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Krankheit als Twitter-Graph (Werden Arbeitgeber künftig die Tweetstats überwachen?)

15. Februar 2009

Da hätte ich auch schon früher drauf kommen können! Mit TweetStats (nix neues) kann man seine Twitteraktivität als Säulendiagramm darstellen, und daran lässt sich auch aus medizinischer Perspektive einiges ablesen.

Wäre ich Ärztin und würde ich mich auf die Behandlung von Geeks und Nerds spezialisieren, dann würde ich mir bei jedem Termin auch die Tweetstats vorlegen lassen: Etwa kann man erkennen, dass ich im November meinen Tweet-Output im Vergleich zum Vormonat fast verdoppelt habe – sowas kann ja nicht gut gehen! Ende November ging es in der Tat bei mir los mit Problemen, die schließlich zu einer Sehnenscheidentzündung führten.

tweetstats  disease

Als Twitterärztin hätte ich in diesem Fall gerügt, dass der Output im Dezember bei weitem nicht so weit runter gegangen ist, wie es sich für eine Genesungswillige gehört – im Jänner war ich dann braver, habe zwei Wochen (im Krankenstand) maximal mit Nase und Kochlöffel getwittert, bis es gegen Ende Jänner endlich besser ging.

Gleichzeitig (Social-Media-Überwachungsparanoia!) darf man sich die Frage stellen, wie das wohl in Zukunft gehandhabt werden wird:

Werden böse Arbeitgeber den Tweet-Output der sich im Krankenstand befindlichen Dienstnehmer überprüfen? Klar werden sie, wichtiger ist die Frage: Werden sie daraus rechtlich relevante Schlüsse ziehen dürfen? Wird jemand, der z.B. wegen Sehnenscheidentzündung im Büro nicht einsetzbar ist, Probleme bekommen, wenn er privat Tastaturen anfasst? Oder erfinden wir einfach Hashtags, die erklären, wie wir unsere Kommunikationsbedürfnisse erfüllen (#kochlöffel) und haben diese dann juristisches Gewicht?

Spannende Zeiten liegen voraus, in den wir vermutlich für unser Recht auf Social Media im Krankenstand werden kämpfen müssen.

Schon jetzt bitte ich zu bedenken, dass man (zumindest in Deutschland) bei einem Privatkonkurs den Fernseher nicht pfänden darf – hier würdigt man das Recht auf Nachrichten. Mit einem Handyvertrag sieht das schändlicherweise aber nicht so aus – ich bitte also um Ausweitung des Pfändungsschutzes auf das iPhone!

Herzlichen Dank.

P.S.: Auch in den Tweetstats erkennen kann man, dass mich Twitter in meiner Frühphase ÜBERHAUPT NICHT überzeugt hatte. Siehe auch: Twitterforschung.

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