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Wunderschön Schein werfen – Ausstellung im Theatermuseum (Pflicht!)

11. März 2009

TrabitschBereits seit Oktober 2008 läuft im Theatermuseum am Lobkowitzplatz eine fantastische Ausstellung zum Thema Theater, Licht und Technik – schein werfen – in deren Genuss ich gestern dank der Vorstellung der kongenialen Ausgabe von Maske und Kothurn (Internationale Beiträge zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft),* Licht. Kunst. Theater, gekommen bin.

Ich hatte ja keine rechte Ahnung, was mich dort alles erwarten würde – ein halbstündiger Vortrag, Applaus, Heft rum reichen, heimgehen, so etwas vielleicht – aber sicher habe ich nicht damit gerechnet, dass ich erst zweieinhalb Stunden später wieder gehen würde.

MuK PanelDie Museumsräume sind derzeit ganz im Sinne der Ausstellung mit Hilfe von Raumgestaltung und Lichttechnik als wechselnde Zonen von Licht und Schatten, Hell und Dunkel gestaltet, und als der Direktor des Museums, Thomas Trabitsch, das einführende Wort ergriff, konnte man gar nicht anders als ihn als Lichtgestalt wahrnehmen; Klemens Gruber aus der Redaktion MuK hingegen zog sich bei seinen Worten zum Heft immer wieder als eine Art diabolischer Antipode vom Licht ins Dunkel zurück, bzw. erweckten vielmehr die changierenden, den Raum teilenden Lichtverhältnisse diesen Eindruck.

Und ihrerseits blickten die Vortragenden – wie Brigitte Marschall im anschließenden Kuratoren/Herausgeberinnen-Panel mit Wolfgang Greisenegger und Tadeusz Krzeszowiak von der Gegenseite berichtete – lediglich in einen dunklen, gesichtslosen Raum. Immateriell und körperlos ist das Licht, und ist zugleich das Material der Bühne, wie die Zuhörerin an der eigenen Wahrnehmung während der Einführung erleben durfte.

moholy nagyEin besonderes Schmankerl, das für mich ursprünglich den Ausschlag gegeben hatte, mich mit hungrigem Magen doch schon wieder aus dem Haus zu wagen (danke für die von Hand gesäbelten Brötchen mit Schnittlauch, meine Rettung zu dieser Stunde), war die Vorführung von Moholy-Nagy zeigt ein Lichtspiel. Schwarz-Weiß-Grau, einem Film von (1930) und eben eine Kreation des Malers, Gestalters, Fotografs László Moholy-Nagy, ca. 6 Minuten lang und seit neuestem in rekonstruierter Fassung mit Musik verfügbar.

Über die Herkunft der Musik war leider nichts zu erfahren, im Publikum meldeten sich prompt Stimmen, dass man den Film, da Stummfilm, ja so mit dieser Musik gar nicht zeigen dürfe – für das nicht notwändiger Weise zu jedem Zeitpunkt wissenschaftlich gestimmte Sensorium war es im Gesamtpaket mit dem Ausstellungsraum dennoch ein sehr besonderes ästhetisches Erlebnis.

Noch bis zum 12. April läuft die Ausstellung und ich empfehle dringend sie zu besuchen, nach Möglichkeit unterstützt durch eine Führung! Weitere Worte erspare ich mir und lasse statt dessen die Bilder sprechen (unten links verschwindet und erscheint gerade eine Dame dank einer Kombination aus halbdurchlässigen Spiegeln und Licht):

Exhibit

scheinwerfer magic

mehr scheinwerfer magic

*) Der Vollständigkeit halber hier noch im Zitat Näheres zum Inhalt der Licht. Kunst. Theater.- Ausgabe von Maske und Kothurn:

Die Immaterialität und Körperlosigkeit des Lichts ist Herausforderung und Ausdrucksmedium der Künste. Ein Wechselspiel zwischen Abstraktion und Konkretisierung, zwischen Mythos und Technik legt das Terrain aus, auf dem das Theaterlicht die Szene konstituiert. Funktionslicht und die dramaturgische Bedeutung des Gestaltungslichts, Lichtsymbole und Lichtskulpturen erzählen auch über Weltmodelle und Gesellschaftsbilder. Die versammelten Beiträge diskutieren unterschiedliche ästhetische Perspektiven des Lichts von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag.

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