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Oh, ich bin plagiiert worden (aber nur kurz)

22. März 2011

Und zwar so guttenbergmäßig, mit Zufügen eigener Passagen. Tobias Schulz – Linux Szene, Gründer des FreeHal-Projekts – fand meinen jüngsten Anonymous-Beitrag (Warnung vor der blinden Hetzjagd auf Anonymous) so gut, dass er ihn zu Gänze kopiert und weitergestrickt hat. Folgender Absatz, fand er, soll noch hinzugefügt werden:

Auch wenn es für viele Menschen nicht nachvollziehbar zu sein scheint: die besten Hacker, Programmierer, Informatiker sind Minderjährige oder junge Erwachsene, weil sie als “Digital Natives” mit Computern aufgewachsen sind.

Danke für den Vorschlag! Backlink und Namensnennung hätte ich natürlich noch besser gefunden, Passagen wie „(meine Hervorhebung)“ hätten korrekterweise „(Janas Hervorhebung)“ heißen müssen. Die Blogosphäre ist natürlich keine Doktorarbeit, insofern bietet sich da in Reaktion nicht viel mehr an als ein Kommentar am Plagiatsblog (noch nicht freigeschalten) und ein Blogpost in Reaktion (dieses hier). Möglicherweise ist diese Übernahme aber nur ein handwerkliches Versehen gewesen bzw. Tobias Schultz‘ Beitrag zur Reform von Patent- und Urheberrecht, wofür er sich laut Blog-About ja stark machen will.

EDIT: Ah ja, hier der Link zur Kopie, aber lest es lieber bei mir! Mit Bildchen!

EDIT: Hat sich erledigt! Dank an Tobias Schulz fürs Löschen und den Redirect von seiner Artikel-URL auf meinen Artikel.

28 Kommentare leave one →
  1. Max Hartmann permalink
    22. März 2011 10:28 am

    Ich kann mir das Grinsen nur schwer verkneifen und denke, da ist eine ordentliche Entschuldigung fällig.

  2. 22. März 2011 10:33 am

    Das ist schon sehr sehr dreist. Verstehe einfach nicht, wie man so etwas machen kann. Wie wurdest du darauf aufmerksam? Durch einen Trackback?

  3. 22. März 2011 10:36 am

    tss…sehr frech und patschert.

  4. 22. März 2011 10:36 am

    auch eine form von flattery ;))

  5. 22. März 2011 10:46 am

    Gemerkt hab ich’s, weil ich in dem kopierten Blogpost auf ein anderes Blogpost von mir verwiesen hatte – den Verweis hat er mitkopiert und der schien dann als Trackback auf. Werde ich mir als Methode zum Plagiatsschutz merken;-)

    @Nic_ko yup, darum auch dieses Tongue-in-Cheek Blogpost. Eine Ergänzung meines Namens und Umschrift als Leseempfehlung (statt Kopie des ganzen Posts) fänd‘ ich natürlich trotzdem gut.

  6. 22. März 2011 11:31 am

    Haha. Das ist ja wahrlich genial. Ich bin wirklich stolz auf dich, Jana. Ich meine, wer den Blogbeitrag eines anderen „kopiert“ und so tut, als hätte er oder sie es geschrieben, der adelt den Originalschöpfer. Analog in der Literatur, als die gute Hegemann in ihrer jugendlichen Naivität sich auch an anderer Stelle bediente.

    Na, dem guten Mann sollte man jedenfalls mal die Ohren langziehen. Ich schätze, das könnte helfen😉

  7. andreposenau permalink
    22. März 2011 11:58 am

    Sehr frech!

  8. 22. März 2011 12:17 pm

    shame on him😉
    vielleicht sollte man ihm was zum Lesen geben: „der Guttenberg in dir“
    http://bit.ly/Guttenberg_inDir

  9. 22. März 2011 12:19 pm

    Artikel ist mittlerweile gelöscht, die URL seines Blogartikels leitet auf meinen weiter!

    @Christoph Thx!

  10. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 12:23 pm

    Eine Anmerkung: es ist alles andere als „frech“, einen solchen Text an anderer Stelle zu veröffentlichen. Er kommentiert das Nachrichtengeschehen, ist als rien informativ, und ich ziehe nicht den geringsten Vorteil daraus. Es ist vielmehr frech, das Verbreiten eines rein informativen Textes mit Prüfungsbetrug a la Guttenberg gleichzusetzen. Gegen eine höfliche Bitte, den Text als Zitat zu kennzeichnen, habe ich nichts – aber ich habe mich für nichts zu entschuldigen, da sind einige hier bei mir an den Falschen geraten.

