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#unkomm – Strategiepapier für eine bottom-up Musikfachmesse und Festival

19. Juni 2009

Als ich die Nachricht eines Freundes - “popkomm abgesagt. Grund: Pirate Bay” - auf Facebook las, dachte ich erst, das wäre ein pfiffiger Witz von einem pfiffigen Freund. Eine Viertelstunde später gab’s einen ähnlich lautenden Tweet von Daddy D und dazu einen Link auf diepresse.com. Dort war zu lesen:

Die Musikmesse Popkomm fällt in diesem Jahr überraschend aus. “Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen”, sagte der Messegründer und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny, am Freitag.

“Die digitale Krise schlägt voll auf die Musikwirtschaft durch.” Deshalb sei die Absage auch als Aufforderung an die Politik zu werten, mehr gegen Internetpiraterie zu tun. Die Messe – einer der wichtigsten Treffs der Branche – war vom 16. bis 18. September in Berlin geplant.

‘Ja, leck mich’, war meine erste gefühlte Reaktion und die zweite, als Tweet formuliert:

Popkomm absagen und es der Internet-Piraterie anhängen is wohl der schäbigste PR-Stunt seit langem

Denn was kann das ganze anderes sein als ein PR-Stunt? Wenn Musikpiraterie wirklich das Kernproblem der Branche wäre (und nicht z.B. die schlechte, an Quickwins ausgelegte A&R-Arbeit), dann sollte man aber schon gar nicht auf die jährliche Fachmesse verzichten, sondern diese Problematik vielmehr dort in den Mittelpunkt stellen. So man sich ernsthaft, d.h. nicht nur mit blinden Kriminalisierungskampagnen damit auseinandersetzen will.

Wahrscheinlicher ist es wohl, dass man sich im Dunstkreis von VIVA-Mitgründer Dieter Gorny völlig verschätzt hat, wie eine solche Ankündigung in der Öffentlichkeit ankommt. Spekuliert hat man wohl auf eine Reaktion wie die folgende:

“Oh nein, wir müssen dringend was gegen die Internetpiraten machen, damit Dieter Gorny uns die Popkomm wieder gibt!”

Eine klassische Erziehungsmaßnahme: Wenn die Musikkonsumentin sich nicht so benimmt, wie die Musikindustrie sich das vorstellt, versucht man ihr das Zuckerl wegzunehmen – nämlich die Straßenfest- und Kommerzkarnival-Atmosphäre, die manche mit Nähe zu den Popstars verwechseln.

Denn was ist die Popkomm wirklich? Ich kenne sie noch aus Kölner Zeiten, wie sie nach dem Umzug in Berlin ablief kann ich schwer sagen, aber der folgende Tweet von Regine Heidorn (als Antwort auf meine Frage “Liebe Leute in Berlin! Könnt ihr es schaffen, eine bottom-up Popkomm zu organisieren? #unkomm”) zeigt doch, wie wichtig die Popkomm wirklich ist:

Berlin IST eine einzige große #unkomm, daher findet die #popkomm hier nicht mehr statt. :-) #BerlinerArroganz

Meiner Kölner Erinnerungen eingedenk würde der Verlust der Popkomm folgendes bedeuten:

  • keine Massenveranstaltungen mehr an öffentlichen Plätzen, die die Dixi-Klos zum überlaufen bringen
  • keine Heerscharen von Promotoren, die Zigaretten oder Alk bewerben, Daten für sinnlose Gewinnspiele sammeln und Berge von ungelesenen Flyern hinterlassen
  • keine Gelegenheit für die Handvoll gehypter Allstars der großen Label, jede Stunde auf einer anderen Bühne ihren Hit und den geflopten Folgetitel nochmal zum besten zu geben
  • keine überbewerteten, von Majors organisierten angeblichen Exklusiv-Veranstaltungen a.k.a. Meet & Greet mit Bijongseh und Yvön Catterfeld oder wie die alle heißen
  • keine gratis Cokelines für die A bis Z-Prominenz der Journaille, Musik- und Medienbranche im Backstagebereich des Messe-Venues
  • keine Gelegenheit für kleine, junge wie alte Bands, sich einem Publikum vorzustellen

Eh klar: Der letzte Punkt ist der einzige, um den es schade ist.

Und gerade für den braucht man die Musikindustrie und Dieter Gorny und die Popkomm nun wirklich überhaupt nicht.

