Was das ZDF nicht zeigen wollte: Leere Container bei der ‘Anti-Killerspielaktion”
Nicht häufig bekommt man die Gelegenheit, nachzuvollziehen, wie öffentlich-rechtliche Medien die Wahrnehmung der Gesellschaft durch Selektion und Perspektivenwahl für andere Zwecke als den der Objektivität zurechtrücken… in der folgenden Ausgabe von Heute vom 17.10.2009 war zu sehen, wie ein Jugendlicher ein “Killerspiel” in einem Container versenkt. Was in dieser Geste wie eine Aktion mit breiter Resonanz vor Ort rüberkommt (siehe besonders Minute 0:31), war vermutlich ein Einzelfall…
Und vermutlich war diese Entsorgung auch noch mehrfach erprobt, wie folgende Aufnahmen nahelegen – dass der Container leer ist, konnte man in der ZDF-Aufnahme freilich nicht sehen.
Da darf man sich schon fragen: Ist eine solch tendenziöse Selektionsweise in einer öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung die Regel oder doch eher die Ausnahme? Hm. Gut, dass es User-Generated Content gibt – als Unterwachung der Gatekeeper unverzichtbar. Der einzelne Fall mag banal erscheinen – die alternativen Blickwinkel erinnern uns aber daran, dass auch die traditionellen Medien die Objektivität nicht gepachtet haben.
Entdeckt via Michael G. Wagner
Kinder die geliebt werden haben keinen Grund mit scharfen Waffen auf andere zu schießen.
Wer Computerspiele verbieten will um Katastrophen zu verhindern, verschließt die Augen vor den wirklichen Beweggründen und Lebenshintergründen dieser Täter.
Vermittelt den Kindern Perspektiven und Lebensfreude, dann braucht ihr ihnen nicht das Spielzeug wegnehmen.
vielleicht sollte man eher die kirche verbieten? bestimmt haben die amokläufer alle einen christlichen hintergrund, sind also damit aufgewachsen, ein folterinstrument anzubeten …. erscheint mir jedenfalls wesentlich sinnvoller als die spiele mit denen sie ihre aggressionen höchstens ABbauen zu verbieten
@heidihu es gibt da so viele dinge, die in frage kämen! im konkreten fall der aktion winnenden muss man wohl eingestehen, dass es u.a. eltern von opfern sind – ich nehme an, es entlastet, eine solche aktion zu starten, um wenigstens das gefühl zu haben, irgend etwas zu tun. die probleme sitzen freilich woanders.
das ist verhältnismäßig und in bezug auf das, was das öffentlich-rechtliche fernsehen diesbezüglich in deutschland schon gebracht hat, harmlos.
siehe zb: http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak
natürlich ist diese aktion mit der tonne affig, aber da gings vermutlich einfach darum, genau diese dämliche idee der veranstalter abzubilden, deshalb hat man sich wohl dazu entschlossen, das zu inszenieren. relevant ist das aber nicht. wichtiger ist, dass gegner als auch befürworter im beitrag zu wort kommen und das passiert ja immerhin. auch, wenn das natürlich alles sehr oberflächlich daherkommt.
und wie so immer gilt: was relevant für sie ist, enscheidet die leserin für sich.
EDIT: Ebenso die Bloggerin (Mood: etwas genervt von der Kategorie Kommentare, die es für relevant halten, auf die Irrelevanz einer Äußerung hinzuweisen; Nachwehen von http://digiom.wordpress.com/2009/09/30/thurnher-will-im-falter-auf-die-webdebatte-eingehen-rofl/, zweifelsohne). Ceterum Censeo: Lasst’s die Leut sudern im Web wie sie wollen, nur so wird aus vielen kleinen Sudereien mal eine gesellschaftliche Gesamtstimming.
seltsame reaktion, frau herwig. es ging mir eigentlich darum, inhaltsmäßig etwas zu deinem posting beizutragen weil ich mich mit dem thema doch schon länger beschäftige. der rest ist meine persönliche meinung als kommentarschreiber.
was meinst du mit seltsam, herr glashüttner? oder vielmehr: was meintest du mit relevant und nicht relevant? hab ich eventuell anders aufgefasst: wie geschrieben – wenn man die falterdebatte im hinterkopf hat (und sich wie ich gerade auf den wolfgang-lorenz-gedenkpreis für internetfreie minuten vorbereitet) – dann können einem solche unterscheidungen schon mal auf den keks gehen. ich verstand sie als: bei den traditionellen medien reicht’s, wenn der große bogen stimmt, wenn die anderen (blogger, unterwacher wie die vor ort mit der kamera) sich äußern/aufregen ist das nicht relevant.
Nicht alle öffentlich-rechtlichen Produktionen sind so dröge, schau mal “Online-Welten für Kinder” auf 3sat vom samstag. Da gehts auch in wertfrei. Ansonsten natürlich: Daumen runter für staatstragendes Manipulationsfernsehen.
war eh kein pauschalurteil über fernsehen beabsichtigt – im gegebenen fall hatte ich das untere youtube-video vor dem zdf-beitrag (und den auch nur online) gesehen und verblüfft über die so gewonnene einsicht.
dumm, das man sowas noch stellen muss…
Gerade im Fall von Winnenden, müßte man wohl eher darüber nachdenken Schützenvereine und den sportlichen Umgang mit Schußwaffen zu verbieten. Im Gegensatz zu Computerspielen ist diese Realität nocheinmal eine ganz andere!
sag ich doch: http://wolkencloud.wordpress.com/2009/10/20/terror-lohnt-sich-nicht-mehr/
Das ist allemal billiger als Terrorangst zu schüren, vor allem wenn die Medien, wie hier, bereitwillig mitmachen.
