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Wie Twitter unsere Sprache und unsere Konzepte verändert

3. Juli 2009

Kurze Notiz an die Twitterati unter den LeserInnen dieser Worte: Schreibt ihr auch manchmal in eure Emails Hashtags rein? Etwa sowas wie:

Sorry nochmal dass ich unser Date neulich total verschwitzt hab! Bin in letzter Zeit ein paarmal zwischen digitalem und analogem Kalender hin und her geswitcht und hab mich natürlich gleich doppelt belegt… #fail

Gerade das Hashtag ist so praktisch, stellt es das Geschriebene doch gleich unter eine übergeordnete Kategorie, ohne dass man dazu weitere Worte der Erklärung (etwa “Soweit meine jüngsten Erlebnisse aus der Kategorie: Versagen im Alltag”) anbringen müsste. So praktisch, dass man dringend überlegen müsste, wie man das auch im Verbalsprachlichen zum Ausdruck bringen könnte.

Passend dazu bin ich via Tweet von Meral heute auf folgendes hübsches Bild gestoßen:

Twitter

Kleiner Kommentar zum Titel: Natürlich ist es nicht so, dass Twitter ‘uns’ von heute auf morgen mit diesen Neuigkeiten überfallen hätte. Gerade das Hashtag ist eine Erfindung, die ProdUser bzw. ProAms eingeführt, in die Regeln der Twittersemantik eingeschrieben haben. Bleibt alles weiterhin schön co-konstruktiv!

EDIT: Kleine Ergänzung von Robert Harm – nach der Suchmaschinenoptimierung kommt die Hashtaggisierung:

SEO to Hashtag - Noise to Signal

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  1. Martin permalink
    3. Juli 2009 4:53 nachmittags

    Habe lustigerweise heute auch über hashtags nachgedacht. Denke, sie haben das Zeug eine allgemeine taxonomie zu ermöglichen, die man in allen digitalen Kontexten nutzen könnte. Mails in der Betreffzeile mit einem hashtag zu versehen würde zum Bespiel automatische Sortierung deutlich erleichtern.

  2. 3. Juli 2009 5:01 nachmittags

    Ja, Hashtag ermöglichen das Bauen einer Adhoc-Taxonomie, als solche freilich ziemlich ungeordnet. Spannend finde ich insbesondere den Moment, indem sie auch in analog, nicht-durchsuchbare Kontexte Eingang finden – denn dort machen sie sichtbar, dass sie nicht nur zur Suche nach einem bestimmten Wort brauchbar sind, sondern eine eigene Konnotation mitbringen, eben die einer übergeordneten Kategorie. Nomen und Adjektive sind wohl die wichtigsten dabei.

  3. ella permalink
    3. Juli 2009 5:26 nachmittags

    stimmt, beobachte das phänomen auch bei mir, ich verwende # in deinem sinne (also nicht als such-/sortierungshilfe) mittlerweile ständig auf skype, wodurch ich alle nicht-twitteranti regelmäßig verwirre, gleichzeitig würd ich gern alle skype-emoticons in twitter verwenden. habe es allerdings noch nicht mit Sprache/Wahrnehmung in Verbindung gebracht – toller Ansatz.

  4. 3. Juli 2009 5:26 nachmittags

    Mir gefällt daran besonders gut, wie Sachen, die für den einen Zweck erfunden wurden, sich dann für ganz andere Dinge als nützlich erweisen.

  5. nic_ko permalink
    3. Juli 2009 5:41 nachmittags

    ich verwende hashtags zunehmend häufig beim sms-schreiben.
    blöd, wenn diese sms an unschuldige nicht-twitteranten gehen, die dann eher ratlos reagieren.

  6. 3. Juli 2009 5:46 nachmittags

    @ella richtig, ähnliche prozesse waren zuerst bei emoticons zu beobachten – welche man sich mittlerweile aus der geschriebenen kommunikationen (abgesehen von der, die für den druck vorgesehen ist :-o kaum noch wegdenken kann)

    @antje: ja, signifikanten gehören eben denen, die sie verwenden – und diemachen damit was sie wollen. repurposing: yes please ! (darum muss copyright irgendwann einmal sterben bzw. ein gewohnheitsreicht der anwendung anerkennt werden)

    @nic_ko in der tat. und auch immer wieder schön an sich slebst zu beobachten, wie man kaum noch nachvollzeihen kann, dass sich der sinn nicht bei nährer betrachtung erschließt.

