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Wie die Schweinegrippe wirklich entstand

29. April 2009

You little bastard. You've killed us all

Haha! Ich liebe das Social Web und die Geschwindigkeit, mit der die gesellschaftlich aktuellen Fragen und Bedrängnisse dort verarbeitet und in eine Bildersprache übersetzt werden. Danke, @Leyrer, für den Hinweis! Lachen befreit – comic relief rules!*

Hier zum Vergleich nochmal das „Original“ – schon weit bevor aus dem Bild ein Lolpig wurde zirkulierte es im Web, wäre interessant, das Kid darin einmal auf zu spüren.

bacon not done yet


*) Am schwersten beeindruckt hat mich dabei dieses Bild, das im Laufe des Fritzl-Prozesses auftauchte. Fritzl-das-Medienereignis war für mich schwer zu verdauen – den Subtext der implizierten Faszination, die dem Inzest entgegen gebracht wird, kriege ich einfach überhaupt nicht ausgeblendet. Bei diesem Bild musste ich dennoch mich ein wenig amüsieren.

Facebook - you're doing it wrong

10 Kommentare
  1. antagonist permalink
    30. April 2009 9:49 am

    Warum wäre es interessant, das Kind aufzuspüren?

    Dient das Bild nicht ausschließlich dazu, den Text zu karikieren?

    Oder will der Texter seine Ängste vor Ansteckung erträglich machen durch die Benennung einer Schuldigen, einem Sündenbock; traut sich das aber nicht direkt zu tun, da er sich der Fragwürdigkeit solchen Handelns bewußt ist und versteckt es daher mittels hurmorvoller Verbrämung hinter einem niedlichen Kind?

    Was ist interessanter? Die Tatsache, dass rasch verbreitet, verarbeitet und übersetzt wird? Oder die Botschaft die verbreitet, verarbeitet und übersetzt wird? Und wie sie wirkt?

    Ist das Social Web nur für befreiende Lacher gut oder auch für tiefgehende Reflexion?

  2. 30. April 2009 10:14 am

    Wie oben erwähnt: Das Bild (ohne Captions) zirkuliert bereits einige Jahre. Das Bacon Lolpig ist relativ bekannt, wenn ein solches Bild noch einmal einen neuen semantischen Dreh bekommt (Resignifikationsprozessen unterworfen wird) und damit populäres (Bild-)Wissen mit einem aktuellen, quasi „legitimen“ Thema verbunden wird, wird die semiotische Arbeit, die das Social Web leistet, hervorragend sichtbar.

    Warum wäre es interessant, das Kind zu finden? Aus dem gleichen Grund, aus dem Kolumnen der Art „was macht eigentlich Serienstar xy heute?“ interessant sind, oder warum es immer wieder Artikel über das Baby auf Nirvanas Nevermind cover gibt.

    Die Frage „nur Lacher oder auch Reflexion“ lässt sich so nicht stellen (ist nur eine rhetorische Frage). Zum einen schliessen Lachen und Reflexion sich nicht aus ( wie gerade das obere Bild mit seiner Reflexion darwinistischer Angstszenarien zeigt), zum anderen gibt es auch nicht “ das“ Social Web. Drittens ist Populärkultur immer widersprüchlich – gerade deswegen lädt sie zur Partizipation, zum Weiterspinnen und hinzufügen eigener Bedeutungen ein.

  3. 30. April 2009 10:23 am

    p.s.: Witzig, dass du dich jetzt als Antagonist betitelst.

  4. antagonist permalink
    30. April 2009 4:07 pm

    Interpretation 1: Fritzl wird lächerlich gemacht.

    Wird nicht die Ungeheuerlichkeit seiner Tat mit verniedlicht und das Leid seiner Opfer herab gewürdigt, wenn dieser Mensch als Spottobjekt erniedrigt wird?

    Interpretation 2: Facebook wird lächerlich gemacht.

    Kann die dargestellte Situation und die hergestellte Verbindung zu Facebook von der abgebildeten Person und seiner Tat abstrahiert werden? Oder wird nicht zwangsläufig und unterschwellig im Betrachter ein Nahverhältnis zwischen Facebook und dem abscheulichen Verbrechen induziert?

    Beides ist ethisch nicht vertretbar, sofern diese Fragen mit JA zu beantworten sind.

    Meine Antwort ist in jedem Fall JA. Daher ist für mich dieses Kulturobjekt eine Schweinerei, genauso wie seine Verbreitung.