  11. 22. März 2011 12:33 pm

    Welcome to http://zombo.com

  12. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 12:38 pm

    Sehr qualifizierte Antwort.

  13. 22. März 2011 12:56 pm

    Ja, ich denke, es ist hier alles gesagt.

  14. 22. März 2011 12:59 pm

    Kopieren, auffliegen und dann die Klappe aufreissen. Meine Lieblingskombination. /not

    Wie wär’s mit: Zitate prinzipiell als solche kennzeichnen, ohne extra darauf aufmerksam gemacht zu werden? Man soll eine „höfliche Bitte“ schicken, um nicht link- und quellenlos kopiert zu werden? Jana war noch viel zu freundlich.

  15. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 1:10 pm

    Die Kommentare unter einem Artikel richten sich ja nicht nur an den Autor des Artikels, sondern auch an die vorherigen Kommentare. Meine Kommentare hier sind nicht nur an Jana gerichtet, sondern auch an alle anderen, die sich anmaßen, über mich zu urteilen.

    Ich habe keinen Prüfungsbetrug begangen, sondern einen Artikel weiter verbreitet – es ist daher eine Frechheit, mich als frech zu bezeichnen und mit Guttenberg zu vergleichen. Das Verwerfliche an Guttenberg war nicht seine abgeschriebene Arbeit, sondern die Tatsache, dass es ohne eigene Leistung einen Doktortitel getragen hat. Ich reiße nicht die Klappe auf, sondern bin anscheinend einer von wenigen, die logisch denken können.

  16. 22. März 2011 1:17 pm

    Mein Mitgefühl. Ist mir vor Jahren mit einer Übersetzung einer Interviewfolge für den Elektrischen Reporter auch passiert. War zwar Commonsdings aber wenigstens ein Link wäre angebracht gewesen. Nix. Der junge Mann cut+pastete das in einem Layout und Intro als ob das seine Leistung gewesen wäre. Darauf angesprochen kam eine pseudotheoretische Rationalisierung ohnegleichen (Wir sind die Jongen, Zukunft, bla Dingens…) und eine ähnliche technische Lösung wie hier. Das alles hätte lediglich Unterhaltungswert, wenn nicht ein System dahinterstünde das nach Wiederholung schreit und meist auch genügend lange durchgehalten in der real existierenden Aufmerksamkeitsökonomie Erfolg verspricht…

  17. 22. März 2011 1:19 pm

    @Tobias: Ein Text besteht nicht nur aus Buchstaben, nicht nur aus „purer Information“, der oder die Autorin gehört dazu. In der Wissenschaft, um die Kohärenz des Wissenssystems zu wahren, in der Blogosphäre, um z.B. eine weitere Diskussion zu ermöglichen. Insofern hast du nicht meinen Artikel weiter verbreitet, sondern du hast ihn in einer Weise veröffentlicht, in der du dir die Autorenschaft angemaßt hast. Da gibt es gar nichts drüber zu diskutieren. Jetzt versuchen, den Spieß umzudrehen, als ob der ironische Vergleich mit Guttenberg die eigentliche Frechheit wäre, ist lächerlich. Nuff said.

    Edit: Thx, Siggi!

  18. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 1:23 pm

    In einer modernen Informationsgesellschaft muss die Information frei sein. Funktioniert übrigens bei Open-Source-Software hervorragend. Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Dem „Nuff said“ schließe ich mich an.

  19. 22. März 2011 1:45 pm

    Herr Schulz, Sie haben ein sehr interessantes Weltbild, geht es doch nicht um Wissenschaft oder Nicht-Wissenschaft, um Freiheit oder Knechtschaft von Information – sondern um basale Regeln zwischenmenschlichen Verhaltens. Ist Höflichkeit und Wertschätzung so schwer? Gerade wenn Sie sich auf die Open-Source-Bewegung berufen, so dünkt mich, dass das dort durchaus geschätzte Grundwerte sind…
    MfG,
    n.

  20. 22. März 2011 1:54 pm

    Anschließend Glückwunsch noch zum mutmaßlich besten Traffic, den deine About-Seite je hatte, Tobias. Weil ich so kohärent (mehr als höflich) bin und einen Link auf sie gesetzt habe. Sogar FreeHal hat einige Referrer-Links abbekommen. Gerade als Open Source Befürworter wirst du wissen, wie wichtig eine kohärente Dokumentation für die Weiterentwicklung eines Projekts ist.

