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Medien/Wissenschaft im Web (Woche 34/2010)

29. August 2010

Heute mit einer Blogdiskussion zu Theater & Medien, einem Tagungsbericht zur Aufmerksamkeitsökonomie, einer Medienreflexion als Kurzfilm, einer Blogempfehlung, einem gratis Buchdownload, einer Buchsprechung und dem Snippet und dem Bild der Woche.
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Blogdiskussion: Theater und Medien – wie passt das zusammen?
Auf dem Blog „Das Dispositiv“ des Studiengangs Theater und Medien der Unversität Bayreuth wird von Katharina Wedler eine implizit immer vorhandene Frage von Fächern wie Theater-, Film- und Medienwissenschaft bzw. Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft diskutiert:

Trotz des vielversprechenden Titels „Theater und Medien“ bleibt bei mir die Frage nach dem UND bestehen. Wo genau findet denn dieser Austausch statt? Was verspricht sich der Studiengang „Theater und Medien“ von sich? Möchte man Theater und Medien überhaupt verbinden? Oder gönnen wir uns noch mal drei Jahre intensiver Suche nach den eigenen Stärken, um herauszufinden, ob wir nun mehr Theater oder mehr Medien sind? Denn nur die wenigsten wagen sich an eine Verbindung beider Elemente …

Wie Wedler berichtet, waren in Bayreuth u.a. der Radiotheretiker Wolfgang Hagen und Jeremy Bernstein (von Max/MSP, einer visuellen Programmierumgebung, die es einem ermöglicht, Dateninput in allerhand Output zu verwandeln und von vielen MedienkünstlerInnen genutzt wird) bei einer Veranstaltung (Creative Coding) zu Besuch. Höllisch spannendes Programm – ähnlich wie hier beim Cyberlab im Festspielhaus St. Pölten, wo Bernstein ebenfalls vortrug und ähnlich wie dort scheint auch der Zulauf von Studierenden bei Creative Coding ungerechtfertigterweise nur sehr gering ausgefallen zu sein. Oder liegt es insgeheim doch an den neuen curricularisierten Studiengängen? Kann man sich einfach nicht mehr die Zeit nehmen, im Studium abzuschweifen bzw. hat man vergessen, Raum dafür in den Curricula zu schaffen? Interessant ist auch das (wahrgenommene) Verhältnis von Theorie (=Theater) und Praxis (=Medien) – umgekehrte Wahrnehmungen (Medientheorie versus Analyse von Theaterpraxis, freilich mit einem anderen Theorie-Praxis-Verständnis, kann man in anderen Kontexten ebenso beobachten.
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Aufmerksamkeitsökonomie: Tagungsbericht
Vom Nutzen der Aufmerksamkeitsökonomie für die Kommunikationswissenschaft. Bericht über die 5. Tagung der FG Computervermittelte Kommunikation, von Klaus Beck, Leipzig & Wolfgang Schweiger, München

„Attention please!“ Unter dieser aufmerksamkeitsheischenden Überschrift fand die fünfte Tagung der Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation der DGPuK vom 3. bis 4. No- vember 2000 am Institut für Kommunikationswissenschaft (ZW) der Universität München statt. Die ca. 30 Teilnehmer diskutierten – angeregt durch Georg Francks Entwurf einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ – über die theoretische Tragfähigkeit des Ansatzes und seine Relevanz für die Onlinekommunikation. Neben kommunikationspsychologischen und – soziologischen Gesichtspunkten standen vor allem Medienökonomie und Kommunikatorforschung im Mittelpunkt der insgesamt neun Vorträge, die zuvor von einem Reviewkomitee ausgewählt worden waren

Zur Downloadseite des Berichts
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Medienreflexion: Josh Schaubs „Logged in“
Ein hübscher Kurzfilm auf Vimeo, der kleine Episoden aus dem Leben in Facebookgerechte Häppchen zerlegt. Das Leben als Facebook als Film.

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Blogempfehlung: Medienblick Bonn
Und nach dem Trierer Medienblog und dem „Dispositiv“ der Uni Bayreuth noch ein an einer Universität gehosteter und in diesem Fall aussschließlich von Studierenden gepflegter Blog (ok, im Titel noch geadelt als „studentisches Medienmagazin“, aber es ist umgekehrt chronologisch gegliedert, hat einen RSS-Feed, man kann auch ohne Login kommentieren – nur Tags fehlen, dafür gibt es Kategorien wie „Blick des Tages“, wo ich auch Josh Schaubs Video (s.o.) gefunden habe)
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Buchdownload: Grundlagen der Medienwissenschaft
Ein trotz des Titels, aber mit Rücksicht auf die deutschsprachige disziplinäre Landschaft vermutlich eher für Publizistik- und KommunikationswissenschafterInnen geeignetes Buch gibt es derzeit als Gratis-PDF-Download auf PaperC, einem E-Book-Anbieter aus Leipzig: Jakob F. Dittmars „Grundlagen der Medienwissenschaft„. Hintergrund der aktuellen Veröffentlichung: Der Universitätsverlag der TU Berlin hat PaperC gleich vier Reihen mit derzeit 50 Titeln zur Verfügung gestellt, u.a. auch die Reihe „Medienwissenschaft“.
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Buchbesprechung: Doing City
Renate Möhrmann, Emerita des Instituts für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Uni Köln, bespricht Silke Roeslers: Doing City. New York im Spannungsfeld medialer Praktiken, Marburg (Schüren) 2010.

Die methodische Leitlinie orientiert sich an dem die Cultural Studies derzeit prägenden ‚topographical turn’. Mit dem programmatischen Titel Doing City begreift die Autorin Stadtentstehung als eine Operation, als einen Prozess, also als etwas höchst Dynamisches. Sie überprüft, ob und inwiefern mediale Praktiken das Phänomen Stadt nicht nur sichtbar und lesbar machen, sondern die Stadt geradezu entstehen lassen.

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Snippet der Woche: „Masking Cults“, aus: Elizabeth Isichei, „Powers Embodied: The Medium and the Mask“, in: dies: The Religious Traditions of Africa: A History, 2004.

Masking societies are secret male organizations […]. In many cultures, initiation into the mask society is an essential part of the adolescent boys‘ rite of passage, so that all male adults are members, at least in theory […]. The major emphasis of [female] spirit possession cults is therapeutic, but masking’s many functions do not include healing. They do include the exercise of male power and various forms of social conrol, whether over the youthful initiates or those the maskers perceive as deviant. […] (S. 256)

Bild links: Eins der ‚Signets‘ von Anonymous, jener kollektiven Identität, die sich im Umfeld von 4chan herausgebildet hat, und die man als Mask Society des Webzeitalters lesen kann. „We are Anonymous. We are Legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us.“
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Bild der Woche: Bread dog

Better than Monorail Cat. Quelle: 4chan.org (enter URL at own risk)

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