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Medientheorie: Wieso Twitter ein eiskaltes Medium ist

7. Mai 2009

Twitter ist so praktisch: ‘Alles’, was man lesen muss, hat schon jemand eingescannt und per Twitpic zugänglich gemacht – so etwa der gute rupprECHT, der einen Twitter-Artikel im Kurier mit einer Mini-Stelllungnahme meinerseits ins Web stellte. Und weil der Name McLuhan dort nicht fällt, ich mir aber nicht sicher bin, ob die Begriffe ‘heiß`und ‘kalt’ ohne das Wissen, dass sie vom Pionier der Theorie der elektronischen Medien stammen und was sich dieser dabei gedacht hat, nicht etwas obskur wirken, poste ich hier als Kontext die Notizen, die ich Jakob Steinschaden zugemailt hatte – quasi die extended version der Wortspende:

Twitter aus der Sicht der Medientheorie

Zunächst einmal: Twitter ist nicht einfach eine Webseite, sondern bietet als Social Web-Angebot erweiterte Möglichkeiten der sozialen Interaktion und Kommunikation, und der dadurch zugänglichen und regulierten Information. Mit diesen Möglichkeiten ist Twitter zu einer fixen Einrichtung im Social Web geworden – das Social Web definiere ich als ein Netzwerk von Usern, den Webseiten, auf denen sie Profile angelegt haben und den vielgestaltigen Inhalten und Interaktionen, die sie auf und zwischen diesen austauschen.

Im Unterschied zu sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook sind die Möglichkeiten der sozialen Partizipation bei Twitter recht schlank modelliert. Auf den Netzwerkseiten kann man etwa ‘gruscheln’ (wie es im StudiVZ-Sprech heißt), Nachrichten auf dem Profil hinterlassen, Bilderalben anlegen, digitale Blumengrüße schicken usw. – auf Twitter hat man lediglich ein Textfeld, in das man hineinschreiben soll, was man gerade macht, sowie unablässig eintrudelnde Antworten anderer (i.e. von denjenigen, denen man ‘folgt’) auf diese Frage.

Gerade in dieser Schlankheit, um nicht zu sagen Kargheit liegt aber auch der besondere Reiz von Twitter. Marshall McLuhan, der Pionier der Theorie elektronischer Medien, hat einmal unterschieden zwischen den kalten Medien, die unseren Sinnen nicht viel bieten und daher im Gegenzug eine hohe Investition von Aufmerksamkeit und Anteilnahme verlangen, wie z.B. das Telefon, und den heißen Medien wie z.B. dem Kinofilm, der dem Auge eine Fülle an Details bietet, uns ganz Auge werden lässt.

Twitter ist in diesem Sinne ein eiskaltes Medium, das eine extrem hohe Anteilnahme (“high involvement”) erfordert. Mit seinen 140 Zeichen pro Nachricht bietet es keine gehaltvolle ästhetische Dimension, es erfordert vielmehr Zeit und Experimentierbereitschaft, überhaupt herauszufinden, was der Nutzen dieser 140 Zeichen sein soll. Es ist also kein Wunder, dass 60% der Twitter-Neulinge die Seite bereits nach einem Monat nicht mehr nutzen – diejenigen, die dabei bleiben, nutzen es dagegen um so kreativer und dedizierter.

Es ist sehr spannend zu beobachten, welches semantische Instrumentarium Twitter-User einsetzen, um den Nutzen von Twitter zu erweitern: Zu den Mitteln die Twitter von Haus aus liefert gehört das @-Reply (dadurch wird aus einer einfachen Nachricht, einem sogenannten ‘Tweet’, eine öffentliche Antwort an einen spezifischen User), die Direct Message (eine private, nur dem Addressaten sichtbare Antwort), das ‘Favorite’ (eine Art Lesezeichen, mit der man einzelne Tweets auszeichnen kann) sowie natürlich die Möglichkeit, Hyperlinks in die Nachrichten zu integrieren. Darüber hinaus kommen sogenannte Hashtags zum Einsatz: Man fügt einem Wort eine Raute (#) vor, wodurch das Wort eindeutig von Suchmaschinen ausgewertet kann. So kann man dann etwa alle aktuellen Nachrichten zum Thema #swineflu heraus filtern.

