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Lob des Identity Switches (Über Online-Identitäten)

25. April 2008

SwitchIch bin ja die erste, die die innere Stirn runzelt, wenn mir jemand was von der fragmentarisierten Online-Identität erzählt. Solche Vorstellungen, die sich im Abstand von der nicht tot zu kriegenden Ideologie einer runden, gerundeteten einförmigen Identität definieren, interessieren mich nicht. Da halt ich es lieber mit Merleau-Ponty: Alle Erlebniszustände, all die verschiedenen ‚cogitos‘ (bzw. cogiti) werden durch die Identität (im Sinne von: Selbes) des Leibes zusammengehalten. Wenn ich einschlafe, wenn ich aufwache, mein Körper ist immer derselbe; und wenn ich im Traum fliegen kann, so kann ich es die meiste Zeit im Alltag nicht – quasi ein majority rule der Bewusstseinszustände. Abseits dieser Scharniere darf’s aber flattern und auseinanderdriften wie es will.

Insofern: Solange wir uns nicht selbst verwirren durch die verschiedenen ‚Masken‘ (im Sinne von persona), die wir online/offline/im on/off Zwischenraum annehmen, bleibt sich eh alles gleich.

Identity online ist aus technischer Sicht wiederum nichts anderes als eine Bündelung von Rechten und Rollen: Auf welche Informationen habe ich Zugriff? Wie kann ich mit diesen Informationen interagieren (lesen, schreiben, bearbeiten, für andere freigeben…) oder mit anderen Rollenträgern interagieren? Welche Informationen werden mir von anderen zugewiesen?

Identity Switch ist hier nur ein Switch von solchen Rollen und Rechten – und Pflichten: Selbst schuld, wer seine Job-Emails am Wochenende liest. Ich habe einen ganzen Stall voll Email-Adressen – aus gutem Grund, denn ab und an will ich mit bestimmten Informationen, die auf bestimmten Accounts eintreffen, nichts zu tun haben. Manchmal gibt’s ja so Phasen, da stöhnt man innerlich schon, wenn man gleich das Email-Postfach öffnet – weil man sich wieder mit diesen Rollen, Rechten und Pflichten und den Personen, die einen über diese ansprechen, auseinandersetzen muss (grad im Moment krieg ich von jemandem immer wieder Emails, der/die mich gewaltig ‚anzipft/anzipfen‘ –> Anlass für dieses Post).

Was mich dran erinnert, dass ich mein mit solchen externen Pflichten verknüpftes Gmail-Account-Widget auf ein separates Netvibes-Tab legen muss – damit ich wenn Rest & Relaxation angesagt ist, gar nicht erst sehe, ob es da grad nervige Neuigkeiten gibt oder nicht:-)

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