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Warum sieht man so viele verwirrte Menschen in Wien?

11. September 2008

ViennaImage via Wikipedia Randnotiz: Gerade zurück gekommen von einer Reise in die Außenwelt. Es ergab sich die Notwendigkeit zur Unibibliothek zu reisen. Wieder mal verblüffend: die Häufigkeit, mit der man in Wien augenscheinlich verwirrte Menschen trifft.

Menschen, die an Ampeln stehen und stehen bleiben, dabei Unsichtbare beschimpfend, Menschen mit verkümmerten Gliedmaßen und nach innen gekehrtem Blick, die vor sich hin brabbelnd eine Straße entlang schhlurfen, andere, bei denen aus der Kontrolle geratene Kleidung und Accessoires das Zerwürfnis zwischen Selbst- und Fremdbild ahnen lassen, ein über ein T-Shirt gewundenes Damenkorsett in nude etwa, vergilbte Zettel, die ohne Pause durchgeblättert werden, Lippenstift bis über die Mundwinkel, Geschwüre auf dem Schädel und das fehlende Bedürfnis einen Arzt dieselben inspizieren zu lassen, etc pp.

Was ist da los – ist Wien einfach entspannter, werden entgleiste Identitäten in Wien eher toleriert als weggesperrt? Ist die Grenze zwischen Zwangsverhalten und Grantlerei hier besonders fließend? Behandelt Wien den Sandler mit mehr Nonchalance als etwas Berlin den Penner oder Frankfurt den Junkie? Oder kümmert sich hier einfach keiner? Führt die Toleranz zum Ignorieren von Warnsignalen, ist das soziale Netz weitmaschiger, die Nervenkliniken übervoll und überlastet? Sieht sich der Sozialstaat nur noch in der Pflicht der Fürsorge für das Wohl des Leibes, aber nicht der Seele? Oder lässt der Wiener sich umgekehrt nicht so gerne in die Seele schauen?

Trägt Freud daran noch Mitschuld?

EDIT: Und kann das Internet da was richten?

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5 Kommentare leave one →
  1. 12. September 2008 6:00 am

    Ich denke, dass war ein sehr momentaner subjektiver Eindruck von dir. In New York oder Chigago trifft deine Beschreibung voll ins Schwarze. Noch nie hab ich so viele verlorene Menschen gesehen wie in USA:

  2. 12. September 2008 6:17 am

    NY – definitiv. Vielleicht wird’s andersrum ein Schuh – vielleicht sieht man die verlorenen Menschen nur in der Fremde? Ich also auch in Wien.

  3. 12. September 2008 6:53 am

    das glaub ich auch ein bissl. denn unlängst in zürich gings mir ähnlich. vielleicht weil man selber ein bisschen verloren ist. also ich fühl mich in einer fremden stadt immer etwas einsam. also eine mischung aus fasziniert und einsam oder so

  4. 12. September 2008 8:10 am

    Oder einfach der Blick aufs Fremde: Gestern erzählte mir ein Nicht-Linzer, das Linz voller auffälliger Menschen sei;-)

Trackbacks

  1. Text und Tier | Es wird kommen die große Verwirrung …

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