Eine bottom-up organisierte Musikmesse könnte also wie folgt aussehen:

  1. Messe als dezentrale Konzertreihe: Warum alle nach Berlin reisen? Das treibt die Preise für die Unterkunft in die Höhe bzw. zwingt die Spätbucher mehr auszugeben als nötig. Für die Umwelt ist es sowieso nicht gut. Venues für gute Musik und Konzerte gibt es dagegen überall. Unter dem Dachbegrifff #unkomm veranstalten viele mittlere, kleine und kleinere Musikschuppen ein dezentrales Musikfest – alles ist erlaubt, wo die Preise moderat sind und die Musik im Vordergrund steht.
  2. Messe mit minimalstem Marketingbudget: Ganz im Ernst – die gebrandeten T-shirts, Tassen und Taschen, die Tonnen Flyermaterial, die messebetreute, schwerfällige Website, das braucht es alles nicht. Irgendjemand müsste einen Wiki bereit stellen/sponsern und mit verschiedenen Seiten für die verschiedenen Städte ausstatten, das wäre schon hilfreich. Man braucht ein simples Logo, das auf einem billigen Drucker, d.h. am besten in schwarz-weiß ausgedruckt werden kann, so dass man es außen an Lokal/Bar/Club anbringen kann. Eventuell braucht es umgekehrt auch Bestimmungen dafür, welcher Eintrittspreis nicht überschritten werden darf – je günstiger die Tickets je besser. Teure Orga und Marketingausgaben rechtfertigen so jedenfalls keine überhöhten Preise.
  3. Messe mit Themen, die von den Menschen kommen: Ähnlich wie BarCamps den Wissensaustausch auf offenen Konferenzen revolutioniert haben, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass sich Musikjournalisten, Künstler und Branchenvertreter nur näher kommen können, wenn das ganze in klimatisierten Räumen mit Zugangsbeschränkung stattfindet. Gerade für die Themen, die den Künstlern am Herzen liegen (etwa “Was mache ich, wenn man mir einen Knebelvertrag anbietet?” “Ist DSDS meine letzte Chance?” “Wie ist das mit den Samples und was ist Creative Commons?”) sollte ein BarCamp-artiges Format viel besser geeignet sein, die Künstler wirklich zu unterstützen.

Ein Barcamp ist eine Unkonferenz – eine #unkomm wäre dann das Gegenteil der Popkomm. Nur das Beste, der Musik förderlichste vom Popkomm-Konzept soll übrig bleiben!

Soweit die Gedanken. Wenn ich Zugang zu einem Musikvenue hätte, würde ich mich sofort mit ein paar Leuten zusammen setzen um zu schauen, wie man sowas organisieren kann. Und auf den zweiten Blick: Mit den Leuten im Quartier für Digitale Kultur im Wiener Museumsquartier ließe sich bestimmt ein Programm zu den Themen Netz, Musik und Elektronik zusammenstellen (auch wenn ich irgendwann vor kurzem behauptet habe, ich würde jetzt ENDLICH mit dem freizeitlichen Organisieren freier Events aufhören;-).

So oder so: Nachhall braucht das ganze, denn nur in Wien ist’s witzlos. Aber eine #unkomm, die den deutschsprachigen Raum übergreift (evtl. in Zusammenarbeit mit dem Future Music Camp?) das wäre doch eine feine Sache – und sei’s nur um dem Herrn Gorny und der Musikindustrie zu zeigen, wie wichtig, nämlich unwichtig sie im Vergleich zur internet- und webgestützten Kreativität wirklich sind.

Zum Abschluss noch ein Vorschlag für ein simples, wirklich auf jedem Rechner ausdruckbares oder schnell nachzubauendes Logo (Schrift: Courier, auf jedem Rechner vorhanden):
Logo unkomm schwarz weiß

Und wenn es doch was mit Farbe sein soll, dann einfach so – mit den roten ‘Das ist falsch!’-Kringerln von MS Word darunter:-D

Logo unkommcolor

Bitte bedienen Sie sich, alles Textmaterial in diesem Blogpost steht unter einer Creative Commons Lizenz (BY), das Logo übergebe ich hiermit in die Public Domain!*

Die Facebook-Page zur #unkomm gibt es hier: http://www.facebook.com/pages/Everywhere/unkomm/90225583130

Vielen Dank für Weiterleitung an MusikerInnen, musikaffine Menschen, Menschen, die in Clubs, Bars, Konzertvenues arbeiten oder solche betreiben, in der Musikindustrie tätig sind, etc. Man kann sich diesen Artikel hier auch als PDF runterladen, zum ausdrucken:)

unkomm-Strategiepapier (PDF, 316 KB)

*Vorausgesetzt, dass Microsoft kein Copyright für die Kringerl beansprucht:-P

Edit (1): Für stärkere Zentralisierung plädiert dagegen der Konzertveranstalter Marek Lieberberg und will alles nach Frankfurt um die Musikmesse vereinen. Für ihn war das Aus der Popkomm “vorprogrammiert”.