    Und wie lauten deine Antworten?

    P.S. Passt das Pseudonym „Antagonist“ nun besser ins Bild?

  5. 30. April 2009 5:03 pm

    „Daher ist für mich dieses Kulturobjekt eine Schweinerei, genauso wie seine Verbreitung.“

    Damit bist du sicher kein Antagonist, jedenfalls nicht für mich.

    Viel Spaß bei der Web-Verbrennerei.

  6. 2. Mai 2009 9:49 am

    Hey, ich hab wenigstens versucht zu überzeugen und ein paar Argumente als Grundlage meiner Schlussfolgerung geboten.

    Die Begeisterung für das Medium reicht nicht als Ersatz für die kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Mit der Macht an ein potentiell zahlreiches Publikum zu publizieren, steigt auch die Verantwortung für den publizierten Inhalt und seine mögliche Wirkung.

    Wir wollen doch nicht amateurhaft wirken, indem wir einfach re-publizieren und Inhalte in erster Linie nach persönlichem Unterhaltungswert auswählen, während Profis im Idealfall Originäres produzieren, das die Konsumenten potentiell in Richtung einer besseren Welt bewegt.

    Anthropologen leben mit ihrem Forschungsgegenstand und beobachten. Weder beteiligen sie sich an Beutezügen, noch an Tanzfesten. Sie begleiten, aus gutem Grund. Denn ohne emotionale Distanz ist objektive Forschung nicht möglich.

    Einerseits war Fritzl-das-Medienereignis für dich schwer zu verdauen, andererseits bist Du nicht auch mit deinem Post Teil gerade dieses Medienereignisses? Wäre es nicht sinnvoller gewesen das Medienereignis zu dekonstruieren? Oder zumindest zu demonstrieren, das Fritzl-das Webereignis konstruktiver für das Verständnis des Unbegreiflichen ist als z. B. Fritzl-das-ORF-Ereignis?

  7. 2. Mai 2009 10:12 am

    Warum gibt es beispielsweise zu diesem Werk Maria Lassings(http://www.fadwebsite.com/wp-content/uploads/maria-lassing.jpg) keine Auseinandersetzung im Web? Zumindest kann ich keine finden.

    Weil es nichts niedliches an sich hat? Weil es beängstigend tief rührt? ???

    Zu übersehen ist das Bild jedenfalls nicht, ist es doch in vielen U-Bahn-Stationen Wiens ausgestellt.

  8. peter permalink
    2. Mai 2009 11:25 am

    Manchmal ist der Unterschied zwischen einem Antagonisten und einem Troll (http://www.flayme.com/troll) nur schwer oder gar nicht zu erkennen.

  9. 2. Mai 2009 1:29 pm

    Lieber Peter, vielen Dank für den Link. Es überrascht wohl nicht, dass ich mich auch nach sorgfältiger Prüfung nicht als Troll identifiziere, obwohl zugegebenermassen einige der geschilderten Charakteristika nicht allzu weit von dem abweichen, wie ich mich sehe.

    Selbstverständlich ist es durchaus legitim, meine Beiträge nicht zu veröffentlichen, weil sie schwachsinnig, störend, uninteressant oder sonstwie störend befunden werden. Oder wenn sie doch veröffentlicht wurden, als solche zu brandmarken.

    Nicht nur kann solcherart ein Troll gestoppt werden, wie dort zu lesen ist, sondern es können auch beunruhigende Diskussionsbeiträge abgewürgt werden.

  10. 4. Mai 2009 6:58 am

    Lieber mir namentlich und persönlich bekannter A.S., an einer Diskussion bin ich grundsätzlich immer interessiert, sehe aber in diesem speziellen Fall keinen Sinn in einer Diskussion mit jemandem, der als mein selbst berufener Antagonist wahrgenommen zu werden sucht und werde meinen Blog auch zu keiner Plattform für einen solchen machen. Deinen letzten Kommentar veröffentliche ich gerne, da er, wie auch die vorherigen, für sich selbst spricht bzw. sich selbst dekonstruiert. Ich selbst habe weder die Zeit noch das Interesse, das en detail auseinanderzunehmen. Die Künstlerin heißt Maria Lassnig, nicht Lassing, evtl. funktioniert die Websuche so besser. Ansonsten empfehle ich, selbst Blogposts zu schreiben über das, was man im Web vermisst, anstatt sich Blogs zu suchen, die nicht so sind wie man sich das Web reguliert wünscht.

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