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Kommunikation auf Augenhöhe beim Falter

25. November 2009

Ich habe ja kein Falterabo, im Gegensatz zu vermutlich der Häfte der regelmäßig das Museumsquartier besuchenden Menschen Wiens, und ich freue mich, dass Menschen mir dennoch zutragen, was sich dort ereignet, bevor ich den Falter selbst erwerbe. Nur der Chronologie halber sei hier berichtet, was im Falter Nr. 48/09 vom 25.11.2009 in der Rubrik ‚Falter & Meinung‘ zu lesen war.

FM4-Moderator Martin Blumenau, so schrieb man im Falter auf Seite 4, habe in seinem Journal am 18.11. in einem Blog-Eintrag die „Ehrenrettung eines Holzmedien-Opfers“ übernommen. Blumenau bezöge sich dabei auf eine Falter-Meldung , welche an dortiger Stelle (also im Heft 47/09) von der Verleihung des Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreises berichtet hätte.

Der FM4-Moderator, so der Falter (48/09), habe durch die ironische Formulierung, dass Falter-Redakteurin und Jurymitglied Ingrid Brodnig „mit letzter Kraft verhindert“ hätte (Falter-Meldung 47/09), dass Chefredakteur Armin Thurnher „abgepreist wurde“ (Falter-Meldung 47/09), die journalistische Kompetenz der Autorin diskreditiert gesehen.

Zweierlei Wettspielchen habe ich diese Woche gegen mich selbst gespielt.

Erste Wette: Würde der Falter, das alte Holzmeerschwein, reagieren? Ich war mir nicht sicher – Tendenz zu nein, aber hier irrte ich mich. Auch Holzmeerschweinchen lassen keinen Stimulus vorüberziehn!

Zweite Wette: Wenn der Falter reagieren würde, worauf würde er sich beziehen – auf die Stimme des FM4 Moderators Blumenau, oder würde er auch Stimmen aus der Blogosphäre ( z.B. meine) einbeziehen? Hier war ich mir sicher: Der Falter (als Blatt, nicht bezogen auf einzelne RedakteurInnen) kommuniziert nur auf Augenhöhe, bzw. auf dem Niveau, das er als solche missversteht: Man spricht nur mit JournalistInnen (bzw. wirbt ausgwählte Reaktionen ein, die erst später den Eingang ins Web finden).

I win!🙂 Public sphere loses😦

Wie beurteilte Gerald Bäck dies heute so schön:

Seite 4 im Falter über die @brodnig @martinblumenau #wolo09 Diskussion ist leider wiedermal richtig schwach.

Nuff said.

6 Kommentare leave one →
  1. 26. November 2009 8:01 am

    Ich find es schön langsam lächerlich, dieses Match „Blogosphäre“ vs Falter/Thurnher.

    Tatsache ist, dass ich beide nicht missen will, aber am Ehesten auf Erstere verzichten könnte.

    Auf Thurnher und den Falter will ich nicht verzichten, denn er ist ein ziemlich einsamer Kämpfer im österreichischen Qualitäts- Printjournalismus, wenn der auch noch weg wäre, dann wäre das gesamte Feld Krone & „Österreich“ überlassen, und das will ich mir gar nicht vorstellen.

    Und: Tatsache ist, dass ein Großteil der Österreicher_Innen nicht mal weiss, was die „Blogosphäre“ eigentlich ist, und von denen, die’s wissen liest wahrscheinlich auch nur die Hälfte regelmässig Blogs.

    Der Großteil der Östereicher_Innnen liest zwar leider auch nicht den Falter, aber ich trau mich wetten, dass es mehr sind als Blogleser_Innen.

    Und das sag ich als Vertreter der „Blogosphäre“: nehmt Euch / nehmen wir uns nicht so wichtig. Denn das sind wir leider (noch) nicht.

    Und selbst wenn wir’s wären, sollten wir uns nicht damit beschäftigen, uns mit einigen der besten Journalist_Innen des Landes zu matchen, sondern mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, um dieses Hinterwäldler- Land zumindest ein bisschen aufgeklärter zu machen.

  2. 26. November 2009 8:52 am

    Ich will auch nicht verzichten auf den Falter.

    Jetzt fang ich aber in mit der angekündigten Stricherlliste!
    | |

    Die Einschätzung „Haltet euch selbst für nicht so wichtig!“ halte ich für reaktionär, weil ganz in der Linie der Einschüchterungsstrategie, die den hegemonialen Kräften an anderer Stelle nutzt. Seine Meinung äußern hat nichts damit zu tun, sich selbst zu überschätzen. Oder sind Sie der Ansicht, dass Sie sich mit Ihrem Kommentar gerade für zu wichtig gehalten haben?

    Schicken Sie auch einen Leserbrief an den Falter?

  3. 26. November 2009 9:35 pm

    Hate to say I told you so…
    Wirf einen Blick in die Twitter Accounts von Journalisten und sie dir an, wem sie folgen. Die Sache mit dem Dialog und dem Rückkanal lernen die Holzmeerschweinchen halt nicht von heute auf morgen;)

  4. 27. November 2009 8:48 am

    Frau Linzerschnitte, von Ihnen lass ich mir das gerne sagen und vertraue auch ansonsten gerne auf Ihren Weitblick und Ihr Konvergenzverständnis!

  5. 27. November 2009 11:50 pm

    Frau Digiom, das ehrt mich sehr. Bedauerlicherweise hat dies wenig mit eventuellem Weitblick und Konvergenzverständnis zu tun, nur mit Erfahrungswerten mit der Eitelkeit der Spezies Journalist, insbesondere Printjournalist;)
    Und diese eitlen Gockel langweilen mich und darum lese ich sie nicht. Gar keine Kommentare mehr von Printverlagen. Eomit wir wieder beim Sieg der Meerschweinchen über die Holzwürmer wären….;)

Trackbacks

  1. Oscar Bronner: „auf Augenhöhe und ohne versteckte Agenda“ «                digiom. ein studienblog über           das leben in und mit digitalen online medien.

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