@thomas ja, darum ging es uns bei dieser aktion: http://digiom.wordpress.com/2009/03/12/i-have-killed-monsters-in-pacman/
siehe auch http://www.flickr.com/groups/1005658@N25/pool/
Hi hi, das ist wirklich lustig. Ich führe gerade eine Lehrgang mit LehrerInnen zu Media Literacy und YouTube durch, das werde ich gleich einsetzen! Perfekt, um das Thema Agenda Setting zu thematisieren. Danke!
@sigrid you’re welcome!
Hehe,
ist die absolute Frechheit, ich werde auch gleich mal ein wenig darüber bloggen
Das die Aktion in die Hosen ging, hatte man ja schon im Netz gehört, aber dieser Videobeweis ist ja der Hammer!
Gruß
AMUNO
Amuno – a name they’ll like:)
Hallo zusammen,
ich heiße Adrian, bin 23 Jahre alt und selbstständiger in der Vergnügungsbranche. Seit 4 Jahren wohne ich mit meiner Lebensgefährtin zusammen mit der ich nun schon 5 Jahre zusammen bin.
Seit ich ca. 6 Jahre alt bin Spiele ich auf Konsolen. Spielen ist meine Leidenschaft und mein größtes Hobby.
Seit ca. 3 Jahren bin ich auch ein großer Fan dieser umstrittenen “Baller-Spiele”. Ich Spiele diese Spiele weil es für mich nichts anderes ist als ein Wettbewerb. Ob ich online gegen einen Fremden ein Fußballspiel spiele oder einen Shooter macht für mich keinen Unterschied. Bei den Shootern jedoch ist es so das ich den zusammenhalt in der Gruppe toll finde.
Wir spielen dort immer zu sechst zusammen in einem Team und versuchen das andere Team auszuschalten. Das lustige ist das man das mit sovielen anderen Dingen vergleichen könnte wie z.B. “Mensch Ärgere Dich Nicht” wo es auch darauf ankommt sein Ziel zu erreichen und gegebenfalls einen “Gegner” auszuschalten.
Das die Spiele immer realistischer werden gefällt mir natürlich sehr wobei es für mich keinen Unterschied macht ob ich mit einer originalgetreuen MP5 auf jemanden schieße oder mit einer virtuellen Wasserpistole.
In jedem Sport geht es darum seinen Gegner zu besiegen, ob beim Boxen, Ringen, Judo, egal welchen Sport ich nehme, bei jedem kommt es auf das Selbe an. Diese “Baller-Spiele” sind nur ein Thema in den Medien weil dort eben GESCHOSSEN wird.
Ich persönlich habe zig Freunde verloren die in einer Welt versunken sind die viel komplizierter, aggressiver und psyche schädigender als das was ich tue. Sollten die netten Politiker doch mal einen Blick auf World of Worldcraft werfen…
Danke für deinen Kommentar, Adrian!
Möchte hiermit direkt auf den Beitrag von thomasfried antworten: SO EIN SCHWACHSINN! (tut mir leid)
Mein Vater ist seit Jahren Mitglied im Schützenverein, erfüllt alle Vorraussetzungen (Waffenbesitzkarte, Waffenschrank, Lehrgänge, regelmäßiges Training etc…)
2005 und 2006 Wurde mein Vater Baden-Württembergischer Landesmeister in der Disziplin “Polizei- und Dienstwaffe vor 1945″
Alle Mitglieder dieser Schützenvereinigung sind gestandene Männer und Familienväter und haben ebenfalls einen SPORT als Hobby. Und du willst diesen normal arbeitenden Menschen ihren Sport nehmen weil ein(!) Sportschütze seine Waffe für seinen verwirrten Sohn zu leicht zugänglich aufbewahrt hat.
Weder die Spiele noch die Schützenvereine sind Schuld an solchen Tragödien. Nicht mal der viel diskutierte Paintball-Sport versaut diese Attentäter.
Man kann hier nicht alles verallgemeinern und über einen Kamm scheren, auch wenn das für die Leute die weniger nachdenken das Einfachste wäre.
Persönlich würde ich jedoch sagen das man den Eintritt in einen Schützenverein an einer Altersgrenze ab 25 Jahren festmacht.
Viele Erwachsene und auch “erwachsen gewordene”(18 Jahre jung) führen ihre Autos mehr als Waffe wie 98% der Sportschützen ihre Pistolen!
@Adrian: Mit dieser Frage haben wir uns intensiv im Rahmen von “Games don’t kill” auseinander gesetzt – zumindest kann man festhalten, dass ein Spiel, selbst wenn es in die Hände einer aktuell instabilen Person gerät, nur schwierig als Mordwaffe verwendet werden kann. Mit Schusswaffen sieht das freilich grundsätzlich anders aus – diese Frage lässt sich aber nicht generalsieren, sondern betrifft die Frage des Umgangs mit Technologien allgemein. Wie geht man mit ihnen um, wenn sie da sind? Zu einem verantwortungsvollem Umgang gehört dann auch, sie nicht in die Hände von Personen kommen zu lassen, die NICHT damit umgehen können (i.e. nicht Sportschützen). Bevor man also Computerspiele verteufelt, würde sich es also lohnen, diese Frage zu debattieren.
Um diese Fokusverschiebung ging es uns bei Games don’t kill.
http://digiom.wordpress.com/2009/03/12/i-have-killed-monsters-in-pacman/