Die User gehen mit dieser technischen Möglichkeit jedoch weitaus kreativer um und verwenden Hashtags nicht nur als Suchkategorien, sondern oft auch wie kleine Kommentare auf das zuvor gesagte, wie z.B. hier:

wo gehören eier definitiv nicht hin? auf den fußboden. #tja
http://twitter.com/mlleflaunders/statuses/1516597516

Abverkaufsliste Atemschutzmasken April: 2007 – 1, 2008 – 2, 2009 – 5467 #wahnsinn
http://twitter.com/Bappsack/statuses/1668182376

Was bei Personen, die den Nutzer von Twitter noch nicht herausgefunden haben, immer wieder auf Irritation stößt, ist die Frage des Gehalts der übermittelten Nachrichten. Twitter selbst leitet seine User mittels Interface dazu an, die Frage “Was machst du gerade?” (What are you doing) zu beantworten. Und die darauf möglichen Antworten wie:

Wurstsemmel zu Mittag. Wie bei Komissar Rex :)
http://twitter.com/hanspeda/statuses/1515909207

heute ist ein denkwürdiger Tag, denn ich fahre heute mal öffis
http://twitter.com/geronimooo/statuses/1627003678

erscheinen nun den wenigsten Betrachtern von außen wirklich relevant. Tatsächlich liegt in diesen Alltagsinformationen aber der Schlüssel zum Erfolg von Twitter: Verfolgt man die alltäglichen kleinen Erlebnisse oder Einfälle eines Menschen über einen längeren Zeitraum, so erfährt man sehr viel über dessen Persönlichkeit und Interessen. Trifft man diese Person dann erstmals im sogenannten ‘wirklichen Leben’, ist es sehr viel einfacher miteinander ins Gespräch zu kommen, oder – systemtheoretisch ausgedrückt – eine Anschlusskommunikation wird wahrscheinlicher. ‘Tweetup’ ist übrigens im User-Jargon die Bezeichnung für ein Treffen von Twitterern (hier sind Bilder von einem Wiener Tweetup), aber auch auf Konferenzen nutzen Twitterer den Dienst, um miteinander zu koordinieren, welche Panels sie besuchen, oder wo sie zu Abend essen werden.

Mit Blick auf Serialität und Zugänglichkeitz von sozialer Information ist Twitter übrigens Fernsehserien ähnlich: Die sogenannte parasoziale Bindung, die manche Zuschauer zu einer TV-Serienfigur aufbauen, beruht ebenfalls auf Serialität und den Einblicken in die ‘Persönlichkeit’, d.h. in die dargestellten Handlungsmotive der Figur, die gewonnen werden können. Wer weiß, ob sich hinter Ashton Kutchers Twitter-Profil wirklich _der_ Ashton Kutcher verbirgt? Niemand, und es spielt für die Funktionalität dieser im Web dargestellten Persönlichkeit auch keine Rolle – immerhin hat http://twitter.com/aplusk schon 1,5 Millionen “Follower”, d.h. 1,5 Millionen Twitter-User haben die Nachrichten dieses Profils abonniert.

Ein Großteil der Kommunikation auf Twitter entspricht also dem, was der Sozialanthropologe Bronislaw Malinowski die ‘phatische Funktion’ der Kommunikation genannt hat: Es ist weniger relevant, was kommuniziert als dass überhaupt kommuniziert wird, dass das Fortbestehen des Kommunikationskanals thematisiert wird. Das Reden über das Wetter ist etwa ein Beispiel für phatische Kommunikation, oder die minimal responses (‘aha’, ‘jaja’, ‘mmm-mh’), die wir einander geben um zu signalisieren, dass wir unserem Gegenüber zuhören. Wenn ich twittere, schicke ich in Abständen Nachrichten nach ‘draußen’, dass ich da bin, dass ich die Gegenwart mit denen, die zu diesem Zeitpunkt meine Nachrichten lesen, teile, und empfange ebensolche Nachrichten von denen, denen ich folge. Insofern gewinnt die Arbeit am Computer eine wertvolle Dimension der sozialen Ko-Existenz hinzu – und entspricht so gar nicht mehr dem Klischee der solitären Computerarbeit.