Edit (2): Offensichtlich wird Gornys Behauptung generell wenig Glauben geschenkt, wie folgende Umfrage zum Artikel auf tagesschau.de zeigt (gefunden via Fefes Blog, danke Martin Leyrer für den Hinweis.

Umfrage tagesschau

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54 Kommentare leave one →
  1. 19. Juni 2009 10:35 nachmittags

    Wir sind dabei, wann geht’s los?

  2. 19. Juni 2009 10:38 nachmittags

    16.-18. September ist die Popkomm angesetzt – das wäre auch das #unkomm Datum am besten, oder?
    Besprecht ihr’s in Vorarlberg?

  3. Walter Gröbchen permalink
    20. Juni 2009 12:10 vormittags

    Clever, pointiert, überlegenswert (auch wenn ich nicht jede Position teile). Werde mir erlauben, den Vorschlag zu verbreiten. Ahoi!, WG

  4. 20. Juni 2009 12:17 vormittags

    danke sehr! nein, ich bin sicher keine fachfrau für das innere der krise der musikindustrie – die absage bleibt aber ein pr-stunt. #popkomm ist eh schon tot.

  5. tim permalink
    20. Juni 2009 12:20 vormittags

    man kann es sich auch schlecht reden.

  6. 20. Juni 2009 12:54 vormittags

    @tim: sich was wie schlecht reden?

  7. gorillamussleben permalink
    20. Juni 2009 8:52 vormittags

    Bravo! Wir brauchen eine #unkomm. Let’s pull some strings…

  8. Andreas permalink
    20. Juni 2009 9:01 vormittags

    Na dann mal los! Ich bin dabei.

  9. 20. Juni 2009 9:21 vormittags

    @andreas @gorillamussleben – dann testet schon einnmal eure umgebung auf umsetzbarkeit – ich hau dieses blogpost mal in ein pdf, falls das besser verbreitbar ist. und wenn euch jemand über den weg läuft der einen wiki sponsern könnte: bitte fragen!

  10. Martin Brem permalink
    20. Juni 2009 9:26 vormittags

    bravo, jana.
    solid-gold-gorny und die besitzstandswahrer-burschenschaft – da geht nix mehr weiter.
    #unkomm – I like! mal sehen was da geht…

  11. 20. Juni 2009 9:36 vormittags

    thx – mit der idee kann man sicher was anfangen – ich warte mal auf rückmeldungen einstweilen, z.b. (natürlich) auch von walter gröbchen.

  12. Jo Richter permalink
    20. Juni 2009 10:49 vormittags

    Erinnert sich noch jemand an U&D (Umsonst und draußen)?

  13. 20. Juni 2009 10:53 vormittags

    ja! Rheinkultur in Bonn z.B. – wobei man auch da die Dixie-Klos etc braucht. Bei #unkomm wäre das dezentrale Prinzip wichtig – Menschmassen vermeiden, parallele Mikronischenexperiences ermöglichen:)

  14. Jo Richter permalink
    20. Juni 2009 11:06 vormittags

    Nur als virtuelle Wesen brauchen Menschen keinen Abort. Was wäre der Vorteil der #unkomm gegenüber der existierenden Szene, wenn es nicht bloß ein Marketinggag sein soll? Vernetzende Websites (und das wäre ja im Endeffekt der Hauptvenue) gibt es doch bereits zur Genüge?

  15. 20. Juni 2009 11:22 vormittags

    @ Jo Richter – wieso “gegenüber der existierenden Szene”? Als Ausdruck der existierenden Szene! Vernetzende Websites? Veranstaltet doch ein Konzert mit ein paar Bands, trefft euch, freut euch, redet miteinander!

