn Frauen mit konsumierbaren Produkten gleichgesetzt werden sollen. Wie
würden Sie die Frage meiner 5-Jährigen beantworten: „Mama, warum hat die
Frau so wenig an?“? Dass Schoko natürlich von einer dunkelhäutigen,
Vanille von einer hellhäutigen geschmückt wird, ist dann nur das
deprimierende Sahnehäubchen auf diesem einfallslosen Sujet. Solange diese
Motive zu sehen sind, kaufe ich jedenfalls keine Müllermilch. Besten Gruß,
Jana Herwig


Videos via @matthiasotto. Und, nein, reverse sexism ist nicht einfallsreich.

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