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Irrationale Maschinen machen mich schwach

18. Mai 2008

Ich habe ein Faible für charmante Fehler- und Hilfemeldungen. Einige der Gründe, warum ich Twitter, WordPress und auch dieses Facebook-Zombie-Spiel so mag, hängt mit der Qualität derer Meldungstexte zusammen, die der jeweiligen Anwendung sowas wie ‚personality‘ geben. Ich mag, dass Twitter bei nicht-existenten Seiten nicht nur sagt, dass die Seite nicht existiert, sondern auch die Hoffnung „Maybe we can still find it!“ ins Suchfeld dazu gibt. Und ich liebe es, dass mir das Zombie-Spiel, nach dem ich mir ein neues Schutzschild gekauft habe, nicht nur den Kauf bestätigt, sondern auch fragt: „Why are you so awesome?“ M.a.W. alles, was an Kommunikation hinauszipfelt über die technisch-logistische Notwendigkeit stimmt mich, von einer Anwendung kommend, dieser ‚wohlgesonnen‘. Möglicherweise bin ich damit nicht besser dran als dieser Münsteraner Schwan, der sich in ein Tretboot verliebte – die antiquierte Seele weiß nicht, dass Tretboote und Rechenmaschinen keine Liebe oder Charaktereigenschaften kennen.

Ein kleines bisschen schwach hat mich auch grad mal wieder der Sparkassenmann gemacht. Netbanking ist down und statt bloß einer schnöden Fehlermeldung haben die jetzt auch noch das Gesicht vom Sparkassenmann dorthin gepappt. Wer könnte bei diesem treuen Blick lang böse sein?

Ansonsten noch schnell eine Leseempfehlung: Sigrid Jones‘ jüngster Artikel, in dem sie das weit verbreitete Vorturteil, Lolcats würden Bildungsunlust und schlechten Sprachgebrauch fördern, seziert und widerlegt, inkl. einer hervorragender Lolcat-Bibliografie!

2 Kommentare leave one →
  1. 19. Mai 2008 9:49 pm

    Mir gefällt der Sparkassenmann auch.🙂 (Nicht ganz so gut wie George Clooney, der mich kurzfristig zu Nespresso-Sucht verleitet hat. )
    Zumindest suggriert er die Illusion einer persönlichen Beziehung zu einer Bank, auch wenn wir in Wahrheit als Kunden immer mehr Arbeit selbst leisten und und selbst bedienen (Kontoauszüge drucken, Bankomat bedienen, online banking usw.)

  2. 19. Mai 2008 10:06 pm

    in der tat – wo die arbeit bleibt in zeiten der internetsucht ist auch noch ein spannendes kapitel. übrigens wurden nur 20 der 57 beiträge auf dem ffk2008.de in den publikationsband aufgenommen- die lolcats nicht, und das verfahren war wenig transparent, werde morgen/demnächst drüber bloggen. evtl. muss man sowas selbst herausgeben – evtl. ein thema für den 28.05…

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