  16. 20. Juni 2009 11:26 vormittags

    Und bezüglich U&D, ja wir erinnern uns! War je erst letzte Woche ;-)

    LuWaWi 2009

  17. 20. Juni 2009 11:34 vormittags

    Na geh, Jo, wer schreibt denn dass es nur ums Vernetzen von Websites geht.

    Es geht um ein offenes Format, dem sich jeder anschließen kann, bei dem jeder inhaltliche Veranstaltungen als auch Konzerte machen kann UND das ganze unters Motto #unkomm stellen darf – eben weil die Szene da ist (aber die Szene, bitte ist nicht Dieter Gorny).

  18. Jo Richter permalink
    20. Juni 2009 11:45 vormittags

    Mehr Kreativität ist belebend und macht Laune, da hat Andreas völlig recht. Und ein rebellisches Label dazu mag ja nicht schaden. Aber ganz verstehe ich immer noch nicht, was letzteres bringen soll. Die Lücken, die sich augenblicklich in der Popkultur bilden, füllen sich auch ohne ein weiteres Logo und eine neue Außenstruktur … ganz von selbst und mit Lust am Miteinander.

  19. 20. Juni 2009 12:02 nachmittags

    Eine Chance wie diese kann man nicht ungenutzt lassen. Die Popkomm spielt beleidigt? Die wollen wollen doch nur an den Bailout-Kuchen ran! Das ist doch die Intention dahinter. Weg damit!

    Es geht in meinen Augen um die Botschaft, nicht wozu es nütze ist. Das wird sich zeigen.

  20. 20. Juni 2009 12:03 nachmittags

    Es gibt keine Außenstruktur – es darf sich jeder dran bedienen. Bedient sich keineR, gibt es nichts, was auch nichts macht. Das Logo steht nicht für eine Organisation, sondern für ein Prinzip. So wie es bei BarCamps auch funktioniert.

    Und, ja, der Bailout-Kuchen lockt wohl viele:)

    Edit: Facebook Page ist jetzt fertig:

    http://www.facebook.com/pages/Everywhere/unkomm/90225583130

  21. 20. Juni 2009 1:51 nachmittags

    es gibt auch eine #unkomm in Mannheim
    http://futuremusiccamp.mixxt.de

  22. 20. Juni 2009 1:55 nachmittags

    exactement, das ist oben im blogartikel deswegen ja auch schon verlinkt:)

    und genau darum gehts (siehe oben tweet von bitboutique): #unkomm ist eh schon da!

  23. 20. Juni 2009 3:41 nachmittags

    hat man auf die besucherzahlen der midem geguckt. die messe anbieter wissen schon dass sie zu teuer sind..

    ich halte es schon für sinnvoll, wenn sich die leute an einem zentralen ort persönlich treffen. eine online-networking gruppe macht nur sinn wenn neue ideen besprochen werden. die idee mehr live und mehr sync statt klassische tonträger ist schnee von gestern für alle die sich ernsthaft drüber gedanken machen (nicht unbedingt die umsetzung). und weiter?

    updates gerne bitte per email

  24. 20. Juni 2009 3:56 nachmittags

    wiviel besucher hat eine messe wie die popkomm – 500? mit allen 500 kann man eh nicht reden, aber per webcast und dokumentation als videostream kann man einen viel breiteren zugang ermöglichen.

    von wegen updates: das ist alles self-service hier – bitte den rss feed abonnieren:)

  25. Lobotommy permalink
    20. Juni 2009 3:56 nachmittags

    Noch so eine spitzenmäßige Idee:

    #incommunicado – die Fachmesse für den Laien. Werde sofort ein Logo zimmern und ein Strategiepapier zusammentwittern.

  26. 20. Juni 2009 4:14 nachmittags

    Es gibt wenig was so langweilig ist wie die seit Jahren immer gleiche Rhetorik derer, die Kommunikation im Web als potenziell minderwertige Laienkultur versuchen zu brandmarken.

    Breite Beteiligung aller, die mitreden wollen ist eine Tugend, kein Nachteil, dear Lobotommy:-D

  27. Lobotommy permalink
    20. Juni 2009 5:56 nachmittags

    Noch langweiliger ist die Erweckungsrhetorik, nach der es nur ein paar neuer Blogs bedarf und schon beginnt das Neue Zeitalter.

    Gewiss: Die Musikindustrie hat ihre Kundschaft immer verachtet, eine beispiellose Hochpreispolitik gefahren und menschenverachtende Platten von DJ Bobo veröffentlicht. Wir haben ihr den Tod an den Hals gewünscht.