  7. 3. Juli 2009 5:51 nachmittags

    Hallo,

    ich biete unter dem Account http://twitter.com/definiere eine Möglichkeit an, unbekannte #Hashtags (z.B. #moonfruit) zu erklären.

    Mitmachen kann jeder: Einfach per @reply an @definiere #Hashtag Deine Erklärung.
    Veröffentlicht werden die Erklärungen mit Quellenangabe auf http://webevangelisten.de/hashtags/

    Weil jeder mitmachen kann und man sich gegenseitig überschreiben kann, funktioniert das Ganze eigentlich nach einem Wiki-Prinzip.

    Hoffe, das ist hier jetzt nicht zu “spammig”, aber fiel mir bei diesem guten Artikel ein, dass das interessant sein könnte.

    Grüße
    Thomas

  8. 3. Juli 2009 6:00 nachmittags

    danke für den tipp – #moonfruit habe ich heute schon mal gelesen, ist das der running gag bei der definition? ohne kontext machte der tweet naemlich keinen sinn:

    http://twitter.com/SoIsses/status/2453541841

  9. 3. Juli 2009 8:03 nachmittags

    Ich wäre in der gesprochenen Sprache für ein leicht identifizierbares Geräusch…

  10. 3. Juli 2009 8:49 nachmittags

    Witzigerweise experimentiere ich seit gestern wieder mit den Click-Lauten, wie sie in Xhosa und Zulu vorkommen. Zu hören hier – das Q wäre geeignet (ein Schnalzen hinten am weichen Gaumen – nicht in der Mitte sonst kann man nicht parallel Vokale aussprechen): http://www.youtube.com/watch?v=HfZA4TkjbtE

  11. 3. Juli 2009 11:32 nachmittags

    ad #moonfruit Leider kein Gag sondern Marketing. Man kann eine Laptop gewinnen.

    Hashtags haben auch bei mir schon in vielen anderen Bereichen Einzig gehalten. IM, SMS, Mail, Comments,..
    Vor längerer Zeit habe ich sie auch in Gesprächen genutzt, gibt auch ein Twitpic dazu. War allerdings nicht ganz so erfolgreich. Kann man aber gut mit Anführungszeichen vergleichen, die man im normalen Gespräch ja auch durch ein Handzeichen nutzt. Die Raute sind einfach vier (zwei je Hand) überkreuzte Finger.

    Momentan probiere ich bei Twitter etwas neues. Ich setze an den Anfang des Tweets ein Wort, mit welchem der Tweet sofort einsortierbar ist. Vergleiche das gerne mit Kategorien in Blogs. Ob und wie man das in Zukunft nutzen kann wird sich noch zeigen.

  12. 3. Juli 2009 11:54 nachmittags

    Habe deine Tweets angesehen, konnte keine Wörter identifizieren, die einsortieren erlauben? Bzw. ist das nicht das, was Hashtags leisten? Die Kategorien können sehr allgemein verständlich sein (z.B. #Life), oder sehr exotisch, was ich persönlich häufig sehr charmant finde (#Anothershittydaycomingtoanend). Platzierung am Tweetende scheint mir sinnvoller zu sein als am Anfang – was interessant ist, denn bei Zeitungsartikeln ist es umgekehrt, da kommt erst die einordnende Zeile (‘Ausland’). Da Tweets aber so schnell ‘ausgelesen’ sind und der eh nur kurz währende Lesefluss am Anfang (ebenso durch sehr viele Hashtags mitten im Tweet) gestört wird, scheint mir Platzieren am Ende sinnvoller.

  13. 6. Juli 2009 11:12 vormittags

    http://yfrog.com/egshsg – die nächste Stufe? ;-)

  14. 9. Juli 2009 7:01 nachmittags

    Ich finde die Hashtags eine sehr gute “Erfindung”. Wenn man aber mal ehrlich ist sind es ja eigentlich “Tags” ;-) Tags sind eine wunderbare Methode um Dinge zu sortieren ( machen wir ja in Blogs mit den Tag Clouds nicht anders ), bei Del.ic.ious die Links etc etc.

    Mit Hashtags/Tags in Mails gehts auch leichter. Ich hoffe das es sich durchsetzt und Mainstream wird.

  15. 9. Juli 2009 7:11 nachmittags

    Hashtags sind Tags:) Hash = Raute, durch eine Raute gekennzeichnetes Tag. Und ja, freue mich auf den Tag an dem wir das Hashtag in einer Grammatik finden.

    The day will come.

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