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Psst – geheimes Webfundstück des Tages: Cake farting (kannst du widerstehen?)

16. Februar 2009

Gestern habe ich einen Abstract für die Tagung „Amateure im Netz“ eingereicht, was übrigens noch bis zum 20. Februar möglich ist. Rund um das Webphänomen 2 Girls 1 Cup (der Trailer zu einem scat porn movie, den sich nur die Mutigsten im Social Web anschauten – und natürlich ihre Reaktion ins Netz stellten) habe ich ein paar Thesen verfasst, die ich auch hier kurz poste, sobald der Evaluationsprozess abgeschlossen ist. Der Titel: „2 Girls 1 Cup Reaction: Distinktionsgewinn durch somatische Entgleisung im Social Web“.

(Hallo Maniac-Forum: Ja, das ist ernst gemeint: somatisch = körperlich; Ekel ist ein Schutzmechanismus, der es uns z.B. erleichtert, verdorbene Speisen wieder zu erbrechen, eine Reaktion des Körpers, die wir nicht unterdrücken können – es gibt allerdings auch keinen Grund, sich dem bewusst auszusetzen. Es sei denn, man bekommt was dafür – etwa irre viel Traffic auf dem Reaction Video in dem man fast kotzen muss. In den meisten 2G1C Reaction-Videos gehen die Akteure ihr Tun ja fast wie eine Mutprobe an – wissen nicht was kommt, aber glauben dass sie bestehen werden. Bis das Video so grauslig wird, dass ihr Willen zum Mut von den Reaktionen des Körpers übertrumpft wird – das nenne ich somatische Entgleisung. Und mit somatischer Entgleisung lässt sich im Social Web sehr gut Aufmerksamkeit und Anerkennung sammeln – das nennt man dann Distinktionsgewinn, sich über andere durch Unterscheidung von ihnen erheben können. Siehe auch die Arbeiten Pierre Bourdieus, Die feinen Unterschiede).

Nicht mehr ausformuliert, weil den Rahmen sprengend, habe ich ein paar Gedanken zu geheimen, verbotenen Bildern und Filmen, im Netz und anderswo. Ihr erinnert euch an den Spielfilm „The Ring„? Wer sich das Video (im Film) anschaute, hatte noch sieben Tage zu leben – man sollte ihn sich also besser nicht ansehen!

Um ähnlich verbotene Bilder handelt es sich auch bei 2 Girls 1 Cup – curiosity killed the cat! Kann man widerstehen oder will man ihn erst recht sehen wenn sich die Berichte von denen, die den Film sahen lesen wie folgt?

Dear all, I dearly wish my return from a brief blogging hiatus could take place under less traumatic circumstances. As I always do, I got up this morning, made some coffee, sat down in front of my computer, and checked my e-mail. One of my friends sent me a link to a website featuring a video he urged me to see. I did. I died a little inside. My day is ruined and my breakfast is standing beside me unfinished. What a cruel start into what could have been an enjoyable and productive weekend. As it is, I will spend it not writing and running but most likely under the covers in the fetal position, silently weeping.

Ok, 2 Girls 1 Cup war gestern – Cake farting ist heute! Bist du bereit?

Wie es sich gehört für einen Kult um ein geheimes Bild, bei dessen Anblick (Anklick) du versteinern könntest als hätte dir Potters Basilisk ins Auge gesehen, werde ich dir den Link nicht geben, du musst es selbst finden. Oder danach googeln. Bist du stark genug? Nur diese kleine Vorahnung sei dir gegeben:

cakefarts

DAS hier ist übrigens eins der witzigsten Blogposts, die ich seit langem gelesen habe. Auszug:

Wisst ihr, was Kuchenfürze vom Rest der zur Zeit überall verbreiteten Humor-Pornos unterscheidet? Sie hätten es leicht bei einem billigen Kuchen aus dem Laden und ein paar Furzkissen-Geräuschen belassen können. Aber sie haben sich entschlossen, nicht zu kleckern und haben stattdessen einen gut gekühlten, hausgemachten Kuchen auf den Tisch gebracht und noch dazu ein paar der längsten, Anus-erweiterndsten Fürze, die wir jemals mit lose herunterhängendem Unterkiefer angestarrt haben. Das ist gleichzeitig sowohl guter Kuchen-Porno als auch guter Furz-Porno. Und es ist diese Sorte von wohlgebackenem Kuchen, die das ganze für das breitest mögliche Spektrum von Leuten zugänglich macht, die sich ansehen würden, wie ein Mädchen auf einen Kuchen furzt.

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And now to something completely different: Hier noch die Eckdaten zur Tagung:

CfP: Amateure im Web 2.0. Medien, Praktiken, Technologien
Kunstuniversität Linz, Institut für Medien, Abt. Medientheorie (Linz),
Synema – Gesellschaft für Film und Medien (Wien),
IBM Österreich Internationale Büromaschinen Gesellschaft m.b.H (Wien),
Wien: 24.04.2009-25.04.2009,
IBM Forum Wien, Obere Donaustraße 95, 1020 Wien

Deadline: 20.02.2009

Konzeptioneller Ausgangspunkt der Tagung ist die Monografie „Amateure im Netz“. Erstmals für den deutschsprachigen Raum untersucht dieses Buch die Medialisierung des Alltags in Online-Tagebüchern, Weblogs und Webportalen. Spätestens seit dem Aufkommen sozialer Portale wie MySpace, Facebook und Xing sowie mit der Etablierung user/-innengenerierter Online-Formate wie YouTube, Flickr und Wikipedia kristallisieren sich im Internet neuartige diskursive, mediale, visuelle und technische Verfahrensweisen heraus. Der Band analysiert die sozialen Spielregeln der neuen Repräsentationspolitik und hybriden Wahrnehmungskultur. Dabei verfolgt er das Anliegen, die medienspezifischen Prozeduren sozialer Normalisierung und Subjektkonstitution im Spannungsfeld zwischen ›begeisterter‹ Selbstdarstellung und ›verinnerlichten‹ Kontrolldiskursen aufzuzeigen.

CfP als Blogeintrag.

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