    Ja, wir haben gesiegt. Aber müssen wir jeden einzelnen Sargnagel, der eingeschlagen wird, auch noch bejubeln?

  28. 20. Juni 2009 6:37 nachmittags

    geh, argumentier gscheit oder lass es bleiben (jedenfalls wenn ich das hier als ernst zu nehmenden beitrag werten soll), so sargnägelanalogien haben einen noch nie irgendwo hingebracht.

  29. Lobotommy permalink
    20. Juni 2009 7:34 nachmittags

    So ist das eben, wenn alle mitreden dürfen. Mehr Tugendhaftigkeit, o bitte.

  30. 20. Juni 2009 7:39 nachmittags

    Liest sich eher so als wollte Lobotommy nicht mitreden, sondern rumsudern:)

  31. 20. Juni 2009 8:21 nachmittags

    @ Stephan’s “eine online-networking gruppe macht nur sinn wenn neue ideen besprochen werden.” Wie entstehen eigentlich Ideen? Mir kommen die meisten in der Auseinandersetzung mit anderen in den Sinn ;-)

  32. 20. Juni 2009 8:21 nachmittags

    gute idee! und der grund für die popkomm-absage ist wirklich absolut “lächerlich”.

  33. 23. Juni 2009 5:33 nachmittags

    Das Problem von Herrn Gorny ist doch offenbar, dass er den Musikkonsumenten zum Problem erklärt. Welch ein Verständnis von Marketing ist das denn, wenn der Kunde sich in allem nach dem Anbieter zu richten hat?

    Ich finde es höcht hilfreich nach neuen Wegen zu suchen und endlich mit der Kriminalisierung der Kundschaft aufzuhören. So:
    http://www.zoolamar.com/2009/06/23/musikindustrie-steht-kopf-19-mio-schadensersatz-fuer-24-illegale-musikdownloads/ kann es doch vielleicht gehen.

  34. 23. Juni 2009 11:45 nachmittags

    Ich habe zur #unkomm auch mal meine Gedanken aufgeschrieben: http://www.nerotunes.com/2009/06/popkomm-achkomm-unkomm-es-geht-ein-ruck-durch-das-musikland/

  35. 24. Juni 2009 7:58 nachmittags

    LOL die Wortmarke mit der Rechtschreibprüfung ist grossartig…

  36. 24. Juni 2009 8:20 nachmittags

    danke:)

  37. gorillamussleben permalink
    24. Juni 2009 8:45 nachmittags

    absolut, man sollte nur den hut ziehen vor der markentechnisch wunderbaren aufdenpunktbringung.
    jana lebe hoch!

  38. 24. Juni 2009 8:55 nachmittags

    geh, keine übertreibungen oder dinge, die die bloggerin rot werden lassen!
    hauptsache, menschen können damit was anfangen und die idee weiter entwickeln und für sich und ihre bedürfnisse/anliegen einsetzen.

  39. Guderian permalink
    29. Juni 2009 1:04 vormittags

    Ein dezentrales Treffen? Bottom-Up? Das ist der Blödsinn des Jahrhunderts! Nur weil es keine Popkomm mehr gibt, glauben jetzt alle möglichen kleinen Veranstaltungen vom Hamburg und Köln bis Mannheim und Stuttgart, sie könnten die große Popkomm beerben und selber so bedeutend werden, wie es die Popkomm angeblich mal war.

    Aber wenn die Absage der Popkomm 2009 kein Verlust ist, weil die Veranstaltung eh nur zur Verteilung überflüßiger Flyer diente, dann ist auch ein Popkomm-Ersatz überflüssig. BitBoutique hat es dir schon gesagt, aber du hast es nicht verstanden.

    >>> “Berlin IST bereits eine einzige große #unkomm.”

    Deshalb ist das ganze Getue, wir machen hier jetzt eine Veranstaltung, die die Popkomm ersetzt aber trotzdem viel besser ist, für die Katz. Jedes kleine Festival irgendwo auf der Welt ist nach deiner Definition eine #unkomm. Deine #unkomm’s gab es schon immer und überall, sie hatten nur noch nie so einen dämlichen Namen und so ein hässliches Logo. Selbst “Future Music Camp” klingt nicht so bescheuert. Lobotommy hat auf witzige Weise versucht, dir zu verklickern, dass du auf dem Holzweg bist. Aber auch das hast du nicht kapiert.

