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Twitter tötete meinen Blog

3. Januar 2009

Naja, ganz tot ist er noch nicht und mein Sehnenscheidenhandicap spielt eine größere Rolle als angenommen… aber Bloggen ist nicht mehr das gleiche für mich, seit ich intensiver twittere.

Als sich vor drei Jahren meine Blogger-Mentalität auszubilden begann (lange vor meiner Blogger-Identität) , verwandelte sich mein ganzes Umfeld in Material für Blogpost-Ideen – von Ziegenmilch zu Celebrity Big Brother UK und der deutschen Unterschichtenfernsehdebatte über Buchkritik und Kocherfolge. Meine Blogposts waren lang und substanziell, ich bloggte täglich und die Besucher (wenn sie kommentierten) kommentierten ausgiebig und aus der ganzen Welt.

Das war auf meinem englischen Blog, der zu seinen besten Zeiten 32 Technoratipunkte hatte (bei mittlerweile über 300,000 Hits) – mein deutscher Blog (dieser hier) ist zwar nicht so gut besucht, aber scheinbar besser vernetzt (78 Punkte als Technorati das letzte Mal funktionierte – aber was Technorati überhaupt noch bringt ist eh nicht ganz klar).

Und dann kam Twitter – Anfang 2007 habe ich mich angemeldet, erst ein Jahr später begann ich Twitter häufiger zu nutzen, wollte heute nicht mehr ohne und wenn ich Rückschau halte, drängt sich mir doch der Verdacht auf, dass ich gerade in den letzten zwei Monaten häufig lieber ein Tweet geschrieben habe, als einen Gedanken zu einem Blogpost auszuformulieren.

Und es scheint nicht nur mir so zu gehen, wie eine Googlesuche nach „Twitter killed my blog“ zeigt. Sehr schön schreibt Uzyn:

Twitter killed my blog.

Now I am only able to blog in 140 character or less.

I can’t construct sentences anymore.

Needless to say paragraphs.

Sucks.

Wenn überhaupt, dann wäre das mein Vorsatz für 2009: Wieder mehr bloggen. Am besten einmal täglich. Am besten über mein Diss-Thema.

Selbstdisziplinierung, here I come!

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16 Kommentare leave one →
  1. 3. Januar 2009 2:14 pm

    Mich hat das Twittern eher dazu gebracht darüber nachzudenken, ob man sich nicht beim bloggen kürzer fassen sollte. So gesehen hat Twitter meinen Blog nicht getötet, aber vielleicht hat Twitter ihn auf Diät gesetzt?

  2. 3. Januar 2009 2:16 pm

    ja, so kann man das auch sehen:) wobei ich den ordnenden effekt gerne mochte, den das schreiben eines längeren, reflektiven posts auf einen hatte (im sinne der foucaultschen technologien des selbst).

  3. 3. Januar 2009 3:39 pm

    twitter bleeper did not kill my blog😉

    es gilt doch ab und an, gedanken festzuhalten, die sich nicht in 140 zeichen erschöpfen

  4. lenina permalink
    3. Januar 2009 3:44 pm

    Fuer mich ist Twitter, ob wohl ich es nicht allzu haeufig benutze, mittlerweile neben dem Blog das einzig akzeptable digitale Ausdrucksmittel. Ich verstehe auch mittlerweile, warum es ‚Microblogging‘ heisst.

    Dennoch werde ich meinen Blog versuchen, weiterzufuehren – eher als Referenz fuer mich selbst (so a la semi-oeffentliches Tagebuch).

    Alle anderen Arten digitaler Ausdrucksformen (etwa Facebook) werde ich demnaechst vernichten.