    (Schlimm, wenn man nicht zu Fehlern stehen kann und sich in der Verteidigung ins Hanebüchene versteigt.)

  21. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 2:19 pm

    Es ist schon erschreckend, wie sehr manche Menschen dazu neigen, das etablierte Weltbild der jeweiligen Gesellschaft zu übernehmen, ohne sich über Sinn und Unsinn Gedanken zu machen. Ihr segelt nur nach dem Winde, den andere machen. Kein einziges dieser Moralapostel-Argumente bringt die Welt voran.

  22. 22. März 2011 2:24 pm

    au cool! umkehrschluss: unmoralisches handeln sichert fortschritt. Q.E.D.😉
    hier endet meine troll-fütterung.

  23. Tobias Schulz permalink
    22. März 2011 2:33 pm

    Ah gut, immer schön vernünftig handeln. Nur schade, dass dir diese Erkenntnis erst jetzt kommt. Also, bis dann.

  24. 22. März 2011 4:04 pm

    Wow, so viele so lange Kommentare. Da wäre sich glatt ein eigener Blogbeitrag ausgegangen, bei der Arbeit…😉

  25. 22. März 2011 6:00 pm

    @Michael wohl wahr. Vielleicht macht er das in der Zukunft.

  26. 23. März 2011 8:29 am

    einen fremden text als den eigenen ausgeben und dann den kritikern dieses vorgehens entgegenzuhalten, sie wären noch nicht im wirklichen medienzeitalter angekommen und würden noch nach alten maßstäben denken.

    lieber herr schulz, Sie unterreflektieren – ich kanns nicht anders sagen: hammermäßig – das verhältnis zwischen recht auf freie information und den share-gedanken mit moralischen prinzipien. ersteres wurde durch das web erfunden/gefördert/ist explodiert, zweitere gelten nach wie vor. einen fremden text als den eigenen ausgeben bedeutet, sich mit fremden federn zu schmücken und den eigentlichen autor zu beleidigen. wenn’s Ihnen wirklich um den info-share-gedanken gegangen wäre… das geht auch unter einhaltung der moralischen standards. wird jeden tag millionenfach von millionen menschen im internet so gehandhabt.

    diese moralischen standards aber zu unterbieten und dann mit einem kontextfremden argument zu verteidigen… das erinnert mich wieder an meine grundüberzeugung: es bräuchte mehr philosophieunterricht in der grundschule, damit mehr menschen gedankenwege stringent halten.

  27. 23. März 2011 8:45 am

    @Tobias Schulz: Ich bitte dich, das kann doch nicht dein Ernst sein! Natürlich ist das frech. Auch hier mit tollen Argumenten wie z. B.

    „Eine Anmerkung: es ist alles andere als „frech“, einen solchen Text an anderer Stelle zu veröffentlichen. Er kommentiert das Nachrichtengeschehen, ist als rien informativ, und ich ziehe nicht den geringsten Vorteil daraus. “

    Natürlich ziehst du einen Vorteil daraus, du hast minimal Klicks auf deiner Seite und Leser denken, du hast dich mit der Thematik auseinandergesetzt. Und dann noch

    „Gegen eine höfliche Bitte, den Text als Zitat zu kennzeichnen, habe ich nichts – aber ich habe mich für nichts zu entschuldigen, da sind einige hier bei mir an den Falschen geraten.“ zu schreiben ist der absolute Wahnsinn.

    Eine höfliche Bitte? Aber ich setze mal einen Blog auf und kopiere sämtliche deiner Texte da rein, mal sehen wie du reagierst. Sei froh, dass du nicht an die Falschen geraten bist.

    Wenn es vollkommen korrekt von dir war, warum ist die ganze Sache nun gelöscht?

  28. 23. März 2011 9:49 am

    .
    @dyrnberg Niemals ein Argument konsequent durcharbeiten, in jeder Antwort eine neue Front aufreißen ist meiner Beobachtung nach eine beliebte Trollstrategie. Letztlich denke ich aber: Tobias Schulz ist jung, neigt zu dem Alter entsprechender Überschätzung der Radikalität seiner Gedanken, nimmt diese zur Profilierung aber für sich in Anspruch. Gelöscht hat er den Artikel ja, aber das Kopieren kann er nicht als Fehler eingestehen, weil dann wäre er nicht so radikal wie er glaubt („der einzige, der hier logisch denken kann“). Nun ja, in fü f Jahren ist diese Sache ein Fall für den Online- Reputation Manager.

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