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Regel #1: Online & Offline Synchronisieren

19. April 2008

Wie in einem Tweet vom 6. April 2008 beschlossen: Ich habe meine Identitätspositionierungsstrategie (bzw. schicker: meine Social Media Strategie) jüngst geändert. Auf meinem englischen Blog war mein real name nirgends zu finden, für diverse Webservices verwendete ich nicht memorisierbare Kürzel wie anajemstaht und wenn jemand auf meinen Blog im Kontext der Erwähnung meines Namens linkte, bat ich um Entfernung des Links.

Social Media Strategy

Nachdem ich mich nun mehrfach im Austausch mit anderen mit dem Thema Social Media befassen durfte (z.B. auf dem Barcamp in Wien, Jänner 2008; bei einer Podiumsveranstaltung, die ich mit dem net culture lab organisiert habe; jüngst im Radio auf FM4) bin ich für mich zum Ergebnis gekommen, dass mein sich Widerstreben, in den Online-Sog gezogen zu werden, mit dem grundsätzlichen Widerstreben gegenüber den Möglichkeiten der Technik, das einen (aber nicht alle) sporadisch erfasst, zu tun hat. Ich bin mir also fast sicher, dass hier ein Fall von ‚prometheischer Scham‘ vorliegt, wie sie der von mir hochverehrte Günther Anders (1902-1992) beschrieben hat: ein Unbehagen gegenüber der Perfektion der von uns erschaffenen Geräte, welche unsere eigenen Fähigkeiten bei weitem übersteigt.

Im Fall Onlinemedien möchte ich mein Bedürfnis, mich online bedeckt zu halten (gleichzeitig aber vom Nutzen und den Vorteilen der Online-Medien profitieren zu wollen) als einen solchen prometheischen Reflex bezeichen: die Illusion, man könnte die Kontrolle behalten, und so die prometheische (bzw. auch anthropologische) Kränkung ignorieren.

Je nun. Da ich aber den digital erweiterten Lebenshorizont studieren will, sollte ich auch nicht versuchen, ihn zu kontrollieren (schon im Sinne eines relative objektiven Forschungsszenarios). Ich mag ein Dutzend verwirrender Profile erstellen können – sobald der Connex zwischen einem und mir als realer Person einmal hergestellt ist, bleibt er bestehen.

Die Regel #1, Online & Offline Synchronisieren, erklärt sich also so: Nutze für dich, was du mit Gewalt nicht besiegen kannst. So steht hier auch demonstrativ mein Name oben im Titel. Nebenbei erlaubt einem diese Regel auch eine Form der Selbstdarstellung, für die ich mir sonst zu ete petete wäre; und ein überzogener Wunsch nach Selbstdarstellung wird im Internet agierenden ja gerne vorgeworfen, selbst von ebenso Agierenden – siehe folgenden Auszug aus der FM4-Online-Debatte zur Show:

alpiarts | vor 4 Tagen, 12 Stunden, 57 Minuten

habe mal vor etwa 2 jahren eine homepage einer sängerin besucht. wollte ihren comment zu meiner musik haben. sie meinte: super, eine woche später haben wir telefoniert, eine woche darauf mit einander geschlafen.
oder: (etwa zwei wochen danach): ich schreibe einem sympathischen mädchen was auf ihre vk (was normalerweise nicht meine art ist), etwa eine woche später haben wir telefoniert, und es ergab sich eine 10 – monatige beziehung.
oder: eine frau, mit der ich vor etwa 18 jahren eine kurze affäre hatte, kommt per google – zufall auf meine hp, mailt mich an, und hin & her, und übermorgen steigt sie in den flieger, um mich zu besuchen, bei mir zu übernachten. obwohl sie eine bürgerliche existenz hat, verheiratet, 2 kinder. riskantes, geheimes unternehmen.
also: dieses vorurteil von wegen: entweder virtuell oder unmittelbar, ist quatsch. das internet kann ein wirklich lässiger vorbereiter für tatsächliche begegnungen sein. wenn man nicht plump direkt und derb notgeil ist…***
<<

gidi | vor 4 Tagen, 12 Stunden, 26 Minuten
Du bist so super, dass es fast weh tut.
<<

eherd | vor 4 Tagen, 12 Stunden, 23 Minuten
er ist der beste !!
<<

moint | vor 4 Tagen, 10 Stunden, 2 Minuten
Wo der Alpi überall seine Gene verspritzt…