Wichtig ist natürlich die Frage, wem ich mich entschließe zu folgen; die Wurstsemmel-Tweets gehören quasi als ‘soziales Gleitmittel’ dazu, aber das besondere Potenzial Twitters, unseren intellektuellen Wahrnehmungsradius zu erweitern, liegt darin, dass wir täglich von denen lernen, denen wir ‘folgen’. Mit folgender Analogie kann man das gut verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, 200 Leuten, deren Interessen sich mit den Ihren überschneiden, heften ihnen mehrfach täglich kleine gelbe Zettel auf den Schreibtisch, in denen sie Ihnen mitteilen, was sie gerade herausgefunden oder im Web entdeckt haben:

nice and short roundup of color theory and its practical use in ux: http://tr.im/jACI
http://twitter.com/heckmueller/status/1602212873

Btw., das “Medienpädagogische Manifest” der Magdeburger GameCultures-Konferenz: “Keine Bildung ohne Medien!” -> http://is.gd/pntH
http://twitter.com/joeriben/status/1406270225

lese gerade: “The Internet, An Ethnographic Approach” von Daniel Miller, Don Slater: http://tinyurl.com/cfarr8
http://twitter.com/devoras/status/1583404312

Nimmt man all diese Informationen zusammen hat man etwas, das viel fruchtbarer ist als das sich Verlassen auf das bloße eigene Informations- und Bildungsinteresse: Was ich z.B. mit einer Suchmaschine finden kann ist immer schon eingeschränkt durch die Suchbegriffe, die ich verwende. Die Entdeckungen, die ich mit Hilfe von Twitter machen kann, ergeben sich jedoch aus dem Spektrum der Interessen derjenigen, denen ich folge – und hätten mir alleine nie zustoßen können!

EDIT: Eine brauchbare Ergänzung sind die Slides meiner Einführung für Einsteiger: “Was ist Twitter?”

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38 Kommentare leave one →
  1. Trupedo_Glastic permalink
    7. Mai 2009 9:57 vormittags

    .

  2. 7. Mai 2009 10:18 vormittags

    Danke für den Artikel! Nicht nur wegen der Definition von Tweetup (da hatte wer kürzlich eine Wissenslücke), sondern v.a. wegen der Begriffsklärungen aus der Medientheorie.

  3. 7. Mai 2009 10:34 vormittags

    richtig guter artikel, um anderen zu erklären was twitter ist (wobei es natürlich nicht nur twitter gibt, sondern z.B. auch noch bleeper) ;-)

  4. 7. Mai 2009 12:04 nachmittags

    danke – ja, Twitter ist für Microblogging, was Tempo für Papiertaschentücher ist.

  5. axel77 permalink
    7. Mai 2009 6:16 nachmittags

    Was ich bei McLuhan nie verstanden habe, ist das er, glaub ich, mit warm/kalt irgendwie 2 Dimensionen gleichzeitig abbildet.
    Zum einen wie stark die Sinne angesprochen werden (stärker ist wärmer). Zum anderen, wie sehr man sich aktiv mit dem Material auseinander setzt (mehr ist kälter). (Ich hab aber nie Medientheorie gelernt, sondern nur mal versucht McLuhan zu lesen, ich habs nur ein paar Kapitel weit geschafft.)

    Wahrscheinlich ist die Vorstellung dahinter eh so, wie du geschrieben hat, dass das eine das andere bedingt. Computerspiele passen da zB wohl nicht rein, die eine hohe Sinnstimulation bieten, aber dennoch eine aktive Einbeziehung.

    Ja, für Twitter passts aber wieder sehr gut geringe Sinnstiumalation und hohes Involvement.

  6. 7. Mai 2009 6:40 nachmittags

    Diese heiß/kalt-Metaphorik funktioniert immer nur im Medienvergleich, aber nie als absolute Größe. Meine Eselsbrücke ist die, dass das kältere das ist, was man durch intensivere Auseinandersetzung stärker aufwärmen muss – die Bedeutung ‘hot’ bezieht sich bei McLuhan allerdings mehr auf den kulturellen Einfluss, und das ist dann wieder eine andere Dimension.

