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Dziga Vertov als protodigitaler Filmemacher – Konferenz „Digital Formalism“ Mitte Jänner in Wien

4. Januar 2010

Dank der analytischen und rhythmischen Entschlossenheit, mit der Dziga Vertov (1896-1954) die äußere, visuelle Realität zerlegt und neu orchestriert, sind seine Filme, allen voran der ‚Man with a Movie Camera‘ (1929), bis heute von einer mitreißenden Frische, die – behaupte ich – Körper und Geist instantan belebt. Dem Versuch, Vertovs Vorgehen aufgrund der Kraft seiner Montage als protodigitale Geste zu deuten, geht die Abschlusskonferenz des Forschungsprojekts „Digital Formalism: The Vienna Vertov Collection“ nach, die vom 14. bis 16. Jänner in Wien stattfindet.

Vortragende sind u.a.:

  • Lev Manovich, Autor u.a. von „The Language of New Media“ (indem er Vertov bereits als Vorfahren digitaler Verfahren diskutiert: „And this is why Vertov’s film has particular relevance to new media. It proves that it is possible to turn ‚effects‘ into a meaningful artistic language.“, S. 12) und „Software Takes Command„. In letzter Sekunde konnte er noch als Redner gewonnen werden und wird daher auf den Plakaten noch nicht genannt. Vortrag am 15.1.2010, 16:30, Aula Altes AKH, Spitalgasse 2, Titel: „Visualization Methods for Film and Media Studies“
  • Annette Michelson, Mitgründerin des MIT Journals October, eine der Grandes Dames der Vertov-Forschung und Robert Morris-Expertin, Professor Emeritus der Tisch School of the Arts at NYU, Vortrag am 15.1.2010, 15:30, Aula Altes AKH, Spitalgasse 2, Titel: „Replacing Vertov“
  • John MacKay, Autor u.a. von Inscription and Modernity: From Wordsworth to Mandelstam (2006), Four Russian Serf Narratives (2009) und Dziga Vertov: Life and Work (im Erscheinen). Professor für Slavische Sprachen, Literatur und Filmwissenschaft an der Yale University, Vortrag am 14.1.2010, 15:30, Österreichisches Filmmuseum, Augustnerstraße 1, Titel: „Arbeit und Rhythmus: Vertov’s Musicalizing of Labor „

Bislang (leider) unüblich ist die Zusammenstellung des Projektteams aus FilmwissenschaftlerInnen, InformatikerInnen und ArchivarInnen, unter Beteiligung des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Uni Wien, der Interactive Media Systems Group am Institute of Software Technology & Interactive Systems der TU Wien sowie des Österreichischen Filmmuseums.

Besonders gespannt bin ich daher auf den Vortrag von Stavros Alifragkis und Francois Penz (Cambridge): „Dziga Vertov’s ‚Man with the Movie Camera‘: Thoughts on the Computation of Style and Narrative Structure“ am 16.1.2010, 10:00, Aula Altes AKH, Spitalgasse 2, denn hie wird es ganz konkret um die Entwicklung und Anwendung von Ontologien (im IT-Sinne) zur computergestützten Filmanalyse gehen.

Eine Teilnahmegebühr wird im übrigen nicht erhoben (Dank an den WWTF, der das Projekt förderte), mehr über das Projekt und das komplette Konferenzprogramm erfährt man auf der Website digitalformalism.org.

Den Programmfolder (mit Manovich-Nennung) kann man auf der hier folgenden Seite herunterladen.

EDIT: Hier ist noch ein zusammenfassendes Post zum Vortrag Manovichs, Info-Eye – Taxonomy of visualizations for humanities, und Konferenzeindrücke kann man hier gewinnen: digitalformalism.posterous.com

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