    >>> “Noch so eine spitzenmäßige Idee: #incommunicado – die Fachmesse für den Laien. Werde sofort ein Logo zimmern und ein Strategiepapier zusammentwittern.”

    Nein das ist keine Kritik an der Kommunikation im Web und der minderwertigen Laienkultur, die Twitter hervorbringt! Es ist eine Kritik an dir und der dünnen Suppe (Idee wäre zuviel gesagt), die du euphorisch ein “Strategiepapier” zu nennen wagst.

    Von den überteuerten CDs der Majors werden immer noch Millionen Stück abgesetzt. So gesehen hat selbst Dieter Gornys Pressemittelung mehr von einem Strategiepapier als dein nutzloser Aufruf. Aber danke, dass du Bilder von deinen Tweeds machst und das ganze als handliche PDF verpackst. So können noch viel mehr Menschen über dich lachen.

  40. 29. Juni 2009 8:31 vormittags

    warum so wütend, guderian? das scheint dich ja gewaltig anzufressen:)

    richtig, unkomm hat’s schon immer gegeben, genau darum geht’s ja, und um eine bewusstwerdung des ganzen.

  41. Guderian permalink
    29. Juni 2009 6:09 nachmittags

    Ich bin nicht wütend nur wertend. Man muss sich mal überlegen wie viele Designer ihre Zeit damit verschwendet haben Logos und Schriftarten zu entwerfen.

    http://tinyurl.com/rsfont

    Wussten Rammstein nicht, dass Courier auf jedem Rechner vorhanden ist? Stattdessen benutzen sie einen eigenen Font, der auf fast keinem Rechner vorhanden ist. Schön blöd von den Jungs, war ja klar, dass sich deren Musik nicht verkaufen würde.

    http://tinyurl.com/lovelogo

    Oder die Loveparade, eine gratis Veranstaltung mit einem aufwendigen Logo, das nicht mal eben jeder nachbasteln kann. Ist doch logisch, dass da niemand hingeht. Hätten sie doch besser ein Rautenzeichen als Logo genommen. Moment ich mach mal einen Entwurf.

    #rammstein
    #loveparade

    Und siehe da, selbst die Rechtschreibprüfung deiner Kommentarbox (meines Browsers?) macht da eine rote Wellenlinie drunter, wird wohl doch kein Microsoft Patent sein.

    Jedenfalls stelle ich meine Entwürfe ausdrücklich nicht unter die Creative Common (cc) Lizenz sondern lasse mir das Copyright (c) schützen. Wer jemals wieder hash-rammstein oder hash-loveparade in einen Editor tippt, hört von meinem Anwalt.

    Schließlich bin ich hier der Künstler und habe mir da etwas Großartiges ausgedacht, von dem unbedingt jeder Kenntnis erhalten sollte. Also gehet los und verkündet die frohe Botschaft:

    “Der Heiland ist geboren und hat euch die #blabla gebracht!”

  42. 30. Juni 2009 9:48 vormittags

    Weil die (verallgemeinerten) Designer soviel Zeit investiert haben, ist es verboten, Logos zu verwenden, die auf breit verfügbare Schriftarten basieren? Das ist doch ein dummer Kurzschluss. Es geht hier weniger um ein primär ästhetisches, als um ein wirtschaftspolitisches Statement – aber natürlich hat auch das Politische eine Ästhetik.

    Und, bitte, ich habe nie behauptet, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Musikverkäufen und Schriftarten, noch soll #unkomm eine Corporate Identity für eine Band oder dergleichen bieten – bitte lies dir erst mal richtig durch, bevor du etwas mit falschen Umkehrschlüssen versuchst ins Lächerliche zu ziehen,

    Wegen Raute: bitte selbst recherchieren http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter#Hashtag

    Wenn du nur den Lobpreis der auf kommerzieller Basis erlaubt Kreativität hören willst, dann treib dich halt nicht auf Blogposts rum, die das in Frage stellen. Ist bestimmt besser für deinen Puls.

  43. Leuchtie permalink
    8. Juli 2009 9:55 vormittags

    Ich weiß zwar nicht ob es deine Idee genau wieder gibt
    aber vielleicht geht die Idee die vom dem der Herrn Renner in eine ähnliche Richtung

    http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/endlich_zurueck_auf_los.html

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