    Bist du morgen an der Uni? Dann bringe ich dir das ‘Amateure’ Buch mit,

  7. axel77 permalink
    7. Mai 2009 6:58 nachmittags

    MMh, irgendwo bleibt das Bauchgefühl, dass der mehrere Dimensionen in eine “Skala” reingepackt werden, auch wenn nur relative Bezüge erläubt.

    Buch, Danke! aber meine Bestellung von vor Wochen auf der Sozialbibliothek ist gerade heute bereitgestellt worden. Ich nehm einfach das zum mal durchblättern ;)

  8. null permalink
    7. Mai 2009 9:06 nachmittags

    tl;dr
    ;)

  9. 7. Mai 2009 9:27 nachmittags

    guter Artikel
    tja, durch letzteres bin ich ja auch hergekommen.
    und genau deswegen nutze ich Twitter gerne, weil ich nützliches erfahren will. und ich bin bereit auch anderen nützliches oder interessantes mitzuteilen.

  10. 8. Mai 2009 12:49 nachmittags

    McLuhan, Malinowski, Luhmann – es ist einfach mal nett zu lesen, wenn jemand sich über die größte Medienrevolution seit Beginn des Internet (womöglich auch diese irgendwann überstrahlend, wie die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert die vorangegangenen Innovationen der Duplizierung von Handschriften überstrahlt hat) auch mal ernsthafte Gedanken über die Kommunikationsweise macht und mit Begriffen wie ‘unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich machen’, ‘parasoziale Bindung’, ‘phatische Kommunikation’ auf das Potential dieses Mediums hinweist, dass sich unsere Welt stark verändern wird. Werde mal öfters reinschauen. ;-)

  11. 8. Mai 2009 12:54 nachmittags

    Oh, danke für die Blumen! Auf Heise.de/TP wird auch gerade mal wieder über die Banalität geschimpft:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30274/1.html

  12. 9. Mai 2009 11:32 vormittags

    Hi jana,

    1) danke – ist schön durchfomuliert und es freut mich immer wieder wenn medienwissenschaftler es gut auf den punkt bringen …

    2) ich stimme vollends zu

    3) und in dem ich dir zustimme, ist das problem an sich schon wieder klar -> man kann microblogging nicht erklären, sondern man muss es tun … genauso wie man über kommunikaton zwar theoretisieren kann, aber letztendlich muss man kommunizieren …

    zumindest bringt mich dein artikel dazu, darüber nachzudenken, dass friendfeed doch nicht der nächste schritt ist, da die kommunikation darüber komplexer wird .. nunja schauen wir mal :-)

    lg

  13. 9. Mai 2009 11:47 vormittags

    Richtig guter Beitrag. Dass Du den “Wurstsemmel-Tweet” nicht nur verteufelst, sondern honorierst und positiv einordnest finde ich grossartig – und btw verleihe ich Dir für den Begriff hiermit den öffentlich-rechtlichen Orden der kulturell informiert hereinfunkenden Preussin von Welt. Bei uns Minderwertigkeitskomplexlern gibts für alles Orden, you know.

    Und aus dem Archiv: http://wien.orf.at/stories/227727/ – berichte mir, ob Du beim Lesen schmunzeln musstest. :)

  14. 9. Mai 2009 2:58 nachmittags

    @Martin E.: Von dir freut mich das besonders! Ich glaube, die Minimalität von Twitter ist schwer zu schlagen, v.a. wenn man es auch per SMS nützt, was bei uns ja leider derzeit nicht mehr möglich ist. Insofern ist es wohl schon etwas anderes als Friendfeed (aber die aufploppenden multimedialen Benachrichtihungen, die ich ja bisher nur von deinem Rechner kenne und nicht noch nicht aus eigener Anschauung) haben schon was

    (bei der Gelegenheit auch noch eine Empfehlung: Martin Ebners Edumedia Beitrag “How People are Using Twitter during Conferences” http://elearningblog.tugraz.at/archives/2157)

    @Martin S.: Freue mich bekanntermaßen über jede Austrifizierungsgeste – danke! (auch wenn mir ein öffentlich-rechtlicher Orden a bisserl Angst macht!)

