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Überraschung! Die Zwitscherliste ist auch eine Spamliste

20. Juli 2009

Was hätte mensch also davon, wenn er oder sie sich in eine Liste der Twitterer, die die gleiche natürliche Sprache sprechen, eintrüge? Das vorgebliche deutschsprachige Twittererverzeichnis Zwitscherliste beschreibt das so:

Oft und mühsam nach Twitterern mit gleichen Interessen gesucht?
Die Suche hat ein Ende!
Hier geht es per Klick zur ZwitscherListe, einem Verzeichnis deutschsprachiger Twitterer.

Das Verzeichnis, das in einem ziemlich grausigen Layout daherkommt, ist für den einen oder die andere sicher nicht ganz uninteressant: Etwa gibt es dort erfreulicherweise die Kategorie Feminismus – zwei der sechs dort eingetragenen Tweeps folge ich allerdings eh schon.

In die Liste kann sich der Beschreibung nach jede/r eintragen: Man muss zunächst dem Twitteraccount der Zwischerliste folgen, auf das Follow-back warten und dann eine Direct Message an @zwitscherliste schicken.

Und weil die Zwitscherliste, wie auf der noch scheußlicheren Einstiegsseite auch nicht verschwiegen wird, „als Service von http://www.fix-finden.de“ entsteht, muss man sich dann auch nicht wundern, wenn seit vorgestern versucht wird, die mittlerweile aufgebaute Followerschaft von über 1000 mit Empfehlungen wie den folgenden zu beglücken:

Lexikon der Kunst (993 Euro preiswerter!!!)

wird da jetzt getwittert, und

DER Leckerbissen bzw. DAS Geschenk für Stones-Fans! (Weihnachten naht …)„.

Na denn. Wer sich einträgt, um gefunden zu werden, muss dann eben zumindest temporär diese Empfehlungen in Kauf nehmen – überprüft habe ich nicht, ob man wieder ausgetragen wird, wenn man der Zwitscherliste entfolgt.

Was den Nutzern für Suchende dieses Verzeichnisses angeht: Abgesehen von ‚Feminismus‘ sind die meisten der Kategorien für mich eher uninteressant, da zu allgemein und ohne geolokale Anbindung. Und dass es keine Garantie gibt, dass die Einträge das halten, was sie versprechen, ist eh klar.

Ich selbst verlasse mich bei der Ausweitung der Personen, denen ich folge, lieber auf den Meat Space als fantastischstes Vernetzungsmedium ever – etwa konnte ich auf der „Web as Culture„-Konferenz in Gießen viele spannende Leute kennen zu lernen, denen zu folgen sich wirklich für mich lohnt.

8 Kommentare leave one →
  1. 20. Juli 2009 11:29 am

    Nutzt solche Listen denn tatsächlich jemand, um interessante neue Accounts zu entdecken? Dachte immer, solche Listen sind von Spammern für Spammer…

  2. 20. Juli 2009 6:59 pm

    Ja, meiner bisherigen Ansicht nach sind sie von Spammern für Spammer – bin aber verblüfft, wieviele Leute sich eingetragen haben, die bislang frei von jedem Spamvedacht sind bzw. meiner Vermutung nach eher auf Vernetzung setzen. Doof halt, dass die Zwitscherlisten-Owner aber auch so ganz besonds dämlich spammen.

  3. 18. August 2009 8:42 pm

    Na ja, sagen wir doch mal so: Einträge in die Liste sind freiwillig, ebenso die Nutzung selbiger. Über die Anzahl und Qualität der eingetragenen Profile entscheiden im Prinzip alleinig die Twitterer selbst, indem sie sich eintragen lassen oder nicht, indem sie die Liste an „gute Bekannte“ empfehlen oder nicht. Die Idee hinter der Liste war und ist durchaus eine Sammlung als Orientierungshilfe – geboren aus der eigenen „Not“ und Erfahrung mit anderen themenrelevanten Profilen. Die ZwitscherListe kann und soll einen Grundstock ermöglichen sowie den eigenen ggf. erweitern helfen.

