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Nominierung in der Kategorie ‚Beleidigter Leitartikler‘ #wolo09

18. November 2009

Vorgetragen bei #wolo09 in Wechselrede von @heinz und @digiom:

Die folgende Nominierung für den Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2009 ist keine persönliche, d.h. weder eine auf eine private Persönlichkeit bezogene, noch eine von einer einzigen Person verfasste.

Heinz Wittenbrink:

„Armin Thurnher sorgt sich in seinem Kommentar Warum ich mich weigere, das Internet als Medium wirklich ernst zu nehmen im Falter vom 17.12.2008 um die Qualität der öffentlichen Diskussion. Ich fürchte, dass Interventionen wie dieser Artikel dem Niveau der Debatten über die Medien mehr schaden als nutzen, denn sie zielen nicht auf das Internet sondern auf eine Karikatur des Netzes: Urheberrechtsverletzer, anonyme Poster, gefakete Identitäten und irrationale Suchmaschinen-Algorithmen bestimmen das Bild. […]“

Barbara Wimmer:

„Beim Internet Summit […] ist man der Frage nachgegangen, wie sich Soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und studiVZ auf das reale Leben auswirken. […]

Während die Moderatorin Andrea Hammer […] einen „realen Druck aus der virtuellen Welt“ verspürt, wenn sie in ihrem Facebook-Account längere Zeit keine Statusmeldungen veröffentlicht, hat Armin Thurnher […] in seiner Redaktion ganz andere Beobachtungen angestellt.

Seine Mitarbeiter würden sich hysterisch und motorisch gestört verhalten, wenn sie Soziale Netzwerke nutzen. Er orte zudem eine Absenz im Dialog, das Fehlen einer direkten Kommunikation und eine Steigerung des Narzissmus, so Thurnher.

Aufgrund dieses asozialen Effekts, der schlechten Beispiele in seiner Redaktion, würde er selbst auch niemals ein eigenes Weblog betreiben wollen. „Web-Medien sind parasitär,“ fuhr Thurnher fort. „Sie verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst. […]“

Gerald Bäck:

„Armin Thurnher hat gerade offline seinen ersten Flamewar angezettelt und ich will ihm jetzt mal ausnahmsweise nicht unterstellen, dass er gar nicht wüsste, was das denn sei. […] “

Ingrid Brodnig:

„Thurnher wird im nächsten Falter auf die Webdebatte eingehen. Wir wollen eine richtige Diskussion führen. Verschiedene Meinungen gewünscht!“

Martin Blumenau:

„ Thurnher […] ist der wichtigste Kolumnist des Landes, also ein Profi, der sich hochöffentlich äußert und ein Recht drauf hat, ernstgenommen zu werden.

Das Problem dabei ist: Er unterliegt dem Zwang, sich zu einem seiner blinden Flecken zu äußern; das muss schiefgehen. […]“

Jana Herwig:

„Diese Kolumne Thurnhers soll jetzt also Diskussionbereitschaft signalisieren? Ich sag’s mal so: Thurnher benimmt sich possessiv und ressentimentgeladen. […]“

Thomas Thurner:

„Wer wird den da jetzt gerade als Internetfeind Nr.1 von der Blogosphäre durch den Wolf gedreht? Armin Turnher, Faltergründer, einer der wenigen Querdenker des Landes, beinahe einziger Widerstandskämpfer gegen den Mediamilkomplex, beherzter Dagegenhalter gegen den Haiderpopulismus und noch einges mehr.“

Gerald Bäck:

„[…] vielleicht ist es vor allem der Neid, der Thurnher jetzt umtreibt, denn den Mediamil-Komplex und noch ein paar andere Printdinosaurier werden wir zerschlagen, wir Meerschweinchen.“

Helge Fahrnberger:

„ Weil Medien wie Standard, ORF und Presse die Partizipationsarchitektur ihrer Online-Foren nicht in den Griff bekommen und diese anonymen Trollen überlassen, weil Facebook und Twitter ihm die Aufmerksamkeit der eigenen Redakteure streitig machen, weil Online-Mundpropaganda – Überraschung! – verkürzt, vereinfacht und polemisiert anstatt journalistisch korrekt zu differenzieren, verweigert Thurnher dem größten kulturellen Ereignis seit Gutenberg seine Teilnahme. […] Ich gebe zu, das wurmt mich. […]“

Lieber Armin Thurnher (und hier versuchen wir die Stimme der Blogosphäre durch uns sprechen zu lassen), diese Nominierung ist auch so etwas wie eine implizite Liebeserklärung, denn eigentlich, lieber Armin, mögen wir dich ja nicht nur sehr, sondern wollen auch von dir gemocht werden. Dass du nicht teilhaben willst an dem, was wir entdeckt haben, das wurmt uns.

