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G1: Ist es ein Telefon? Ist es ein Computer?

22. März 2009

Ich für meinen Teil habe mich entschieden: Mein G1 ist für mich vor allem eine Art Sub-Sub-Net-Book. Man muss zugleich einräumen, dass diese Schlussfolgerung auch mit durch die Versuchsanordnung bedingt ist: Da ich in das G1 nicht meine eigene Karte einlegen kann, muss ich mein Telefon 1 (das iPhone) sowieso immer auch dabei haben, um angerufen werden zu können und um von meiner Nummer aus zu telefonieren. Infolgedessen kommt Telefon 2 (das G1) nur selten auch als Telefon zum Einsatz – bisher eigentlich immer nur dann, wenn es darum ging, eine Telefonnummer, die ich auf einer Website gefunden habe, gleich anzurufen.

Es gibt aber noch andere schlagkräftige Argumente, warum das G1 für mich eher ein Computer ist: Die Haptik und Ästhetik machen die Musik, und obgleich ich im Praxistest auf dem iPhone nicht wesentlich langsamer tippe als auf dem G1, bevorzuge ich doch die ausklappbare G1-Tastatur, um in das Erlebnis von ‚Arbeitsstimmung‘ zu kommen.

Den Praxistest unter Zeitdruck gab es vor etwa zwei Wochen: Ich hatte noch drei Papers zu reviewen und die Abstracts dazu in meinem Gmail-Postfach. Zu schreiben war jeweils ein kurzer Bericht inkl. Evaluation – natürlich waren die Deadlines eng gesetzt, natürlich war wie immer keine Zeit da, und insofern war es schon praktisch, dass ich mit dem G1 zwischen Tür und Angel auch in einer halben Stunde Wartezeit weiter daran arbeiten konnte.

Als Texteditor hatte ich mir das OI Notepad herunter geladen – ein unspektakuläres Programm, das aber genau das lieferte was ich gerade brauchte: unformatierten Text, aber mit allen Interpunktionszeichen, Groß- und Kleinschreibung und Umlauten erstellen. Das Endresultat konnte ich mir einerseits direkt per Menüpunkt „Send“ ins Gmail-Postfach schicken, andererseits natürlich (jawohl) Tex kopieren, um ihn im Browser einzufügen (Copy/Paste ist eben doch die Killerapp!).

g1 screenshot with OI notepad

Letzteres brauchte ich, um die Reviews anschließend gleich in einem Online-Konferenzsystem einzureichen – das Ganze war eine etwas frickelige Sache mit Login, Popups und im Hintergrund sich aktualisierenden Fenstern, es verlief aber alles glatt und ohne Probleme. Einen Abend „Freizeit“ (wobei es keine Freizeit gibt für Dissertanden) habe ich mir schätzungsweise mit dem Arbeiten und Einreichen zwischendurch erspart – auf dem iPhone wäre das Ganze vermutlich etwas schwieriger geworden. Zumindest die Sache mit der richtigen Stimmung:)

Wie oben schon erwähnt sind es dabei weniger die praktischen als die ästhetischen Fragen, die für mich den Ausschlag gaben. Etwa mag ich meinen Mac an und für sich immer noch ‚lieber‘ als meinen PC – zugleich ist mein PC für mich eher mein „Arbeitstier“, jedenfalls wenn die Arbeit mit der Erstellung und Bearbeitung von Text zu tun hat – Grafik bearbeiten und iPhod neu bespielen passiert auf dem Mac!

Entlang ähnlicher Linien verläuft bei mir auch die Trennung zwischen iPhone und G1 – Twitter auf Twidroid macht mir nicht so viel Spaß, die Tweets gleiten nicht so schon über den Schirm und ab und an scheinen welche zu fehlen (bzw. die letzte Aktualisierung scheint nie genug Tweets zu berücksichtigen). Texte bearbeiten, dafür bevorzuge ich das G1 – irgendwie erinnert es mich auch an den Psion Series 5, den ich mir 1997 zu gelegt hatte, nur dass es eben nur noch maximal halb so groß ist.

Interessant auch, wie klein die Tastaturen sind, die einem mittlerweile zugemutet werden. 1997 hätte man Psion wohl den Vogel gezeigt, hätten sie kleinkinderfingernagelgroße Tasten in ihre Geräte gebaut. Auf dem G1 oder dem iPhone, das ja nicht mal haptisches Feedback mitliefert, schluckt man das alles mittlerweile problemlos. Ist eben alles eine Sache der Gewöhnung:)

Kurz und gut: Überlege also, dass G1 zukünftig (nach der offiziellen Testphase, d.h wenn ich die Karte zurück geben muss) evtl. mit einer Internetwertkarte auszustatten und als mobilen Kleinstcomputer zu verwenden. Ich möchte sogar prophezeien, dass das G1, wenn das hardware-tastaturlose G2 wirklich erst mal da ist, zum absoluten Kultobjekt avancieren wird! Dank dem offenen Betriebssystem werden ja auch ‚alte‘ Telefone aufgerüstet werden können, oder? Alles Themen für den nächsten (letzten) mobilen Stammtisch.

One Comment leave one →
  1. surfi permalink
    29. April 2009 10:31 am

    Naja der Übergang zu mobilen „Computern“ wird wohl weiter so gehen…
    Ich finde es sind zwar nette Features, aber wer brauch das ganze denn wirklich?

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