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Gemeinschaftskunde 2.0: Europa ist doch ein Land, kein Kontinent (findet Sitemeter)

11. Juli 2008

Im Zeitalter der Onlinemedien werden nationale Grenzen neu gemischt. Statt Landesgrenzen zählen die Grenzen von Sprache, Interessen und Zugang zu elektronischen Netzwerken. Gerade habe ich im Museumsquartuer mit Thomas T. ein Kracherl getrunken – Thomas twittert nicht, und so kriege ich eine Menge nicht mit von dem, was um ihn so passiert (aber darum geht man ja Kracherl trinken). Er allerdings, der nicht twittert, liest ab und zu Tweets und wusste daher, dass ich – wenn man mich vor die Wahl Cocktail oder Aperol Spritzer stellt – den Aperol wählen würde. So stellt sich kurioses Informationsungleichgewicht im sozialen Miteinander ein, das es früher freilich auch immer gegeben hat – Klatschbasen wussten mehr, ebenso Leute, die Zugang zu Klatschbasen hatten (die Klatschbase in meinem Gleichnis war freilich nicht TT sondern Twitter).

Eine andere Möglichkeit, Gemeinschaft, „lumps and splits“ herzustellen, wie David Weinberger das nennt (s.u.) und zugleich noch das eheste Nationalitätssurrogat, ist die Ermittlung von IP-Adressen – für den User scheint das meist irrelevant zu sein, wird aber relevant, wenn man z.B. VH1 USA im Netz ansehen möchte: Das geht nur mit einer US IP-Adresse. Auch Blogstatistiken machen einen immer wieder auf IP-Adressen aufmerksam (ich wünsche mir z.B., dass der regelmäßige Leser dieses Blogs aus den USA mein Freund Tino M. ist – vielleicht irre ich mich aber und es sind immer einzelne, versprengte andere New Yorker). Und heute hatte ich außerdem Besuch aus Europa:

Was dann vermutlich beweist, dass Europa doch ein Land sein kann, abhängig vom Blickwinkel. Der Besucher kam übrigens von der IP 213.199.128.# | (Microsoft European Internet Data Centres) | microsoft.com. Vielleicht gelten für die Leute bei Microsoft andere Regeln? Vielleicht dürfen die ihre IP-Welt dort nach Kontinenten aufteilen – hoffentlich bekomme ich mal Besuch von Microsoft Afrika!

Hier noch das angekündigte Weinberger-Zitat (kopiert von Wired, „Order is in the eye of the tagger„):

Aristotle lays out a task for all those who want to know their universe: Go forth and lump and split.

„Lump“ and „split“ are not Aristotle’s words, but, surprisingly, they are technical terms among professional indexers. Seth Maislin, a member of the board of directors of the American Society of Indexers and a consultant on indexing to the likes of the United Nations and Microsoft, explains: „A lumper takes things that seem disparate and combines them because they have something similar. A splitter tends to take two things that are lumped together and separate them into smaller categories.“ Indexers tend to be one or the other, their technique driven by their personality.

Every day we face the same choices as professional indexers. Some of us store all our bed linens in one pile in the closet, while others of us separate them by bedroom, color, weight, and season … and then arrange each little pile so the least-worn sheets are on top. When asked if we know the way to San Jose, our directions lump together a long stretch of road rather than counting the precise number of lights — „just keep going for a while“ — but split out the strip mall on the right because we think it will be a useful landmark. And much of our conversation is about the right lumping and splitting. Your friend didn’t like the movie last night because she thought it was supposed to be a comedy. No, you say, it wasn’t supposed to be a laugh-out-loud comedy. It was more of a chortle-inwardly comedy … more like Amélie than Animal House. We are constantly negotiating life’s lumps and splits, from trying to decide which kid gets to ride in the front to arguing over health-care reform.

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