Wirst du uns aber auch dazu treiben können, dir dafür einen Preis zu geben? We shall see.

In Liebe: Deine Meerschweinchen.


Über #Wolo09: Dem „Scheiß Internet“, in das sich junge Menschen „verkriechen“, hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Herbst des Jahres 2008 den Kampf erklärt. Wenn das nicht Grund genug ist, nach dem Visionär einen Preis zu benennen, was dann? Das Wiener KünstlerInnen-Kollektiv monochrom hat deshalb den „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ gestiftet. Den Preis bekam aber nicht Armin Thurnher.Mehr auf der Seite von monochrom.

(Pic by Karola Riegler)

8 Kommentare leave one →
  1. 18. November 2009 11:19 pm

    @Helge Fahrnberger:

    „ Weil Medien wie Standard, ORF und Presse die Partizipationsarchitektur ihrer Online-Foren nicht in den Griff bekommen und diese anonymen Trollen überlassen,…

    Zugegeben: ich lese nicht alle postings im standard
    Aber ich lese alles, was bei mir im photoblog gepostet wird.
    und den trollen überlasse ich da nichts. punkt.

    das photo-meerschweinchen

  2. 18. November 2009 11:21 pm

    Und so soll es sein.

  3. 18. November 2009 11:26 pm

    🙂

  4. 18. November 2009 11:27 pm

    Mal ganz ehrlich:

    Der Herr Thurnher hatte mit seiner Kritik teilweise insoferne Recht, als sich diverse Blogger, Tweeter und Facebooker tatäschlich vil zu enrst nehmen, ja tweilweise als der „Nabel der Welt“ betrachten.

    Und das sage ich, obwohl (oder weil?) ich begeisterter Facebooker, Tweeter, Blogger bin.

    Und, ja er hat teilweise Recht, wenn man sich divesre Foren (Stichwort Standard, ORF) ansieht: lauter anonyme Feiglinge, die ihre jenseitigen Rülpser rauslassen.

    Auf der anderen Seite viele angagierte Blogger, Poster, Facebooker,…

    Kann man sich darauf einigen: „das Internet “ ist weder gut noch böse, es ist in weiteres Medieum neben TV, Zeitung, Radio – mit dem klaren Vorteil, dass die Zugnagschwelle wesentlich niedriger ist als bei den bisherigen Medien.

  5. 19. November 2009 12:23 am

    Das interessante ist ja, dass dieses „sich als Nabel der Welt betrachten“ immer eine von außen heran getragene Deutung ist. Da geht’s um Neid, um die Unfähigkeit, andere neben sich groß werden zu lassen – meine bescheidene Deutung. Bezüglich Standardforen haben Helge Fahrnberger und Matthias Cremer schon alles gesagt.

  6. 19. November 2009 2:03 pm

    die aktuelle falter-peinlichkeit, Mackovik, belegt eindrücklich wie genausosehr (und letztlich schlimmer, weil unkorrigierbarerer) diese diffamierungsscheiße auch (und weil wir dran gewöhnt sind: unbeachtet) in den alten medien stattfindet.

    links: http://fm4.orf.at/stories/1632150/ und https://digiom.wordpress.com/2009/11/19/warum-armin-thurnher-den-wolo09-nicht-bekam-was-wirklich-geschah

    hör mir also auf mit dem unhinterfragtem nachbeten dieses „anonyme feiglinge“-lulus, und öffne die augen.

  7. 19. November 2009 4:15 pm

    @blumenau so, wenn links drin sind landet ein kommentar in der moderation queue, deswegen erst jetzt frei geschalten.

    ich bete diesen anonyme feiglinge-lulu nicht nach, ich beziehe mich auf diese position, die u.a. thurnher und andere in voelliger am objekt vorbeirederei produzieren. allerdings glaube ich in der tat nicht, dass das medium voellig irrelevant ist – ja. hinterm rücken reden hat’s immer gegeben, auch in menschenmassen pöbeln hat’s immer gegeben, differenz: jetzt bleibt’s halt für ein weilchen laenger lesbar und es können mehr als bisher drauf reagieren. deswegen darf man aber nicht den poebel mit allen webbbewohnern gleich setzen. spannend waer’s zu fragen, wieso an den raendern von standard et al. die poebelei so gut gedeiht. behaelt der falter uebrigens diese uralt homepage wirklich nur aus angst vor den kommentaren? a waunsinn….

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