  15. 9. Mai 2009 3:15 nachmittags

    Hi Jana,

    vielen Dank für den Beitrag. Zum Thema SMS: also ich muss sagen der SMS-Teil in Deutschland funktioniert super. An die SMS-Nummer von Twitter updaten und via http://twe2.com/ benachrichtigen lassen.

  16. 9. Mai 2009 3:24 nachmittags

    Ah, danke, das funktioniert dann auch, wenn die Twitter-Info ist:
    Note: We currently don’t support sending SMS to this number.

    Ich selbst brauch das ja nicht wirklich, weil ich ein iPhone habe:) Ab und zu sollte man aber wohl umsteigen um zu sehen, wie sich Twitter auf einem nicht internetfähigen Handy im schlichten SMS-Kleid anfühlt (mein iPhone springt übrigens grad nicht an, vielleicht bin ich schon ganz nah dran an dieser Erfahrung).

  17. 9. Mai 2009 5:06 nachmittags

    Wow, super Artikel aus meiner Sicht. Besten Dank!

    Zum letzten Absatz: Ich finde den amerikanischen Begriff der “Serendipity” so unglaublich charmant. Er kennzeichnet das grandiose Potenzial des “Web 2.0″ im Allgemeinen, von Twitter im Besonderen:

    Man findet Dinge, die man gar nicht suchte ;-)

    (… in der deutschen Sprache leider nicht mit einem Begriff zu übersetzen …)

  18. 9. Mai 2009 6:38 nachmittags

    Genau, Serendipity! Das Wort habe ich in den letzten zwei Wochen glaube ich schon ein halbes Dutzend Mal verwenden – suchen und finden im Social Web!

  19. 13. Mai 2009 10:25 vormittags

    danke Jana!
    als Ergänzung dazu hier das link zu einem Post von Jill Walker, das fast zeitgleich am Tag davor gepostet wurde. Auch hier wird die phatische Kommunikation angesprochen.

    http://jilltxt.net/?p=2388

    Hier wird das auf Roman Jakobsen und den Anthropologen Grant McCracken zurückgeführt, der das, was wir dabei sagen, folgendermassen umschreibt:

    1. I exist.
    2. I’m ok.
    3. You exist.
    4. You’re ok.
    5. The channel is open.
    6. The network exists.
    7. The network is active.
    8. The network is flowing.

    Nett, oder?

    Liebe Grüße

  20. 13. Mai 2009 11:41 vormittags

    Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja – darum geht’s! Danke dir, sigrid!

  21. 13. Mai 2009 7:39 nachmittags

    Toller Beitrag! Und Axel77 muss ich auch zustimmen: ich tat mir immer (und tue mir noch) schwer mit Mäcs mehrdimensionaler Skala; als praktische Arbeitstheorie verstehe ich sie genau wie Jana im Text erklärt (abstrakt: Grad des User-Involvements), aber unlogisch wurd’s für mich in der Primärquelle, als McLuhan die Unterschiede zwischen Fernsehen und Kino erklärt: Kino sei “kalt”, weil es ein “stetiges” Bild liefert, FS dagegen heiß, weil das Bild aus den diskreten Einzelpunkten erst im Kopf entsteht… Kognitionstheoretiker würden diese Einteilung, die ich auch eher als Metapher verstehe, in der Form wohl nicht unterschreiben.

  22. 13. Mai 2009 8:12 nachmittags

    Diese Heiß-Kalt-Metapher funktioniert nie in Zuordnung zu einem Medium so recht: Kino kann ebenso heiß sein, weil eben Fülle von Details, Immersion, etc – es kommt eigentlich immer auf den Vergleich an (und nur im Medienvergleich erschließt sich ja das Spezielle), und auf den jeweiligen Aspekt, den man sich betrachtet. Zwischendurch kommt man dann durcheinander, weil Twitter z.B. ebenso auch sehr heiß sein kann, wenn man etwa betrachtet, was die advanced twittereros damit machen, oder die aktuellste News nun über Twitter kommen. In diesem Sinne gilt das Label ‘eiskalt’ so recht nur für die Einstiegsphase der Twitternutzung.