Bam Oida.
<<

christianlehner | vor 4 Tagen, 9 Stunden, 56 Minuten
lustig samma, puntigamma.
<<

alpiarts | vor 4 Tagen, 9 Stunden, 32 Minuten
das, was ich erzählt habe, ist realität.
muss ich es nochmals sagen:
mein leben ist mir zu kurz und wichtig für ausgedachte anekdoten und scherzchen.
ich bin kein schauspieler.
<<

pianofarte | vor 4 Tagen, 6 Stunden, 11 Minuten
Ja, aber ein kleiner Bonvivant!
Küsst mich die Muse will ich tanzen, nicht unbedingt, aber vielleicht……
<<

symphonyofheat | vor 4 Tagen, 10 Minuten
gute güte, ich dachte nach deinem posting, du wärst höchstens 20, aber du bist ja im blumenau bereich angesiedelt….und dennoch noch zu unerfahren, um zu wissen, dass diese angeberpostings nicht soooo gut ankommen? <<

symphonyofheat | vor 4 Tagen, 10 Minuten
abgesehen davon, gute arbeit auf deiner hp.
<<

alpiarts | vor 3 Tagen, 23 Stunden, 16 Minuten
ich bin 44.
unerfahren?…naja…
angeber: ja, ich gebe dinge an.
und: es ist wie es ist.
<<

chepedaja | vor 3 Tagen, 23 Stunden, 12 Minuten
alpi legt sie alle flach!
<<

moint | vor 3 Tagen, 22 Stunden, 15 Minuten
Schauspieler vielleicht nicht, aber Selbstdarsteller auf jeden Fall.
<<

alpiarts | vor 3 Tagen, 21 Stunden, 47 Minuten
sind wir alle…
<<

vanxxx | vor 3 Tagen, 19 Stunden, 29 Minuten
alpiarts
Bist du der, der mal bei blumenau angerufen hat, die Geschichte kommt mir so bekannt vor.
<<

alpiarts | vor 3 Tagen, 19 Stunden, 21 Minuten
ja…
<<

schauabaua1 | vor 3 Tagen, 18 Stunden, 43 Minuten
artikel bitte lesen
hast du den artikel eigentlich gelesen?
<<

alpiarts | vor 3 Tagen, 18 Stunden, 40 Minuten
ja…
<<

maxmosley | vor 4 Tagen, 13 Stunden, 33 Minuten
FREE JANA
Seit 12 Jahren im Internet?!
Get alive.
<<

kollektivtraeumer | vor 4 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten
Get proper education.

You’re free to find out why on your own.
<<

inkbot | vor 4 Tagen, 9 Stunden, 13 Minuten
quis custodet ipsos custodes?
<<

fatmike182 | vor 4 Tagen, 13 Stunden, 50 Minuten
das ist ja…
alles schrecklich und das ist wirklich alles jetzt schon moeglich? Wie unheimlich! Und vorallem wie ploetzlich das nun alles in einem Kontext aufgezeigt wurde – die Kontroverse von websingles und youporn. So unerwartet. Aber wenigstens wird der Paradigmenwechsel des dynamischen Mediums mit modernem Sprachschatz katalysiert. Auch von Worten die kein Uberg33k auch nur je sagen wuerde.

Leider neigt diese recht nette web2.0 Zusammenstellung dazu die schlichte Aussage zu treffen: web2.0 Menschen kommunizieren wie die total crazy funky fresh Energy104.2-Moderatoren auf kommerzialisierten Datenschutzgrauzonen (facebook, …) sind dabei stolz darauf von diversesten Avataren anmasturbiert zu werden und verDAUen das Internet mit dem guten Zweck, dass das einstige militaerisch genutzte Medium (sry @ cern) vom Volk dummheitsparzifiziert wurde.
Das ist fuer irgendwen der sich seit Jahren mit Internet auseinandersetzt web2.0?

Soll Mitleid erzeugt werden fuer Leute die oeffentlich ueber den arbeitgeber herziehen und sich keiner moeglichen konsequenzen bewusst sind?
Gottseidank gibt es offensichtlich einen Darwin2.0 der ueberdimensionale Naivitaet ahndet…
<<

3 Kommentare leave one →
  1. 20. April 2008 8:07 am

    if you’re going to change your „social media strategy“ a bit, you should maybe also have a look at „social media tools“ like http://flock.com/ — a „social browser“. integrates del.icio.us, flickr, your blog(s), facebook, twitter, youtube… give it a try. based on mozilla firefox.

  2. 20. April 2008 8:13 am

    Excellent, sounds good!

Trackbacks

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