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Molotov Alva – die erste Second Life Serie

20. April 2008

Soeben bei Reel Pop gelesen: Eine niederländische Produktionsfirma, submarine.nl, die sich auf „documentaries for the digital age“ spezialisiert“ hat eine Second Life Fake-Doku Serie entwickelt (und jüngst an HBO verkaufen können), die auf folgender Grundidee basiert:

In January 2007, a man named Molotov Alva, disapeared from his Californian home.

Recently, a series of video dispatches by a Traveler of the same name have appeared within a popular online world called Second Life.

Filmmaker Douglas Gayeton came across these video dispatches and put them together into a documentary of seven episodes.

Die Subline gemäß Promovideo weckt Matrix-Assoziationen: Molotol Alva and his search for the creator. A Second Life Odyssey (die Suche nach dem Creator/Architect als säkulare Variante der Suche nach Gott).

Ich überlege gerade, inwieweit es das Attribut ‚Fake‘ hier wirklich braucht, da es m.E. (derzeit noch?) völlig eindeutig ist, dass das Szenario „Second Life Videos einer vermissten Personen gefunden“ in jedem Fall Fiktion sein muss. Vielleicht sieht das in 5 bis 6 oder 10 bis 15 Jahren anders aus: Vielleicht sind die Lebensmittelpunkte dann auch im Mainstream soweit ins Virtuelle verlagert, dass solch gefundenes Material als ‚Proof of Life‘ gewertet werden kann, und dass der ästhetische Eindruck von solchen VR Videos einem dann ebenso das „willing suspension of disbelief“ erleichtert (auf den unser sich Einlassen auf Fiktionen beruht), wie das einst die Handkameraästhetik in Blair Witch Project tat.

Schade jedenfalls, dass im Einsteig in die Serie eine große Chance vergeben wurde: Hier wird die Erklärung (Molotov Alva disappeared) präsentiert, das ganze wird aber nicht mit First Life, sondern mit Second Life Bildern (etwa ein VR-Billboard: MISSING!) illustriert – hätte man hier einmal kurz eine ‚echte‘ Person gesehen, wäre die Behauptung der Transformation in eine virtuelle Person schon minimal glaubwürdiger gewesen.

Die weitere Etablierung der Person Molotov Alva, und die Begründung seiner Second Life Existenz bleibt auch im wesentlichen im Rahmen der üblichen Fantasien. Folgendes Statements Molotovs klingt jedenfalls ein bisschen, als hätte es nicht ein SL-Nutzer, sondern vielleicht ein Soziologe, der was über SL sagen soll, abgegeben:

You an call it nostalgia, but I’ve saved the these snapshots from my first life. Sometimes, I return to this memory garden and wonder who these faces belong to, what they meant to the me I used to be. Because you see, I’ve been in my second life so long, I’ve forgotten.
I soon discovered that in this brave new world everything, from who I was to who I look like was changeable.
I could be who ever I wanted to be in this brave new world – for a price.
Did I want to be strong? Tall? Big? Small? Black? White? Muscular? Perhaps Older? Or maybe a perfectly rendered facsimile of my carbon-based self.“

N.B.: Auch der Mythos der digitalen Kopie (des digitalen Faksimiles) taucht wieder auf.

Am Rande: Auf der Homepage von „My Second Life – the video diaries of Molotov Alva“ ist die erste Episode noch nicht zu sehen – evtl. gabe irgendwo einen vorzeitigen Leak, den auf Youtube ist sie schon da, mit portugiesischen (?) Untertiteln, hochgeladen am 6. April:

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