  23. 25. Mai 2009 9:48 vormittags

    Der Artikel begeistert und inspiriert mich gleichermaßen! Sehr gute Erklärung zum Thema, wissenschaftlicher Bezug – einfach Klasse.
    Habe selbst einen Twitter-Account und nutze ihn bisher nicht. Werde mich mit der Materie jetzt weiterführend beschäftigen.

  24. 25. Mai 2009 9:52 vormittags

    Hallo Dennis, danke für die Blumen! Schönen Gruß an die Ostsee.

  25. 25. Mai 2009 3:27 nachmittags

    So, jetzt hab ich auch mal Einiges zum Thema zu Papier gebracht:

    http://twurl.nl/l8m1e8

    Einige grundlegende Anmerkungen zu Twitter bzw. zum Microblogging als Kommunikationsmedien. Ich beziehe mich auf Luhmanns Begriff der “unwahrscheinlichen Kommunikation”

  26. 7. Juli 2009 10:47 nachmittags

    ein feiner text

  27. 8. Juli 2009 12:33 vormittags

    twitter ist weder kalt noch warm, es kann beides sein. ich vermute, dass die konfrontation des einzelnen qualitativ eher mit dem ‘twitter-system’ stattfindet, als mit anderen teilnehmern des systems (moeglich, dass das oft quantitativ ueberwiegt)

    http://www.facebook.com/note.php?note_id=114144628108

    (sehr wenig zeit)

  28. 8. Juli 2009 11:14 vormittags

    @roger – jedes medium kann sowohl heiß als auch kalt sein, es kommt auf die nutzung, die perspektive und den dabei getroffenen (immer impliziten) vergleich zu anderen medien an. Twitter ist sozusagen anfänglich kalt und wird mit der nutzung für den user immer ‘heißer’.

    bin mir nicht sicher, wo der sinn einer quantifizierung wäre, bzw. ob es überhaupt möglich ist zu sagen: jetzt findet konfrontation mit dem system, jetzt mit anderen usern statt. natürlich ist die erste konfrontation die mit twitter / dem twittersystem selbst, siehe auch:

    http://www.slideshare.net/anaj/twitter-research-der-initiationsritus-des-microbloggerin-werdens

  29. 8. Juli 2009 3:03 nachmittags

    jana, ich kann die einschraenkende zuordnung von anfang/kalt, spaeter/heiss nicht nachvollziehen und halte sie fuer einen irrtum.

    ob es ueberhaupt moeglich ist die verschiedenen interaktionsmuster zwischen benutzern und twitter-system einzuteilen meine ich, beantworten zu koennen – ich hielt das fuer den urspruenglichen auftrag deines beitrags. man muss es natuerlich dann auch versuchen, also tun. die aussage ‘twitter ist eiskaltes medium’ lechzt nach falsifikation.

  30. 8. Juli 2009 5:23 nachmittags

    roger, ich fürchte du musst deine kritik an marshall mcluhan richten, der uns in dieser und auch in anderen hinsichten keine glasklare trennung und keine unveränderlichen zuschreibungen seiner eigenen begrifflichkeiten (heiß vs kalt) hinterlassen hat.

    bezüglich verifikation/falsifikation: in sachen positivismusstreit schlage ich mich eindeutig auf die ‘seite’ adornos, nicht poppers.

    quantifizierung heißt, die wahrheitsfindung an die methode zu delegieren. und eh man es sich versieht ist man dann in kontexte geraten, in denen man annehmen muss, die frage, ob @aplusk irrelevant ist, wäre wichtig.

  31. 13. Januar 2010 1:41 vormittags

    Sehr guter Artikel und erst heute via Twitter drüber “gestolpert”.

    Außer acht lassen darf man in meinen Augen jedoch nicht, dass es u. U. zu einem Problem werden kann, die Massen an Informationen auch sinnvoll zu filtern.

  32. 14. Januar 2010 11:17 vormittags

    @thomas ja, wird nicht außer acht gelassen, zumindest schon mal polemisch angerissen auch in dem follow-friday artikel und der frage, wieviel personen man folgen kann:

    http://digiom.wordpress.com/2009/03/28/followfriday-ist-umweltverschmutzung-rant/

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