    Logisch ist aber, dass sich extrem nervige Spammer ebenfalls eintragen und eintragen werden bzw. sich an der Liste bedienen. Wie will man das aber verhindern? Durch aufwändige Recherche nach einer Anmeldung zum Eintrag? Nö. Jeder Twitterer ist ja wohl Frau bzw. Mann genug, echte Spammer einfach zu entfollowen bzw. zu blocken. Eingetragene Twitterer aber unter den Generalverdacht Spammer zu stellen, ist nicht unbedingt sehr schön, wirklich nicht. Man kann es auch umgekehrt betrachten. Wer sich mit seinem hochwertigen und spamfreien Profil nicht einträgt, der überlässt ggf. den Spammern das Feld. Womit wir wieder bei der Eingangsthese wären: Die Qualität der ZwitscherListe hängt alleinig von den Twitterern selbst ab.

    Und: Dass man die Betreiber der ZwitscherListe als Spammer dahinstellt, klingt schon (leider) ein wenig krass. Seit etwa März/April wird nahezu täglich die Liste unentgeldlich für die Nutzer aus reinem Spaß an der Freude und der eigenen Idee gepflegt und ausgebaut. Wenn dann über den Daumen gepeilt im gesamten bisherigen Leben der ZwitscherListe 5 bis 7 Tweets als ein wenig Werbung eingestreut wurden, dann kann und sollte man eher kaum als Spammer gelten, oder?
    Zumal die Masse der Nutzer die Arbeit an der Liste lobend erwähnt, auch wenn die Macher hin und wieder mal einen Appel und mal ein Ei damit verdienen (könnten).

  4. 19. August 2009 9:42 am

    Zwitscherliste: Es ging nicht darum, dass Spammer in der Liste eingetragen sind (keine Ahnung) – es ging darum, dass man dem Twitter-Account folgen muss, um eingetragen zu werden, und dann mit Buch und DVD-Verramschangeboten bedacht wird. Wenn ihr sowas macht, müsst ihr auch vertragen, dass man das thematisiert.

    Wenn ihr das nicht vertragt, dann ist das Mitmach- und Talkback-Web nix für euch.

  5. 19. August 2009 6:06 pm

    Wir vertragen eigentlich ne ganze Menge😉
    Nur gibt es sicher einen großen Unterschied zwischen „Spam“ und Spam. Wir zB tweeten vielleicht pro Woche 1 bis 2 x – und dabei zu 95% Infos zur Liste selbst und im Dienste der Sache.
    Schaut man sich andere Gesellen an, dann erhält man pro Stunde vielleicht 10 bis 20 Tweets, einerseit mit tollen Angeboten, anderseits mit Wetter- und Wasserstandsmeldungen am Stück …
    Was ich damit sagen möchte: Ein klein wenig den feinen Unterschied suchen, wäre schon schön. Es gibt zu viele Kämme auf der Welt, als dass man alle Mitbürger über den einen scheren müsste.
    Übrigens: Das Folgen und Senden einer dm ist aus rein logistischen Gründen notwendig. Wer uns dann wieder entfleucht, den löschen wir auch nicht. Wozu auch? Wir sind hier alle aus dem Kindergartenalter heraus, lange schon😉

  6. 19. August 2009 8:34 pm

    @zwitscherliste: was spam ist, entscheidet grundsätzlich nicht der versender, sondern der (potentielle) empfänger😀

    und wer glaubt, die eigene nachricht wäre „spam“ statt spam, wird von andern meistens für einen spammer gehalten. ganz ohne anführungszeichen.

  7. 22. März 2010 4:48 pm

    Bitte zuspammen! Bin eine Abzockseite!

  8. 22. März 2010 4:53 pm

    wow, vivian, du hast aber mal einen ‚gschmackigen‘ avatar:)
    zufall, eh klar. eh klar?

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