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Weclome

1. August 2011

Sollte ich jemals von witzigen Menschen eine Fußabstreifmatte geschenkt bekommen sollen, so würde Weclome drauf stehen. Nicht, weil ich notorischer Grammatik-Verweigerer wäre, sondern weil das ein Inside-Joke ist, der mich an meine Zeit in Schottland erinnert. Die schottische Sitcom Still Game, ein Spin-Off der großartigen Chewin‘ The Fat-Sketch-Show, in der es um zwei Pensionisten in einem Glasgower Gemeindebau geht, hatte diesen Türmattenwitz einmal gebracht, sehr verspielt, ein wenig sarkastisch und unheimlich charmant auf den Punkt gebracht. Ich werde gern an meine Zeit in Glasgow erinnert, doch bin ich auch froh, keine all-zu-witzigen Menschen in meinem Freundeskreis zu haben, die mir so einen Abstreifer auch wirklich schenken würden. Den Witz täglich zu sehen wie er mit der Zeit immer mehr und mehr abgenützt wird, es würde mir auf Dauer keine Freude bereiten.

Jana nimmt sich dieser Tage eine kleine Auszeit vom bloggen, und ich kenne kaum eine Person, die diese Auszeit sinnvoller und schöner nutzen darf und kann. Und da wir uns immer wieder zu diversen Anlässen treffen – Windsor-Hochzeiten, TomatengärtnerInnen-Tipps, Pekan-Strudel-Shops testen – schmiedeten wir irgendwann an der Idee, dass ich doch für eine Zeit den Blog übernehmen könnte. Ich blogge nämlich selber nicht, müssen Sie wissen. Nicht aus Prinzip, aber ich komme sonst eigentlich nicht dazu. Denn ich twittere, bin freier Mitarbeiter bei FM4 (Konzertfotografie und Kolumne), mache Fotos just for the hell of it für meine eigene Seite, schreibe Reviews für das Vice Magazin und habe obendrein noch einen wirklichen Job im WUK, wo ich mich um die Pressearbeit der Konzertveranstaltungen kümmere. Eigentlich bin auch Historiker. Da bleibt dann nicht mehr viel Zeit fürs bloggen, so rein generell. Aber mich jucken einige Themen. Und darüber werde ich in den nächsten 3 Monaten an dieser Stelle schreiben. Warum im Fernsehen immer der Filmabspann ausgeblendet wird zum Beispiel.

Ich habe Digiom als kritischen und eigenständigen Blog kennen und schätzen gelernt. Dieses Maxim möchte ich fortführen. Themen wie Netzpolitik und Hacktivism verfolge ich ebenfalls, doch wird mein Output auf diesem Blog spürbar anders sein als jener von Jana. Ich sehe meinen Interessensbereich im (großkotzig gesagt) Kulturwissenschaftlichen Bereich, mit einem starken Einschlag in Richtung Musik. Popkultur. Film, Fotografie, Do-It-Yourself, um nur einen kleinen Vorgeschmack anhand floskelreicher Schlagwörter zu liefern. Google wird aber ein blaues Auge von mir verpasst kriegen, so viel ist sicher.

Um noch ein weiteres Bild zu meinem Medienverständnis zu geben: Ich liebe Zeitungen und Magazine. Der (*hüstel*) Kampf zwischen alten und neuen Medien interessiert mich, Abonnementzahlen von Print und Web verfolge ich wirklich gern (kein Schmäh jetz!) und die Umsetzung von Zeitungscontent auf Apps bereitet mir Dank der Guardian-App ein stündliches 2011er-Vergnügen. Ich liebe Podcasts, und freue mich sehr über FreundInnen, die so etwas selber zu stande bringen. Ich mag nerdige Apps, und ich mag nerdige MusikerInnen, die Musik als solches lieben und irre viel Zeit und Liebe darin investieren.

Und überhaupt: Nerds. Über Hacker möchte ich mich auch äußern, aber eher über jene aus Vorarlberg mit dem Vornamen Michael.

Kurzum: Ich freue mich sehr auf die kommenden drei Monate, und möchte mich bei Jana nochmal volle bedanken. Auf digiom geht es um digitale Lebenswelten, und dort lebe ich auch. Konsumiere, verfasse, denke.

Auch möchte ich mich schon jetzt bei den LeserInnen bedanken, ich hoffe, dass ihr nicht alle abspringt, weil meine Kalauer ein Gräuel sind. I shall be careful. Im Übrigen habe ich nicht vor, über Dinge schreiben, mit denen aufgrund geografischer Tatsachen nur sehr (sprich: viel zu) wenige LeserInnen auch nur irgend etwas anfangen könnten, wie zum Beispiel über schottische TV-Sendungen; damit werde ich niemanden langweilen. Und dafür braucht man mir nicht extra zu danken. You’re weclome!

– Daniel Eberharter, 1. August 2011

11 Kommentare leave one →
  1. 1. August 2011 6:09 pm

    „Warum im Fernsehen immer der Filmabspann ausgeblendet wird zum Beispiel.“
    Dir kann geholfen werden. Charlie Brooker gibt darüber sehr bissig und beißend Auskunft, was es mit den End-Credits bei BBC auf sich hat. Köstlich, köstlich.

    [dran bleiben]
    http://www.youtube.com/user/zthemusic#p/c/85FC2B3C1B1C4F7B/3/D0MRUGvfy58

  2. 1. August 2011 6:32 pm

    ha, sehr gut! danke dir, richard. charlie does raise some very good points, der vergleich mit dem buch lesen ist sehr richtig und schön.

    ich werd den link auch gleich über facebook.com/filmabspann posten😉

  3. 1. August 2011 6:41 pm

    Und natürlich die Diskussionen des Filmabspanns als Paratext des Films, siehe z.B. hier: Paraxtexte in LIteratur, Film, Fernsehen
    http://books.google.com/books?id=Xw4bF_akiT8C

  4. 1. August 2011 6:56 pm

    hoj, da hab ich was zum lesen… spitze. durchs bloggen kommen die leut‘ z’amm!

  5. 1. August 2011 11:28 pm

    Dann herzlich Willkommen. Ich bin schon gespannt, auch wenn ich Jana natürlich vermisse.

    Aber warum nicht über schottische TV-Sendungen schreiben? Würde mich interessieren, ob das so anders ist und ja, warum.

    Ansonsten lasse ich mich einfach überraschen, was du uns bloggen wirst. Immerhin hast du es geschafft, dass ich nach längerer Zeit hier wieder mal kommentiere🙂

  6. 2. August 2011 9:14 am

    @robert +1!

  7. 2. August 2011 10:35 am

    Danke für deine Wllkommensgrüße, Robert! Und gut, dann werde ich mich auch dem schottischen Thema widmen. Österreich und Schottland hat ja eh viel gemein: England bzw. Deutschland als die großen, gemeinen Nachbarn, einen mitunter schwer verständlichen Dialekt (Chewing The Fat musste in England mit Untertitel gezeigt werden, genauso wie Haders/Dorfers Indien auf 3sat mit Einbleindungen läuft), die Küche ist auch ziemlich eigen…..

  8. 2. August 2011 10:54 am

    +1 für dnl und die nerdige Musik!

  9. 2. August 2011 8:35 pm

    bei Artikeln zu Schottland melde ich mich vielleicht auch mal.

    /me lives in Edinburgh

  10. 2. August 2011 10:59 pm

    Nae bother Simone, freu mich drauf!

Trackbacks

  1. Wie man einen Blog verleiht « digiom. studienblog über das leben in und mit digitalen onlinemedien

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