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Die Grünen, die Wahlplakate und die Lizenzfrage

14. August 2008

Gerade habe ich mit Verblüffung festgestellt, dass es „mein“ Walplakat in die letzte Runde geschafft hat der Grünen-Aktion „Wähler gestalten Wahlplakate“, derzeit zu sehen im Standard-Advertorial – „mein“ in Anführungszeichen, weil es keinesfalls mein Plakat, meine originäre Idee, sondern ein Mashup ist.

Die Zutaten waren einerseits ein Plakat der deutschen (evtl. sogar spezifischer der hessischen) Grünen aus den Jahren 1990-1992 (irgendwann in dem Zeitraum), das in meiner Jugend über meinem Bett hing. Das Bild zeigte einen grünen Aquarell-Wal, der glücklich Wasserfontänen ausstieß und drüber war zu lesen „WALPLAKAT“. Die zweite Zutat ist der Twitter Failwhale, d.h. die Grafik eines Wals, der von Vögeln aus dem Meer gehoben wird – zu exakt jener Grafik habe ich lediglich die Zeilen „Walplakat – Wählt den Aufschwung“ hinzugefügt.

Und weil die Grünen angekündigt haben, dass „die besten drei“ (was vermutlich heißt: die mit der höchsten Userwertung) produziert werden, kann ich jetzt nur hoffen, dass sich das Walplakat NICHT durchsetzt, sonst gibt’s wohl ein arges Lizenzproblem – denn weder habe ich die Rechte für den Twitterwal, noch vermute ich, dass Twitter sich für politische Parteien einspannen lassen will (wer weiß? es wäre immerhin die einzig richtige), noch habe ich das Bild je für einen Wettbewerb mit dem Ziel einer zukünftigen Produktion eingereicht.

Im Standard-Grünen-Advertorial steht zu lesen:

Der Aufruf zeigte Wirkung: Über eine Flickr-Gruppe wurden in den letzten Wochen über 150 Einreichungen gesammelt.

Hochgeladen wurde das Walplakat nicht von mir, sondern von jemandem bei den Grünen – ich hatte seinerzeit lediglich einen Kommentar gepostet in Reaktion auf Christoph Chorherrs Blogpost. Die Twitteria weiß natürlich, woher das Bild stammt – wissen es auch die Grünen bzw. die Leute, die es in die Endrunde gevotet haben? Produzieren lassen kann man das in dieser Form jedenfalls nicht, allenfalls könnte man es „nachempfinden“. Dann sollte man sich aber zur Sicherheit auch nochmal bei den Grünen in DE melden – und beim nächsten Mal die Leute selbst hochladen und einer CC-Lizenzierung zustimmen lassen.

Wählt den Aufschwung!

Siehe auch: dies.

2 Kommentare leave one →
  1. 16. August 2008 1:40 pm

    für solche details wie rechtfragen hat man in der allgemeinen wahlkampf-euphorie wohl keine zeit….außerdem: wozu ist crowdsourcing dann gut, wenn man sich auf einmal auch noch darüber gedanken machen muss…da könnte man doch gleich eine agentur bezahlen:)

  2. 17. August 2008 6:45 pm

    Scheinbar nicht, nein… wobei man m.E. doch genau damit zeigen könnte, dass man sich mit dem schönen neuen medium wirklich auseinandergesetzt hat und nicht nur mal eben auf den schönen web 2.0 zug aufspringt…

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