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Heißer Scheiß im Blog: Ein Autogramm der Yes Men! #Gewinnspiel

20. Mai 2011

Gestern waren sie dann hier, die Yes Men (siehe Ankündigungsblogpost), der Hörsaal C1 war bis an die höchsten Ränder gefüllt – geschätzte Besucherzahl: 700 -, und man ließ sich amüsieren, berauschen und motivieren von den Identitätskorrekturen der Yes Men. Yes Man Mike Bonnano erklärte, wo die Yes Men herkommen, zeigte Videos von ausgewählten Aktionen – weiter unten sind einige verlinkt – und beantwortete Fragen. Zu den aufgeworfenen Fragen später noch mehr. Man konnte vor Ort auch für die Yes Men spenden, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen und dafür eine gefakte New York Times vom 4. Juli 2009 erstehen, die nur gute Nachrichten enthielt, z.B. das Ende des Irak-Kriegs verkündete.

Ich habe meine Spende vor Ort hinterlassen und hatte außerdem die Gelegenheit, mich mit Aktivimus-Star Bonnano fotografieren zu lassen – besser als jedes Foto mit dem Hoff oder der Queen. Eine Postkate habe ich mir auch noch unterschreiben lassen (im Bild unten zu sehen): Diese Postkarte verlose ich ich am 1. Juni 2011 unter den Personen, die vor Ort gespendet haben oder glaubhaft versichern, dass sie noch spenden werden UND die hier in den Kommentaren ihren Namen und eine Kontaktmöglichkeit (Email im Emailfeld – für andere nicht sichtbar – oder Twitter/Facebook-Handle) hinterlassen. Verschickt wird die Postkarte innerhalb Österreichs. Wenn keiner kommentiert, lasse ich sie mir fürs Klo rahmen (das ist kein Witz: mein Klo ist voll von Kunst).

Einen Sonderpreis gibt es für den oder die, die erraten, was Mike und ich in dem Foto sagen: ein Eis in der Wiener Fußgängerzone oder ein Bier irgendwo in Wien, Anreisekosten sind selbst zu tragen, Deadline ebenfalls 1. Juni 2011.

Zu dem Abend selbst: Die Frage, die mich am meisten währenddessen bewegte war, wie man sich anstecken lassen könnte von den Aktionen der Yes Men. Die Aktionen der Yes Men sind waghalsig – etwa die Präsentation eines ‚Management Leisure Suits‘ im Namen der World Trade Organisation, inklusive aufblasbarem Überwachungsphallus (s.u.) – noch viel deprimierender sind allerdings die Reaktionen der Zuhörenden: niente. Was im Namen einer Autorität wie der WTO präsentiert wird, wird geschluckt.

Dabei operieren die Yes Men bei weitem nicht nur auf dem Feld des entlarvenden Autoritätsslapsticks: Eingriffe in die Politik, wie die Ankündigung eines Positionswechsels in der Klimapolitik des U.S. Chambers of Commerce auf einer Fake-Pressekonferenz (auf die zwei Wochen später tatsächlich ein Positionswechsel folgte, ob Zufall oder nicht), gehören ebenso dazu.

Einerseits sind die Yes Men eine Inspiration, andererseits – und darauf bezog sich meine letzte, gestern an Bonnano gestellte Frage – lassen sie sich auch konsumieren, Widerständigkeit, der Duft der Revolution, von der Bonnano gestern mehrfach sprach, lässt sich konsumieren: Yes Men, find ich gut, zu den Yes Men, da geh ich gerne hin. Damit soll jetzt nicht der Verdienst der Yes Men geschmälert werden, die Frage geht eher in die andere Richtung: Delegieren wir das Aufdecken der Dinge, die zum Himmel stinken, nur allzugerne einer Prankster-Trickster-Gruppe wie den Yes Men? Im Anschluss an meine Frage gab es dann gestern noch Zeit für anwesende Personen, ihre aktuellen Aktivitäten vorzustellen. Einerseits meldete sich jemand von Attac – vom 1. bis 5. Juni bietet diese eine AKtionsakademie an -, jemand anderes wies auf die ÖH-Wahlen hin, über Twitter rief @porrporr zu einer Soli-Aktion für AktivistInnen in Spanien auf.

Was kann man tun? Mit der öffentlichen Wahrnehmung von Problemem und Unwahrheiten so virtuos zu spielen wie die Yes Men erfordert einigen Mut und einige Übung. Immerhin kann man die Yes Men dabei unterstützen, spenden oder die Aktivitäten des Yes Labs – ebenfalls einer Art Aktvismusakademie – verfolgen.

4 Kommentare leave one →
  1. 20. Mai 2011 11:27 am

    Coolio, die Yes Men. Da gehört schon ein gehörige Portion Chuzpe dazu. By the way, was ist eine „Soli-Aktion“? #rätselt

  2. 20. Mai 2011 12:16 pm

    zu dem, was die yes men machen oder zu einem yes men gewinnspiel? .)

    soli = solidarität

  3. Alwin permalink
    21. Mai 2011 2:18 pm

    Mmhh, hat ungefähr den revolutionären Charme eines Ché Stickers…
    Die Bildungsunterschichten werden kaum tangiert und die „Bildungseliten“ lächeln nur müde über solche Platitüden…

  4. 21. Mai 2011 5:17 pm

    @Alwin In Zukunft werde ich Umfragen an jedes Blogpost dran heften um zu erfassen, welchen Bildungshintergrund die Leserschaft hat und dies hier visualisieren… nein, wirklich, selten so ne Plattitüde gelesen, da runzle ich nur müde mit den Arschfalten. Bildungselitär.

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