    Fuer mich passt allerdings eher folgendes Statement: ‚Professionelles Emailing toetete meine Lust an digitaler Kommunikation‘. Mein Job besteht wirklich zum Grossteil aus 8-9 Stunden taeglich Emails schreiben/beantworten. Da hat man wirklich keine Boecke mehr, privat irgendetwas zu tippen oder ueberhaupt online zu sein😐

  5. 3. Januar 2009 3:48 pm

    @steffino eben, diese gilt es festzuhalten und häufiger als bisher

    @lenina ja, corporate email is a creativity drain (und stellt immer wieder die frage, wie corporate work vor email überhaupt möglich war)

  6. 3. Januar 2009 4:00 pm

    Auch bei mir hat Twitter einige Blogbeiträge verhindert. Insbesondere die, bei denen ich nur einen Link oder eine Frage posten wollte (was ich früher tat), habe ich dann einfach „nur“ getwittert.
    Andererseits habe ich über Twitter gute Hinweise und Anregungen für Blogbeiträge erhalten.
    Was mich für 2009 interessiert ist Twitter und mein Blog mehr miteinander zu verschrenken. Nicht jeder Tweet braucht seinen Platz im Blog – einige aber doch. Daher ist reines Twitter-Side-Blogging allein zu wenig. Die richtig gute Idee fehlt mir noch, aber 2009 hat noch 362 Tage…

  7. 3. Januar 2009 4:23 pm

    362, da bleibt noch etwa zeit:) ich würde tweets gerne integrieren, ohne aber gleich auf das tumblelog format umzusteigen (denn hab ich ja eh – und schaue dort nie vorbei http://janaherwig.soup.io/ und merke darum erst jetzt dass da außer diesem blog nix mehr richtig syndiziert wird).

    das hier gefaellt mir gut, geht aber nicht mit wordpress.com, waer was fuer dich?

    http://tweetpaste.net/

  8. 3. Januar 2009 6:32 pm

    Einen Beitrag dazu leistet auch Jan Tißler http://upload-magazin.de/?p=1558

  9. 3. Januar 2009 6:59 pm

    danke!

  10. surflogger permalink
    5. Januar 2009 6:02 pm

    Twitter kommt in Mode das ist der Grund. Wie twitter raus kam, Hatte ich mir gleich einen Account angelegt. Jedoch war es wirklich nur rein blah,blah und der wirkliche Hintergrund fehlte einfach. Somit hatte ich es nach kurzer Zeit auch wieder eingestellt. Erst jetzt bin ich wieder zu twitter zurückgekehrt weil es einfach von viel mehr social networks implentiert wird, die Spreizung ist einfach umfassender, Links lassen sich schneller verbreiten, Infos schneller erhalten etc. Das Blog, ich bin jetzt auch erst wieder damit angefangen wird zu einem informellen Informationspool driften. Auch bei Robert Basic gab es vor einigen Tagen einen ähnlichen Bericht http://tinyurl.com/8nj7hm.

  11. 11. Januar 2009 5:57 pm

    Twitter und Bloggen haben beide jeweils ihre Daseinsberechtigung. Für lange Beiträge mit Inhalten für die Ewigkeit muss halt ein Blog herhalten. Für die schnelle und persönlichere Kommunikation ist sicherlich Twitter besser.

  12. 11. Februar 2009 2:45 pm

    ich überlege gerade, was aus einer Gesellschaft wird, die fast ausschließlich Selbstgespräche führt. So kommt es mir derzeit bei Twitter vor. Kommunikation irgendwie unterirdisch, was natürlich auch an mir liegen kann oder ich sollte mehr Sebstbewußtsein bekommen;-)
    Als Nachrichtenquelle aber sehr gut.

  13. 11. Februar 2009 3:00 pm

    Linguistisch würde ich es eher als phatische Kommunikation deuten – es wird kommuniziert, dass kommuniziert wird. Parallelexistenz bestätigt. Mir gefällt gerade das solipsistisch nebeneinanderher sich äußern – weil mich umgekehrt an chats nervt, dass man quasi reagieren :muss:

Trackbacks

  1. Nur ein Blog
  2. is it just me » Twitter killed my feedreader…
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