Skip to content

Cyberlab St. Pölten! Symposium, LAN-Party, Kunstlabor

19. Februar 2010

Das klingt als würde es eine spannende Sache werden: Vom 6. bis 14. März findet am Festspielhaus St. Pölten die Veranstaltungsreihe Cyberlab 2010 statt, bei der drei Komponenten – Symposium, LAN-Party und Kunstlabor – zusammenkommen.

Es beginnt am Samstag den 6. März mit dem Symposium „Aktantennetzwerke. Zwischen künstlicher Kunst und menschlicher Kunst„, bei dem z.B. Christian Kassung und Claus Pius eben dieses Thema in einer Diskussion erörtern (ich hoffe es wird gestreamt und aufgezeichnet, denn ich kann erst am Sonntag vorbeischauen!).

Außerdem gibt es Vorträge zu Künstlicher Kunst, Digitaler Ästhetik, Software als Service – Kunst als Service, zu LAN-Partys und deren Bedeutung innerhalb der Gaming- & Netzkultur in Österreich, zu Theatergeschichte(n) des Computers, u.v.m. Details findet man im Cyberlab Folder.

Die Lab-Performances schließen sich an von 8. bis 13. März – ich nehme an, dass ich mich da auch zwischendurch nochmal nach St. P werde begeben müssen. Beschrieben wird es wie folgt:

Eine Woche lang untersuchen vier Künstler die Beziehungen zwischen Mensch und Computer – zwischen Realität und Virtualität. Jeder hat ein eigenes Spezialgebiet bzw. einen eigenen Zugang. Dominik Busch (Berlin) erprobt in seiner Arbeit u. a. ein multimediales Tool zur Generierung von Mustern, in das der Benutzer zugleich eingreifen kann. Louis Philippe Demers (Singapur) entwirft und realisiert Roboter, die als eigene, selbst gesteuerte Welt der Maschinen existieren. Georg Hobmeier (Österreich) vernetzt sich mit Maschinen auf der Grundlage von elektrischen Impulsen so, dass diese ihn steuern. Victor Morales (New York) entwirft und steuert Avatare (virtuelle Kreaturen). Dabei nutzt er Mutationen und Fehler in Programmierungssystemen, für ihn ein Beweis für eigenständiges maschinelles Leben. Die Laborsituation wird mit Präsentationen auch für interessierte Zuschauer geöffnet.

Genaue Termine konnte ich dem Folder nicht entnehmen, das Progamm des Festspielhaushauses notiert am Dienstag (9.3.) und Donnerstag (10.3.) jeweils um 10 Uhr: „Lecture Performances speziell für Kinder und Jugendliche. CyberLab2010„, sowie jeweils am 12. und 13. März um 19:30 Uhr: „daten-fluchten. codes and worlds. Mitwirkende Louis Philippe Demers (Medienkünstler Robotik), Dominik Busch (Medienkünstler), Georg Hobmeier (Tänzer, Performer), Victor Morales (Video Game Modifier)

Am 13. März schließt sich noch folgende Podiumsdiskussion an: „Computerspiele als neue Kulturform?“ Mit dabei sind u.a. Herbert Rosenstingl (Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen – welche auch die Präsentation unser aller Ausstellung „Games don’t kill“ unterstützte), Michael Wagner (Spieleforscher und Professor für Technologieunterstütztes Lernen, Donau Uni Krems) und Peter Purgathofer, (Professor am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung, TU Wien), um 16:00 Uhr im Café Publik

Die LAN-Party findet dann vom 12. bis 14. März statt. Ich bin mir nicht sicher, ob sich GamerInnen der Darstellung im Folder anschließen würden – diese scheint mir vor allem eine von außen vorgenommene Konstruktion einer Experimentalsituation zu sein, die für erfahrene GamerInnen wohl eher ‚besonderer Alltag‘ ist:

250 Menschen zwischen 15 und 35 spielen gemeinsam Computerspiele. 48 Stunden lang wird kaum gegessen oder getrunken. Der physische Körper tritt in den Hintergrund, stattdessen übernimmt die virtuelle Spiel figur in den Computerspielen die Regie über die Bedürfnis- strukturen der SpielerInnen. Die Virtualität dominiert die Realität, der Computer reguliert den Menschen. […] Für spontan Interessierte stehen einige Computerstationen bereit, um kurzzeitig in die Spielwelten der Jugendlichen einzusteigen

Nichts gegessen und getrunken? Hm. Ich hoffe, das heißt nicht, Essen und Trinken wird verknappt:) Und der Regulation durch die Interaktionspräformation durch ‚den Computer‘ stehen all die User-Controls gegenüber, ohne deren Betätigung mal gar nichts passieren würde und Games fallen auch nicht vom Himmel, sondern sind so menschgemacht wie Romane auch. Anmelden zur LAN-Party kann man sich hier, 1000 Euro Preisgeld gibt es zu gewinnen (von einer ALtersbeschränkung bis 35 steht da übrigens zum Glück nichts, Jugendlicher unter 16 brauchen die Einverständniserklärung der Eltern, weshalb anzunehmen ist, dass die Angabe 15 bis 35 sich eher auch die aktuelle Feuilleton-Deutung des Teenager, von der Pubertät bis zur Post-Adoleszenz bezieht). Und: Die LAN-Party twittert auch.

Freue mich drauf – und wünsche mir beim nächsten Mal mehr Frauen – neben Martina Leeker von der Theaterwissenschaft Bayreuth und Irina Kaldrack von der Mathematik und Theaterwissenschaft, derzeit Uni Paderborn – am Programm zu sehen (z.B. Susanne Rabler von der Gruppe Internetforschung, die derzeit am IHS zu MMOGs forscht).

3 Kommentare leave one →
  1. 19. Februar 2010 11:55 am

    Aber hört sich interessant an. Find ich gut, dass das Thema wird. Und eine LAN-Party wär schon auch Mal wieder nett … Außerdem finde ich’s echt geil, dass für so viele österreichischen LANs noch die Organice.IT-Plattform verwendet wird!😉

    Die Darstellung im Folder liest sich so, als hätte sie jemand geschrieben, der noch nie auf eine LAN-Party war, sich nicht wirklich informiert hat und das ganze krampfhaft in eine pseudo-wissenschaftliche Erklärung gepackt hat …😦

  2. 19. Februar 2010 12:16 pm

    @Florian Ja, so in etwa meinte ich das, wobei solche Darstellungen in der Wissenschaft recht häufig zu finden sind. Kann mich an einen Vortrag auf der Association of Internet-Researcher über ‚Dichotomous Bodies‘ erinnern -> die angeblich getrennten Körper waren mal wieder der physische und der an die Spielfigur angeheftete, imaginäre (ich bin da immer eindeutig auf der Seite Merleau-Pontys und des leiblichen Subjekts der Wahrnehmung, dass solche Trennungen obsolet macht).

    Ich wünschte ich hätte Gaming Skills genug, um bei der LAN-PArty mitzumachen. Ist die Organice-Plattform Urgestein? Sagt mir nichts.

    Und noch ein Nachtrag zum In den Hintergrund treten des Körpers: Ich könnte mir vorstellen, dass so ein LAN-Party-Raum spätestens um 2 Uhr nachts wie ein Puma-Käfig riecht. Was sind deine Erfahrungen?

Trackbacks

  1. Medien/Wissenschaft im Web (Woche 34/2010) « digiom. studienblog über das leben in und mit digitalen onlinemedien

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: